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Gastronomie will "Worst Case"-Datum für Öffnung

Die Gastronomie hat nun bald das fünfte Monat geschlossen.
Die Gastronomie hat nun bald das fünfte Monat geschlossen. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Nach den spärlichen Ergebnissen des Corona-Gipfels fordert die Gastronomie nun ein Öffnungsdatum von der Regierung - wenigstens für das "Worst Case"-Szenario.
Maßnahmen für Ostösterreich geplant
Keine Lockerungen oder Verschärfungen

Die Regierung hat am Montag weitere Öffnungsschritte offengelassen. Für die Gastronomie, die bald das fünfte Monat geschlossen hat, sehr unbefriedigend. "Wir brauchen eine Perspektive mit einem Öffnungsdatum" sagte Gastro-Obmann Mario Pulker nach der Regierungs-PK zur APA. Wenigstens ein "Worst Case"-Szenario, also das späteste Öffnungsdatum im schlimmsten Fall, sollte feststehen. "Das kann man schon von der Regierung verlangen", so Pulker.

Gastro-Mitarbeiter schulen bereits auf andere Berufe um

Dann könnte sich die Branche darauf einstellen, bis wann die Durststrecke dauern könnte. Abgesehen davon bereite der Branche Sorge, dass das Arbeitsmarktservice zunehmend Mitarbeiter auf andere Berufe umschule, sagte Pulker. Die Behaltefrist laufe aus und Mitarbeiter in Kurzarbeit kündigen, weil sie keine Perspektive mehr in der Gastronomie oder auch der Hotellerie sähen. Pulker erzählt von einem Mitarbeiter, dem vom AMS ein 18-monatiger Sprachkurs angeboten worden sei. Sollte die Branche in nächster Zeit öffnen, würde dieser wohl nicht zur Verfügung stehen. Dabei gebe es ohnehin einen Facharbeitermangel in der Branche.

"Außerdem werden wir unbedingt noch weiter Unterstützung brauchen, weil sonst wird das die Branche nicht überleben", stellte Pulker klar. Der vergünstigte Mehrwertsteuersatz von 5 Prozent müsse auch nächstes Jahr noch gelten. Auch die Umsatzersätze müssten verlängert werden, auch für das 13. und 14. Gehalt. "Da liegt vieles im Detail noch verborgen", warnt Pulker.

WKÖ-Spitze fordert Perspektive für geschlossene Betriebe

Auch wenn die Forderungen andere sind, war Pulker von der heutigen Ankündigung der Regierung, die keine konkreten Öffnungen in Aussicht gestellt hat, nicht überrascht. "Wir sind ja nicht weltfremd", so Pulker. Man sehe ja die steigenden Infektionszahlen und Auslastung der Krankenhausbetten. Aber es gebe viel Unverständnis in der Branche, warum man trotz Sicherheitskonzepten nicht aufsperren dürfe, während sich Menschen Essen für große Gruppen nach Hause bestellen oder gemeinsam einkaufen gehen. "Man wird in Vorarlberg sehen, dass wir nicht die Infektionstreiber sind", erwartet Pulker.

WKÖ-Präsident Harald Mahrer und WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf forderten erneut eine Perspektive für die geschlossenen Betriebe. "Wir brauchen einen verlässlichen Plan und klare Kriterien für ein schrittweises Wiederhochfahren jener Bereiche der Wirtschaft, die noch immer nicht öffnen dürfen", so die beiden Wirtschaftskammer-Vertreter in einer Aussendung am Montagabend. Das Beispiel Vorarlberg zeige, dass "eine schrittweise Rückkehr zur Normalität bei sorgfältiger und konsequenter Nutzung der vorhandenen Werkzeuge wie regelmäßigem Testen, FFP2-Masken und den Sicherheitskonzepten der Betriebe möglich" sei, sagte Mahrer.

Handel über Ausbleiben von Verschärfungen erleichtert

Die Händler sind mit dem Ausgang des Bund/Länder-Gipfels zufrieden. "Der Handel ist erleichtert, dass es zu keinen Verschärfungen kommt", so WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik. Damit sei "das für den Handel so wichtige Ostergeschäft" gerettet.

(APA/Red)

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