Frühlingsdiäten im Check: Jetzt heißt es schlau sein!

Schock? Wenn es einem nach dem Winter auf der Waage die Zehennägel aufrollt, wird es Zeit für die vielen Frühlingsdiäten!
Schock? Wenn es einem nach dem Winter auf der Waage die Zehennägel aufrollt, wird es Zeit für die vielen Frühlingsdiäten! ©Bilderbox
Der Schrei nach diversen Frühlingsdiäten kommt spätestens dann, wenn die Sonne das erste Mal spürbar durch die Wolkendecke blinzelt. Viele probieren dann schon mal tentativ Badehose und Bikini an - und sind schockiert ob des einengenden Winterspecks. Dann muss eine Diät her, und zwar schnell!

Dass die Blitzdiäten diverser Hochglanzmagazine nicht den gewünschten Erfolg bringen, sollte sich herumgesprochen haben. Dafür gibt es einige Gründe, die wir hier kurz anreißen wollen:

Frühlingsdiäten und der Jo-Jo-Effekt

Alle, die schon mal auch nur ein Kilo zu viel auf der Waage hatten, kennen es: Kaum hungert man sich in heroischer Ignoranz von Cola, Schokolade und Schweinebraten mühsam drei Kilo runter, sind bei der übernächsten Abwaage sechs wieder oben. Der Auslöser dafür ist klar definiert: Bekommt der Körper nicht, was er zum Funktionieren braucht, schlagen unsere Urzeit-Instinkte zu. Der Körper geht in eine Art Notfallmodus, der in früheren Zeiten zum Überleben von Hungersnöten gedacht war – und davon lässt er sich auch durch Vorbeispazieren an prall gefüllten Supermarktregalen nicht abbringen.

In dieser Panik rafft er ohne weitere Kontrolle durch das Gehirn alles an sich, was essbar ist. Daneben werden zwar die Fettreserven angegriffen, aber auch das Muskelgewebe. Dadurch sinkt der Grundumsatz, und ‘nach’ den Frühlingsdiäten brauchen wir weniger Kalorien als vorher. Die Folge: Überschüssiges wird angelegt, wir nehmen schneller wieder zu, ohne eigentlich etwas falsch zu machen. Der Körper hat nur gelernt, jetzt mit weniger auszukommen und legt den Rest mit Zinsen an. Und: Es ist erstaunlich, mit wie wenig der Körper auskommen kann. Es ist durchaus möglich, monatelang von unter 1000 Kalorien zu überleben – nur warme Füße oder gar (sportliche) Aktivitäten sollte man dann auch im Hochsommer nicht erwarten.

Schnelle oder langsame Frühlingsdiäten?

Die Frage ist eigentlich überflüssig. Für gelungenes Abspecken eignet sich ausschließlich eine langwierige und oft mit wenig sofort greifbarem Erfolg gekrönte langfristige Ernährungsumstellung in Kombination mit Bewegung. Ja, schon klar, das wollten Sie hier nicht lesen. Sie sind auf der Suche nach der schnellen Lösung. Das ist verständlich und nachvollziehbar, daher bekommen Sie auch eine: Hier klicken! Wollen Sie allerdings vernünftig sein, sollten Sie heuer vielleicht noch eine größere Badehose kaufen und dann erst nächstes Jahr der Star am Gänsehäufl sein. Wollen Sie tatsächlich die Früchte Ihrer Anstrengungen genießen, sollten Sie sämtliche Magazine mitsamt ihren Versprechungen in die Ecke schmeißen und die längerfristige Variante in Betracht ziehen.

G’scheit sein statt Frühlingsdiäten

Das große Gewichtsdrama im Frühling muss nicht sein. Waage und Spiegel hat man nämlich durchaus den ganzen Winter im Haus, ebenso wie den Hausverstand (der echte, weder verwandt noch verschwägert). Dabei muss man nicht einmal auf die traditionelle Weihnachtsschlemmerei verzichten, sondern nur nach den Feiertagen wieder mit Keksen und Co. aufhören. Einige Tage Völlerei sind nämlich vollkommen irrelevant und benötigen dann keine Frühlingsdiäten zur Reparatur winterlicher Figurschäden. Die ‘Reserven’, die wir als so unästhetisch empfinden, werden ausnahmslos längerfristig angelegt. Schlechtes Gewissen nach den Feiertagen muss also nicht sein. Wenn man danach das Gehirn, immerhin größer als der Magen, wieder einschaltet und wieder Vernunft einkehren lässt.

Ein Wort zum Abschluss

Das Kontraproduktivste, was Sie tun können, ist einfach gar nichts essen. Der Notfallmodus für Hungersnöte wurde bereits angesprochen; bei Nulldiät schlägt der noch viel mehr zu und vermasselt Ihnen denn schönsten neuen Bikini ganz kräftig. Es ist vernünftiger, sich einer Mischung aus niederkalorischen und Lebensmitteln, die mehr verbrennen als sie liefern, zu befleißigen und durch regelmäßige Nahrungsaufnahme Hungergefühle erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Autor/Disclaimer

Diese Anleitung und die vorgestellten Diäten sind selbstverständlich keine medizinische Abhandlung und sollte als Lifestyle-Tipps aufgefasst werden. Konkrete, langfristige Diätpläne können ausschließlich von Ihrem Arzt oder Ernährungsberater erstellt werden und müssen laufend überprüft sowie gegebenenfalls angepasst werden. Der Autor dieser Artikel kann allerdings eine gewisse Vertrautheit mit Gewichtsproblemen und ihrer Lösung vorweisen: Nach einem Jahrzehnt der hemmungslosen Völlerei hat er in den vergangenen 2, 5 Jahren rund 135 Kilo abgenommen und ist inzwischen auch ohne Frühlingsdiäten wieder als menschlich zu erkennen.

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