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Grätzel-Festival Soho in Ottakring startet am 12. Mai 2012

Projekte wie die CommonsWerkstatt im Visionenhotel finden während des Soho-Festivals in Ottakring statt.
Projekte wie die CommonsWerkstatt im Visionenhotel finden während des Soho-Festivals in Ottakring statt. ©Milena Krobath
Alle zwei Jahre hält das Grätzel-Kunst-Festival "Soho" Einzug in Ottakring. Heuer finden unter dem Motto "Unsicheres Terrain" vom 12. bis 26. Mai zahlreiche Projekte und Aktivitäten statt - auch über die Bezirksgrenzen hinaus.
Soho in Ottakring 2011

Parkbank-Schlafen und Beisl-Performances stehen beim Wiener Grätzel-Kunst-Festival “Soho in Ottakring” auf dem Programm. Das Motto bezieht sich nicht nur auf einen gesamtgesellschaftlichen Zustand, “sondern leider auch unsere eigene ökonomische Basis”, wie Wolfgang Schneider, einer der Organisatoren, im Gespräch mit der APA anmerkt.

Das Jahresbudget von knapp 120.000 Euro reiche nur dank weitgehender Selbstausbeutung für die Vielzahl an Aktivitäten. Bis 26. Mai gibt es Ausstellungen und Aktionen von über 100 Künstlern. Dabei lässt man mehrfach die Bezirksgrenzen hinter sich. So wird etwa das Hernalser Etablissement Gschwandner, aber auch das Admiral-Kino in Neubau bespielt. “Sogar einen Flashmob in der Innenstadt soll es geben”, so Schneider.

Parkbank-Schlafen im Gemeindebau

Eine der ungewöhnlichsten und zugleich zum Festival-Motto passendsten Aktionen findet in Sandleiten am Nordost-Rand Ottakrings statt, wo in Kooperation mit dem EU-Projekt “Cultural Acupuncture Treatment For Suburbs” (CULBURB) verschiedene künstlerische Akupunktur-Behandlungen im Gemeindebau vorgenommen werden.

So setzen etwa Sylvia Winkler und Stephan Köperl abenteuerlustige Besucher auf “Die sichere Bank”: “Sie laden ein, eine Nacht auf einer öffentlichen Bank zu verbringen – unter Aufsicht eines professionellen Sicherheitsdienstes”, erklärt Schneider. “Ich bin sehr neugierig, wer sich dafür anmeldet.”

Fotografisch wird Soho in Orrakring von Krisztina Erdei

Zu den als Special Guests eingeladenen internationalen Künstlern zählt die ungarische Fotografin Krisztina Erdei, die nicht nur das Festival fotografisch begleiten wird, sondern mit Foto eines Luft-Schiffes Soho in Ottakring ein ungewöhnliches Voraus-Sujet geliefert hat: Einem aufblasbaren Riesen-Dampfer scheint gerade die Luft auszugehen. “Wir haben das Foto schon vor der Havarie des Kreuzfahrtschiffes vor der italienischen Küste ausgewählt, aber die Ereignisse haben uns und unser Motto quasi bestätigt”, sagt Schneider.

Vielfältige Projekte begleiten das Grätzel-Festival

Die Projekte reichen von einer als Boulevard-Blatt getarnten Zeitung mit fortschrittlichem Inhalt (“Regendering Media” von Hansel Sato) bis zu einer Klang-Rauminstallation, in der Tweets zum “arabischen Frühling” sicht- und hörbar gemacht werden. “Sinnliche Performances” werden für das Projekt “Entree Main Course Dessert”, bei dem Künstler aus Tschechien und Norwegen Ottakringer Beisln subversiv unterwandern, ebenso angekündigt wie für das Projekt “100 Jahre Freudenrequiem”, bei dem taiwanesische Geschichte und Kultur mit den Hier und Jetzt verbunden werden soll. Die Künstler aus Taiwan geben auch Workshops und sind Teil der am Samstag ab 18 Uhr am Yppenplatz stattfindenden großen Eröffnung.

Festival seit 1999 erfolgreich

Hier, im Gebiet um den Brunnenmarkt, in dem der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund extrem hoch ist, wurde 1999 von Künstlerinnen und Künstlern das Kunst- und Stadtteilprojekt initiiert. “Damals galt es als Slum. Mittlerweile ist es eines der florierendsten Gebiete Wiens geworden”, sagt Schneider. Die Stadt habe mit EU-Hilfe außerordentlich viel Geld in Sockelsanierungen investiert, aber auch Soho in Ottakring habe sicher dazu beigetragen, die Attraktivität des Gebiets zu erhöhen.

Kritiker sprechen bereits von Gentrifizierung, also der Verdrängung der ursprünglichen Bewohner durch Vertreter wohlhabenderer Schichten. “Jede urbane Dynamik wird hierzulande mit diesem Begriff gleich schlecht gemacht”, ärgert sich Schneider, der allerdings zugibt, dass mehr vom Nebeneinander als vom Miteinander der Kulturen gesprochen werden müsse.

Soho in Ottakring ist weit über den Bezirk hinausgewachsen

Auch Soho in Ottakring hat sich in den 14 Jahren seines Bestehens verändert: Seit dem Vorjahr gibt es einen Ganzjahresbetrieb mit laufenden Kunstprojekten, während das Festival selbst nur noch im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgetragen wird. Dafür ist man längst über einfache Bespielung leerstehender Geschäfte hinausgekommen. Eine Jury, die heuer aus dem Künstler und DJ Fatih Aydogdu, der Filmemacherin Nathalie Borgers und der Architektin Inge Manka bestand, sorgt für eine professionelle Auswahl der Projekte. Längst kann nämlich nur ein kleiner Teil der Einreichungen realisiert werden.

 Soho in Ottakring findet vom 12. bis 26. Mai jeweils von Mittwoch bis Sonntag von  17 bis 22 Uhr statt. Das genaue Programm für jeden Veranstaltungstag findet sich online. (APA)

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