Gastronomie/Hotellerie: "Schmerzhafter Schritt für uns"

Zum Lockdown: "Wirtschaftliches Überleben der Betriebe muss sichergestellt werden".
Zum Lockdown: "Wirtschaftliches Überleben der Betriebe muss sichergestellt werden". ©APA/GEORG HOCHMUTH
Gastronomie und Hotellerie empfinden den dritten Lockdown in ihren Branchen als einen "schmerzhaften Schritt".
Regierung verkündet 3. Lockdown

Die Branche gehe damit in den sechsten Lockdown-Monat und eine ungewisse Zukunft. Vielen Betrieben fehle ein halbes Jahr an Umsatz, viele stünden mit dem Rücken zur Wand und wüssten nicht, wie es weitergeht. Unbedingt müsse das wirtschaftliche Überleben der Hotellerie und Gastronomie sichergestellt werden, fordern die zuständigen WKÖ-Fachverbände.

Neben Planungssicherheit seien dringend weitere Unterstützungsmaßnahmen notwendig, betonten die Obleute der Fachverbände Hotellerie und Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler und Mario Pulker, am Freitagabend in einer Aussendung- nach Bekanntgabe der Lockdown-Verlängerung durch die Regierung.

WKÖ: Freitesten bietet Unternehmen eine gewisse Perspektive

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer begrüßt die Möglichkeit, sich im neuerlichen harten Lockdown für Besuche in Gastronomie, Handel und Kultur freitesten zu können. "Bevor alle Geschäfte und Gasthäuser zusperren, lassen wir doch diejenigen rein, die einen negativen Test vorweisen. Das Freitesten bietet den Unternehmen eine gewisse Perspektive und schafft ein Stück Freiheit für die Menschen", so Mahrer in einer ersten Reaktion auf die neuen Maßnahmen der Bundesregierung.

In Summe sei dieser dritte Corona-Lockdown aber besonders schmerzlich und müsse entsprechend abgefedert werden. Unterstützung fordert die Wirtschaftskammer (WKÖ) dabei auch für Zulieferer und andere indirekt betroffene Betriebe. Und sie erinnert daran, dass sich Betriebe nicht "wie ein Lichtschalter ein- und ausschalten lassen".

"Wichtig ist, dass die Produktion aufrecht bleibt"

Wie die WKÖ spricht auch die Industriellenvereinigung (IV) am Freitagabend von "schmerzhaften" Maßnahmen, die nun aber nötig seien. "Wichtig ist, dass die Produktion aufrecht bleibt und das Land am Laufen halten kann. Ein dringend notwendiges Signal ist zudem die Ankündigung, künftig verstärkt und nachhaltig auf Teststrategien zu setzen", betonte IV-Präsident Georg Knill. Die Möglichkeit, durch eine Testung die Corona-Beschränkungen zu verringern, sei der richtige Ansatz - "wenn die Strategie umsichtig und mit allen digitalen Möglichkeiten umgesetzt werden".

Der erneute Wechsel ins Distance Learning sei "bedauerlich". "Das regelmäßige Schließen der Wirtschaft und Schulen kann und darf nicht länger Mittel der Wahl für den Kampf gegen die Corona-Pandemie sein. Damit verbauen wir uns langfristig jegliche Zukunftschance", betonte Knill.

(APA/Red)

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