Für Dreifachgeimpfte sollen lockerere Quarantäne-Regeln gelten

Die Booster-Impfung soll laut Szekeres auf die Quarantäne-Regeln Einfluss haben.
Die Booster-Impfung soll laut Szekeres auf die Quarantäne-Regeln Einfluss haben. ©APA/HANS PUNZ
Weil dreifach geimpfte Menschen auch vor der Omikron-Variante "gut geschützt" sind, plädiert die Ärztekammer für eine lockerere Quarantäne-Regelung im Falle eines Kontakts.

Die Ärztekammer will für Dreifachgeimpfte Erleichterungen bei den strengen Corona-Quarantäneregeln, die im Falle eines Kontakts mit Omikron-Infizierten gelten. All jene, die bereits den "Booster" abgeholt haben, sollten dann nicht generell als K1- sondern als K2-Kontaktpersonen gelten oder sich nach fünf Tagen freitesten können.

Ärztekammer für lockerere Quarantäne für Dreifachgeimpfte

Die Ärztekammer betonte in einer Aussendung, die Studienlage würde "immer deutlicher" zeigen, dass dreifach geimpfte Menschen auch vor der Omikron-Variante des Coronavirus "gut geschützt" sind. Der Schutz sei zwar nicht ganz so groß wie bei der Delta-Variante, mit einer Booster-Impfung betrage die Schutzwirkung aktuellen Studien zufolge aber immer noch "sehr gute 75 Prozent", so die Präsidenten der neun österreichischen Landesärztekammern in einer gemeinsamen Stellungnahme. Der Schutz gegen schwere Verläufe und Hospitalisierung dürfte "noch deutlich größer sein".

Dies müsse sich auch bei den geplanten Quarantäneregeln widerspiegeln, verwies die Ärztekammer auf die - strengen - Empfehlungen des Gesundheitsministeriums. Laut diesen sollen ja all jene Personen, die Kontakt mit einem Omikron-Infizierten hatten, automatisch als K1-Kontaktperson gelten. Das bedeute 14 Tage Quarantäne ohne die Möglichkeit, sich freizutesten.

K2-Regelung als weitere Motivation für Drittstich

"Das erscheint uns zu streng und würde darüber hinaus Ärztinnen und Ärzte gerade jetzt in ihrer Arbeit über Gebühr behindern", sagte Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres. "Auch bei Omikron sollten dreifach geimpfte Menschen entweder von vornherein als K2-Kontaktpersonen gelten oder wenigstens die Möglichkeit bekommen, sich nach fünf Tagen freizutesten - so wie es bisher für Geimpfte bei der Delta-Variante war."

Schließlich gelte es gerade jetzt, die Menschen von den Vorteilen der COVID-Schutzimpfung und besonders auch der dritten Impfung zu überzeugen, betonen die neun Präsidenten. "Wir brauchen hier Differenzierung und diese ist auch von der wissenschaftlichen Datenlage ausreichend gedeckt", so Szekeres, der auch auf die Motivation für den "dritten Stich" verwies.

Strenge Kontakt-Regel laut Hacker wohl maximal vier Wochen

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) sagte zuvor im Ö1-"Morgenjournal", er gehe davon aus, dass die strengen Quarantäneregeln bei Omikron ohnehin "keine lange Phase sein" werde. Die Erfahrungen würden dafür sprechen, dass diese Regelung "nach zwei, drei, maximal vier Wochen" vorbei sein werde. "Und dann hat diese Form der Quarantäne keinen Sinn mehr", meinte er. "Wenn wir dann einmal bei Hunderten Fällen sind, dann macht es keinen Sinn mehr (die strenge K1-Regel, Anm.)".

Mit Blick auf die Weihnachtsfeiertage sagte Hacker, klar sei, dass "die Weihnachtszeit in dieser Phase immer ein bisserl ein Dilemma ist". Es sei gut und solle auch so sein, dass sich die Menschen treffen, wichtig sei, "dass wir begleitende Schutzmaßnahmen zur Verfügung stehen haben". In Wien stehe das PCR-Testsystem zur Verfügung: Er könne nur empfehlen, dass man vor Treffen mit der Familie oder den Liebsten einen PCR-Test vornimmt.

Foitik warnt vor zahlreichen Ausfällen durch Omikron

Der Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes, Gerry Foitik, sagte im Ö1-"Mittagsjournal", die strengere Quarantäne-Regel sei in einer Phase einer großen Unsicherheit eine "zusätzlich Sicherheitsmaßnahme", man könnte von "Gürtel und Hosenträger gemeinsam" sprechen. Ziel sei es, am Anfang einer Entwicklung diese möglichst aufzuhalten oder zu verlangsamen. Später werde das nicht mehr aufrecht zu erhalten sein und sei dann auch nicht notwendig. Er gehe nicht davon aus, dass durch die Quarantäne-Maßnahmen zu viele Menschen dem Arbeitsprozess entzogen werden. Wenn dies passiere, dann weil sich "sehr sehr viele Menschen infizieren". "Dann kann es natürlich passieren, dass zu viele Menschen gleichzeitig für den Arbeitsprozess, für die Gesellschaft nicht zur Verfügung stehen." Darauf müsse man sich vorbereiten, insbesondere die Betreiber der kritischen Infrastruktur.

(APA/Red)

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