Haus der Forschung in Wien offen

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Die österreichische Forschungs-Förderung hat eine neue Adresse: Im neuen „Haus der Forschung“ in Wien-Alsergrund, das am Montag von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Infrastrukturminister Hubert Gorbach eröffnet wurde, sind erstmals die wichtigsten Forschungsfördereinrichtungen unter einem Dach vereint.

Das Zentrum ist Heimat für die Forschungsförderungsgesellschaft FFG, den Wissenschaftsfonds FWF, die Christian Doppler-Gesellschaft (CDG) und die Austrian Cooperative Research (ACR). Damit wird ein Fördervolumen von 600 Mio. Euro im „Haus der Forschung“ abgewickelt, ein Großteil der frei vergebenen, direkten Fördermittel in Österreich.

Schüssel bezeichnete bei der Eröffnung das neue Gebäude als „Schutzhaus der Zukunft, wo Großes entstehen kann“. Durch Zusammenarbeit könne mehr erreicht werden, als wenn jeder isoliert vor sich hin werke. Es bedürfe aber auch der „Munition“, also Geld, betonte der Kanzler, der sich zu einer „großzügigen Unterstützung“ der Forschung durch die öffentliche Hand verpflichtete, aber auch die Wirtschaft um diese bat. Die derzeitige Zahl von rund 60.000 Forschern in Österreich will Schüssel in den nächsten Jahren auf 100.000 steigern, vor allem auch, indem mehr Frauen für diesen Bereich begeistert würden.

„Sehr flott unterwegs“ sieht Gorbach die Forschung in Österreich. Mit einer Forschungsquote von 2,43 Prozent liege man deutlich über dem EU-Schnitt, und Österreich sei „eines der wenigen Länder, die das Barcelona-Ziel von einer Quote von drei Prozent bis 2010 erreichen können“.

Für FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth ist das „Haus der Forschung“ das „Innovationssystem in einer Nussschale“. In dem Haus würden unzählige Kommunikationsstränge aus allen Einrichtungen zusammenlaufen, die sich mit Forschung und Entwicklung beschäftigen. Zwischen den Fördereinrichtungen sollen kurze Kommunikationswege und ein intensiverer Gedankenaustausch ermöglicht und Synergien realisiert werden. Für FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner schärft das gemeinsame Dach zudem „den Blick auf das Gesamtsystem Forschung“.

Auf den „Cafeteria-Effekt“ hofft FWF-Präsident Christoph Kratky im „Haus der Forschung“: „Viele wissenschaftliche Durchbrüche fanden nicht in den Labors, sondern in den Cafeterias nebenan statt“, erwartet sich Kratky neue Ideen für die Forschungsförderung.

Das von der Planungsgemeinschaft Neumann und Partner sowie Mascha und Seethaler entworfene Gebäude mit einer Nutzfläche von 7.500 Quadratmetern hat den Bauherrn Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) rund 13,5 Mio. Euro gekostet. Insgesamt arbeiten 300 Personen im „Haus der Forschung“. Größter Mieter ist die FFG mit mehr als 3.800 Quadratmeter, gefolgt vom FWF mit knapp 1.500 Quadratmetern. Neben den vier Fördereinrichtungen sind die einzigen „echten“ Forscher in dem neuen Gebäude die 17 Mitarbeiter des Instituts für Technologie- und Regionalpolitik der steirischen Forschungsgesellschaft Joanneum Research.

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