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Gottesdienste finden künftig mit Abstand und Ordnerdiensten statt

Bei der Umsetzung der Vorgaben vertraut man auf die Religionsgemeinschaften.
Bei der Umsetzung der Vorgaben vertraut man auf die Religionsgemeinschaften. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die Wiederaufnahme von Gottesdiensten wird ab dem 15. Mai mit strengen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen, die vor allem für kleinere Kirchen deutliche Einschränkungen bringen.

Gotteshäuser aller Religionsgemeinschaften dürfen ab 15. Mai wieder öffnen. Das aber mit Beschränkungen, wie Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) und der katholische Kardinal Christoph Schönborn am Donnerstag bekannt gaben.

Mindestabstände, Besucherlimits & Ordnerdienste in Gotteshäusern

Pro 20 Quadratmeter wird nur ein Besucher zugelassen, zudem gelten Mindestabstände von zwei Metern. Ordnerdienste sollen den Einlass der Gläubigen kontrollieren. Die Kommunion in christlichen Kirchen dürfte vorerst nicht in der gewohnten Form stattfinden.

Die gemeinsam mit der Regierung getroffenen Regelungen seien mit allen 16 in Österreich anerkannten Religionsgemeinschaften akkordiert, betonten Raab und Schönborn, der stellvertretend für alle Glaubensrichtungen auftrat.

Keine Kontrollen: Umsetzung durch Religionsgemeinschaften

Laut der Kultusministerin wird es dazu aber keine gesetzlichen Vorgaben oder staatliche Kontrollen geben. Für die Umsetzung seien die Religionsgemeinschaften zuständig, denen man diesbezüglich vertraue.

Regeln für Hochzeiten und Begräbnisse wie bisher

Für Hochzeiten im Freien und Begräbnisse sollen weiterhin die bisherigen Regelungen für Veranstaltungen gelten, sagte Kultusministerin Susanne Raab. In beiden Fällen darf nur der "engste Familienkreis" zugegen sein. Allerdings werde man sich auch die in einer "Gesamtschau" aller Maßnahmen ansehen.

Wie die jeweiligen Gottesdienste ab 15. Mai genau ablaufen sollen, werden sich die Religionsgemeinschaften in den kommenden Tagen anschauen, sagte der katholische Kardinal Christoph Schönborn stellvertretend für alle anerkannten Glaubensgemeinschaften. Dabei werde es sehr viel Umsicht und Kreativität brauchen, sagte er für seine Kirche. "Es wird noch dauern, bis das religiöse Leben in unserem Land wieder eine gewohnte Form annehmen kann."

Keine Schutzmasken für Priester vorgesehen

Die liturgische Ordnung katholischer Gottesdienste bleibe voll bestehen, sagte Schönborn. Schon jetzt würden viele Menschen, die Gottesdienste nicht besuchen können, die Messe etwa über Fernsehen, Radio oder Livestream verfolgen. Auch diese könnten physisch keine Kommunion empfangen. Auch die Weihwasserbecken blieben weiter leer. Schutzmasken für Priester werde es aufgrund des herrschenden Abstandes keine geben.

Schwierig vor allem für kleine Gotteshäuser werde es durch die Besucherbeschränkung, die einen Teilnehmer pro 20 Quadratmeter der Gesamtfläche vorsieht. Für den Stephansdom würde dies etwa 120 Besucher bedeuten, manche kleine Kirchen am Land müssten allerdings mit einer einstelligen Besucherzahl auskommen. Die Platzvergabe sei dabei eine "heikle und schwierige Frage". Menschen in schlechtem gesundheitlichen Zustand werde man etwa von einem Besuch abraten.

"Gottesdienste werden anders sein, als wir sie bisher kennen"

Raab bedankte sich bei allen Religionsgemeinschaften wie auch bei den Gläubigen für die bisher gute Zusammenarbeit in der Krise. Auch das religiöse Leben werde nun wieder an Fahrt aufnehmen. Dies allerdings mit Bedachtnahme, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern. Die aktuellen Zahlen ließen aber diesen "Schritt in Richtung Normalität" zu. "Die Gottesdienste werden anders sein, als wir sie bisher kennen", meinte sie aber.

"Es geht hier wirklich um den Schutz des Nächsten", betonte auch Schönborn - "es ist praktizierte Nächstenliebe und sie gehört in alle Religionsgemeinschaften". Dabei dürfe man den Blick nicht nur auf Österreich beschränken, handle es sich bei der Pandemie um eine "globalisierte Krise". Es werde aber auch der Tag kommen, wo mit einem "großen Dankfest" im Stephansdom die dortige Riesenorgel wieder eröffnet wird, hofft der Wiener Erzbischof.

215 Messbesucher im Linzer Mariendom erlaubt

Die meisten Gläubigen dürfen mit der ab 15. Mai geltenden 20-Quadratmeter-Regel für öffentliche Gottesdienste an den Messen im Linzer Mariendom teilnehmen. Er ist mit 4.300 Quadratmetern die größte Kirche Österreichs und darf 215 Personen auch in Corona-Zeiten einlassen. Der Stephansdom ist zwar ein wenig höher, aber deutlich kleiner. Mit 3.000 Quadratmetern sind dort 150 Messbesucher zugelassen.

Ebenso groß ist laut Kathpress der Salzburger Dom, auch dort können also 150 Gläubige zur Messe kommen. Der Innsbrucker Jakobsdom hat mit rund 1.000 Quadratmetern Platz für 50 Personen. Im Grazer Dom sind es bei rund 840 Quadratmetern höchsten 42. Noch kleiner ist der St. Pöltner Dom mit etwas über 700 Quadratmetern, das bedeutet 35 Messbesucher. Der Dom in Klagenfurt und die Georgskathedrale in Wiener Neustadt sind 600 Quadratmetern groß, womit 30 Personen nach der Corona-Regelung zum Gottesdienst kommen dürfen.

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(APA/Red)

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