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Haft für Randalierer von Wiener Corona-Station

Der Mann erhielt vier Jahre Haft.
Der Mann erhielt vier Jahre Haft. ©APA
Ein 27-jähriger Iraker stand heute in Wien vor Gericht, weil er in der Corona-Station des Krankenhauses Hietzing das Spitalspersonal verletzt haben soll. Er erhielt vier Jahre Haft.

Der Mann, der im Mai auf der Covid-19-Verdachtsstation des Krankenhauses Hietzing randaliert hat, ist im Sinne der Anklage zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der bereits vorbestrafte 27-Jährige zeigte sich nur teilweise geständig, die Zeugen belasteten den Iraker jedoch übereinstimmend. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

In der Unterkunft des 27-Jährigen waren Coronafälle aufgetreten, weshalb der Mann zunächst in die Messehalle gebracht wurde, um ihm dort zu testen und das Contact Tracing vorzunehmen. "Ich dachte, ich bin infiziert. Ich habe meinen Vater angerufen und um Verzeihung gebeten", sagte der Beschuldigte. "Ich habe mich verabschiedet." Er wollte sich das Leben nehmen und trank Benzin seines Feuerzeugs.

Mann verletzte Krankenhauspersonal

Er wurde daraufhin auf eine Abteilung des Krankenhauses Hietzing gebracht, die sich um psychisch kranke Corona-Verdachtsfälle kümmern. Von Anfang verhielt sich der Mann laut Anklage in der Isolation aggressiv und auffällig. Zwei der SARS-CoV-2-Tests waren bereits negativ, er musste jedoch laut Vorschrift auf den dritten negativen Test warten, bevor er entlassen werden konnte.

Am 9. Mai kam es zum ersten tätlichen Angriff. Der Iraker randalierte in seinem Zimmer, warf mit Tellern herum und verrückte Möbel. Zwei Ärzte, ein Pfleger, eine Krankenschwester sowie ein Security zogen entsprechende Schutzausrüstung an und betraten das Zimmer. Sie versuchten, den 27-Jährigen zu fixieren, doch dieser wehrte sich heftig, trat und schlug auf die Krankenhausmitarbeiter ein. Einer Ärztin spuckte er absichtlich ins Gesicht, dem Krankenpfleger schlug er mit voller Wucht mit der Faust in den Genitalbereich. Der Mann konnte vor Schmerzen nicht mehr weiterarbeiten und musste in medizinische Behandlung.

Angeklagter bestritt Anschuldigungen

Der Beschuldigte bestritt, absichtlich hingeschlagen zu haben. Der Pfleger habe ihm das Handy wegnehmen wollen, weil er gefilmt habe, und habe ihm dabei die Hand verdreht. Dabei sei es unabsichtlich zu dem Schlag gekommen. "Meiner Meinung nach war das gezielt", sagte allerdings der Pfleger im Zeugenstand.

Vier Tage später erfolgte der nächste Übergriff. Nachdem sich der 27-Jährige weigerte, seine Medikamente zu nehmen, gingen erneut zwei Ärzte, zwei Pfleger und der Sicherheitsmann in Schutzausrüstung in das Zimmer. Doch der Beschuldigte bewaffnete sich mit einem Buttermesser mit einer 22 Zentimeter lange Klinge und stellte sich hinter die Tür. Als diese geöffnet wurde, stach er drei Mal Richtung Security, der den Hieben gerade noch ausweichen konnte. Die Spitalsmitarbeiter drückten die Tür wieder zu, um sich so vor dem Angriff zu retten. Auch in dem Fall bestritt der Beschuldigte, hingestochen zu haben. Er habe sich das Messer an den Hals gehalten, um sich zu töten.

Laut der psychiatrischen Gutachterin Sigrun Roßmanith war der Angeklagte zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig. "Auch wenn er zurechnungsfähig war, heißt das nicht, dass er psychisch gesund war", meinte sein Anwalt.

(APA/red)

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