Gastro & Co. ohne Hoffnung auf baldige Öffnung

Die Gastro hat seit Anfang November praktisch geschlossen.
Die Gastro hat seit Anfang November praktisch geschlossen. ©APA
Die Gastronomie rechnet nicht mit einer baldigen Öffnung. Wegen der neuen Mutation seien Lockerungen unwahrscheinlich, man blicke eher in den April oder auf Pfingsten.

Gastronomie und Hotellerie in Österreich rechnen trotz der für Montag avisierten Bekanntgabe möglicher neuer Perspektiven durch die Politik nicht mit baldigem Aufsperren. "Die Regierung denkt offenbar nicht daran, dass Anfang März etwas öffnen könnte", hieß es am Freitag aus der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) zur APA. Die Gesundheitspolitik würde dafür angesichts der Corona-Infektionszahlen und der Mutation in Tirol auch keine große Zustimmung erhalten, sagt man dort.

"Ich fürchte, es wird wohl Ostern werden, obwohl die Hotels heute schon bereit wären und gerne unbedingt aufsperren würden", meinte ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer am Nachmittag zur APA: "Wir sprechen uns natürlich für eine zeitnahe Öffnung aus", allerdings könnte es vielleicht wohl ein Termin erst nach Ostern werden. Die Branche benötige Planungssicherheit und eine Perspektive. Alle würden lernen müssen, irgendwie mit Corona zu leben. Deshalb habe man ein "Safety First"-Sicherheitskonzept entwickelt, damit sich ein Öffnen der Hotels mit der Pandemie vertrage.

Gastro-Öffnung gegen Trübsinnigkeit

Jedenfalls brauche die heimische Gastronomie jetzt eine Zukunftsperspektive, nämlich unter welchen Voraussetzungen wieder aufgemacht werden könne und ob die Branche dazu gemeinsam mit der Politik neue Strategien entwickeln müsse, so der Obmann des Fachverbands Gastronomie, Mario Pulker: "Denn die Menschen werden uns trübsinnig. Wenn die Gastronomie öffnet, wird es einen neuen Schub geben." Am Montag "könnte der Kanzler Ja sagen, ob die Gastronomie weiter zubleibt oder mit 1. März aufgesperrt wird".

Von der Idee des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ), unter der Woche die Gastronomie aufsperren zu lassen, sie aber an den Wochenenden weiter zuzulassen, hält Pulker nichts: "Das ist eine Schnapsidee." Für die Dorfgasthäuser wäre das der Ruin, "die leben vom Wochenende", so Pulker zur APA. Öffnungsschritte sollten immer eine Bundesangelegenheit sein.

April oder Pfingsten im Gespräch

Gastronomie und Hotellerie haben im Wesentlichen seit Anfang November zu. Die Gastro darf nur Take-away und Lieferdienste anbieten, die Beherberger nur beruflich Reisende aufnehmen. Bei der ÖHV will man auf ein Öffnen ab Anfang März "nicht wetten", und man erinnerte am Freitag an jüngste Aussagen von Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner: "Vor April oder sogar Pfingsten wird es im Wiener Tourismus kein nennenswertes Geschäft geben", hatte dieser erst vorige Woche erklärt.

(APA/Red)

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