"Gehsteigoffensive"-Forderung: Drittel der Wiener Gehsteige laut VCÖ zu schmal

Laut VCÖ sind viele Gehsteige in Wien zu schmal
Laut VCÖ sind viele Gehsteige in Wien zu schmal ©APA (Sujet)
Im Zuge der Einführung des flächendeckenden Parkpickerls werden Rufe seitens des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) laut, was ein anderes Problem in Wien betrifft: Die Forderung nach einer "Gehsteigoffensive" wurde geäußert.
Parkpickerl für ganz Wien
Corona-Boom beim Zu-Fuß-Gehen

Ein Drittel der Gehsteige in Wien ist zu schmal. Davon ist jedenfalls der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) überzeugt, der eine entsprechende Berechnung angestellt hat. Gefordert werden nun Verbreiterungen, um die Situation zu verbessern. Anlass für diese "Gehsteigoffensive" könne die Einführung der flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung sein, hieß es. Denn durch diese sinke der Bedarf an Pkw-Abstellplätzen.

Viele Gehsteige schmäler als Planungsrichtlinien vorsehen

Laut VCÖ sind viele Gehwege schmäler als die offiziellen Planungsrichtlinien als Mindestbreite vorgeben. Die Vorgaben des RVS (Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen, Anm.) führen als Mindestbreite für einen Gehsteig demnach zwei Meter an. Ein Drittel der Flächen würden diese Vorgaben in Wien nicht erfüllen, hieß es. In Liesing sind es laut den VCÖ-Berechnungen sogar über 60 Prozent, in Hietzing mehr als die Hälfte.

"In zu vielen Straßen wird sogar abgestellten Autos mehr Platz gegeben, als den Menschen, die zu Fuß mobil sind. Wer beispielsweise mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl unterwegs ist, weiß, was zu schmale Gehsteige bedeuten. Dazu kommen häufig Verkehrsschilder, Stromkästen oder Mistkübeln, die den Platz am Gehsteig noch mehr einengen. Mit der flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung muss der frei werdende Platz genutzt werden, um zu schmale Gehsteige rasch zu verbreitern", forderte Michael Schwendinger vom VCÖ.

Mobilitätsverhalten bewegt sich in Richtung mehr Fußgänger

Wie wichtig mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger sei, zeige auch das Mobilitätsverhalten, wird betont. Bereits 2019, also noch vor Corona, legten die Wienerinnen und Wiener mit 28 Prozent mehr Wege in Wien zu Fuß zurück als mit dem Auto (27 Prozent). Und im Jahr 2020 stieg der Anteil des Gehens gemäß VCÖ-Angaben sogar auf den bisherigen Höchstwert von 37 Prozent, während der Autoanteil bei 27 Prozent stagnierte. Als überdurchschnittlich hoch wird der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege bei älteren Menschen ausgewiesen.

VCÖ: Nehmen Parkplätze zu viel öffentlichen Raum ein?

Generell hat der VCÖ Zweifel, ob in Wien nicht zu viel öffentlicher Raum abgestellten Autos überlassen wird. Insgesamt gebe es über 470.000 Pkw-Abstellplätze im Straßenraum, hieß es. In Paris mit 2,2 Mio. Einwohner seien es nur 134.000. Diese würden außerdem bis zum Jahr 2025 um fast 70.000 auf die Hälfte reduziert.

(APA/Red)

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