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Heimische Wirtschaft laut AK schon vor Krise im Abschwung

Österreichs Wirtschaft war schon vor der Coronakrise im Abschwung.
Österreichs Wirtschaft war schon vor der Coronakrise im Abschwung. ©pixabay.com (Sujet)
Die Arbeiterkammer (AK) OÖ hat in ihrem Wertschöpfungsbarometer für 2019 ein deutliches Indiz gesehen, dass sich die österreichische Wirtschaft schon vor der Coronakrise im Abschwung befand.

Darüber hinaus kritisierte sie die Gewinnausschüttungen bei gleichzeitiger Kurzarbeit in 126 von 800 untersuchten Unternehmen in Oberösterreich und forderte eine Begrenzung der zulässigen Gewinnausschüttung, wenn gleichzeitig öffentliche Förderungen in Anspruch genommen werden.

Indiz für Abschwung schon im Jahr 2019

Der Überschuss der ordentlichen Wertschöpfung (Produktivität) pro Mitarbeiter über die Pro-Kopf-Personalaufwendungen ging von 38.117 Euro 2017 auf 34.783 Euro im Jahr 2019 - dem letzten vor der Krise - zurück, hieß es in der Unterlage zur Pressekonferenz am Mittwoch. Darin sah man einen Beleg für die Abschwungtendenzen. Zuvor gab es im 10-Jahresvergleich von 2013 (32.254 Euro Überschuss) bis 2017 eine kontinuierliche Steigerung.

Auch die Gewinnausschüttungen an die Eigentümer pro Beschäftigtem waren mit 15.400 Euro sehr hoch. Sie entsprachen rund 11,9 Prozent des Eigenkapitals. Als überraschend bezeichnete die AK die hohen Sachinvestitionen von durchschnittlich 16.185 Euro pro Beschäftigtem. Das sei der höchste Wert seit 10 Jahren und nominell um 36,6 Prozent über dem Wert des Jahres 2009. Im Wesentlichen sei ein Großteil der Unternehmen 2019 gut aufgestellt gewesen.

Kritik an Gewinnausschüttungen bei Kurzarbeit

Eine Sonderauswertung für Oberösterreich ergab, dass 126 Mittel- und Großbetriebe 2020 trotz Kurzarbeit Gewinnausschüttungen in Höhe von mehr als 630 Mio. Euro beschlossen hatten. Das entspreche 44,4 Prozent der Gewinnausschüttungen aller 800 untersuchten Betriebe und mache eine schiefe Optik, so die AK. In der Auswertung untersuchte die Interessenvertretung, ob Unternehmen (ohne Banken, Versicherungen und NPO) nach Beginn des ersten Corona-Lockdowns am 16. März 2020 einen Gewinnausschüttungsbeschluss betreffend den Vorjahresgewinn gefasst und gleichzeitig Kurzarbeit beantragt haben.

In einer zweiten Sonderauswertung sah sich die Interessenvertretung die offengelegten Jahresabschlüsse 2017 bis 2019 von 724 oö. Mittel- und Großbetrieben (ohne Banken, Versicherungen und NPO) mit 200.522 (knapp 30 Prozent) aller unselbstständig Beschäftigten im Bundesland. Die Mitarbeiterzahl habe sich in dem Zeitraum um 5,5 Prozent erhöht.

2019 erwirtschaftete jeder Beschäftigte eine Pro-Kopf-Wertschöpfung von rund 93.695 Euro - 0,8 Prozent weniger als 2018, aber 2,9 Prozent mehr als 2017. Die Pro-Kopf-Produktivität überstieg 2019 die Pro-Kopf-Personalaufwendungen um rund 30.474 Euro zum Vorteil der Unternehmen. Den durchschnittlichen Sachinvestitionen pro Mitarbeiter von 11.916 Euro standen durchschnittliche Gewinnauszahlungen an die Eigentümer von 12.597 Euro gegenüber.

Die Eigentümer zahlten sich 2019 11,4 (2018:11,5) Prozent des Eigenkapitals aus, wobei die durchschnittliche Eigenkapitalquote bei 38,2 Prozent lag.

35-Stunden-Woche und sechs Wochen Urlaub gefordert

Die AK fordert eine flächendeckende Anhebung des Kollektiv-Mindestlohns auf 1.700 Euro, eine Herabsetzung der Normalarbeitszeit auf 35 Stunden mit Ausgleich bei Lohn und Personal sowie die Erhöhung des Urlaubs auf sechs Wochen für alle.

(APA/Red)

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