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Heimische Spitalskapazitäten derzeit nicht überlastet

Anschober warnte erneut vor der Nichteinhaltung der Corona-Maßnahmen.
Anschober warnte erneut vor der Nichteinhaltung der Corona-Maßnahmen. ©APA/HERBERT-PFARRHOFER
Sowohl bei der Normal- als auch der Intensivpflege sollen die Zahlen der Erkrankten nach Ostern zurückgehen, wie am Freitag bekanntgegeben wurde. Somit bewegt man sich in puncto Spitalskapazitäten "auf der sicheren Seite".
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Österreich bewegt sich bei der erwarteten Auslastung der Spitalskapazitäten "auf der sicheren Seite". Das betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einer Pressekonferenz am Karfreitag.

Laut Herwig Ostermann, dem Geschäftsführer von Gesundheit Österreich, gehen die Prognosemodelle für nächste Woche von einem leichten Rückgang bei den belegten Betten aus.

Leichter Rückgang bei Betten-Belegung nach Ostern erwartet

In der Normalpflege gibt es derzeit laut offiziellen Zahlen 1.032 Hospitalisierte, diese Zahl soll auf 600 bis 700 Personen zurückgehen. Bei den Intensivbetten waren am Freitagvormittag 261 belegt, erwartet werde ein Rückgang auf 200 bis 250 Erkrankte. Man müsse dabei aber "regionale Dynamiken" berücksichtigen, sagte Ostermann. Das heißt, dass man bei einem größeren Ausbruch in einer bestimmten Region punktuell an die Grenzen der Kapazitäten gelangen könnte.

Erfreulich sei auch, dass der effektive Reproduktionsfaktor mittlerweile bei unter 1 liege. Diese Zahl gibt an, wie viele Mitmenschen eine infizierte Person derzeit ansteckt. Den Ausgangsfaktor (R0) unter 1 zu drücken, war das erklärte Ziel der Bundesregierung.

Anschober warnt: "Nur erste Erappe geschafft, zweite wird schwieriger"

Anschober warnte die Bevölkerung aber erneut davor, die geltenden Maßnahmen - vor allem zur Distanzierung von Mitmenschen - ab nun nicht mehr einzuhalten. "Machen Sie nichts kaputt", appellierte der Minister. Bisher habe man nur "die erste Etappe" geschafft, "das ist nicht das Endergebnis. Die zweite Etappe wird deutlich schwieriger", kündigte er Freitagmittag an.

Eine "gesicherte schrittweise Öffnung" des öffentlichen Lebens und begleitende Kontrolle sollen verhindern, dass die Covid-19-Erkrankungen wieder in die Höhe schnellen, stellte Anschober klar. Die am Freitag veröffentlichte SORA-Studie, derzufolge es Anfang April zumindest drei Mal mehr Infektionen als behördlich bestätigte Fälle gegeben haben dürfte, habe die Linie der Bundesregierung bestätigt.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wären "der einzig richtige Weg gewesen". Die Studie habe "zu hundert Prozent das gezeigt, was wir erwartet haben", nämlich einen geringen Durchseuchungsgrad der Bevölkerung und eine geringe Anzahl an Immunisierten. Insofern wäre es "verantwortungslos" gewesen, "auf die Herdenimmunität zu setzen", sagte Anschober. Bis sich die Lage entspanne, könne es "länger dauern", insofern dürfe man nach Ostern "nicht in traditionelles Verhalten zurückfallen". Das Abstandhalten - laut Anschober "das neue Grundgesetz in Österreich" -, das Vermeiden von Ansammlungen, das Tragen von Mund-Nasen-Masken und das singuläre Betreten von Geschäften, wobei im Inneren pro Person 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen müssen, müsse konsequent beachtet werden.

Tests und Kontrollen sollen intensiviert werden

Daneben will Anschober "tagtäglich kontrollieren, ob es Bewegung bei den Zahlen gibt". Das manuelle Kontaktpersonen-Management werde "intensiviert", die Rot-Kreuz-App sei "ein zusätzliches Unterstützungsinstrument", meinte der Gesundheitsminister. Sollten sich wieder Infektionsherde bilden, müssten die Cluster "ganz, ganz schnell" erkannt werden.

"Massiv verstärken" will Anschober die PCR-Tests, und zwar vor allem in Alters- und Pflegeheimen sowie in den Gesundheitsberufen, wozu auch die mobile Pflege zähle, wie er betonte. "In diesem Bereich wird es ein großes Zusatzprogramm an Testungen und Handlungsanleitungen und Schutzmaßnahmen wie in Spitälern geben", erklärte der Minister. Zukünftig sollen auch Hausärzte anordnen dürfen, dass PCR-Tests gemacht werden. Grundsätzlich müssten niedergelassene Ärzte "viel stärker" in Testungen eingebunden werden, bekräftigte der Gesundheitsminister.

Schrittweise sollen nicht lebenswichtige Operationen, die man bisher aufgrund der Corona-Krise zurückgestellt hat, wieder ermöglicht werden. Die Kurhäuser bleiben dagegen bis auf Weiteres geschlossen, die Reha-Einrichtungen, die bei Bedarf für Corona-Patienten zur Verfügung stehen, behalten vorerst weiter diese Funktion.

(APA/Red)

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