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Frau nach Vergewaltigung in Wien im Koma: Prozess gegen 31-Jährigen vertagt

Zur Anhörung weiterer Zeugen wurde der Prozess vertagt.
Zur Anhörung weiterer Zeugen wurde der Prozess vertagt. ©APA (Sujet)
Weil er eine Frau im Mai 2017 dermaßen brutal vergewaltigt haben soll, sodass sie lebensgefährliche Verletzungen erlitt, stand ein 31-Jähriger am Donnerstag in Wien vor Gericht. Aufgrund weiterer Zeugenvorladungen wurde der Prozess vertagt.
Verdächtiger nach zwei Jahren festgenommen

Mit einer Vergewaltigung, die für die betroffene Frau beinahe tödlich geendet hätte, hat sich am Donnerstag ein Schöffensenat am Landesgericht auseinandergesetzt.

Frau am Heimweg in Wien vergewaltigt und schwer verletzt

Eine Slowakin, die in Wien als 24-Stunden-Pflegerin beschäftigt war, bat am 31. Mai 2017 um 3.00 Uhr in der Früh am Heimweg nach einer Geburtstagsfeier einen unbekannten Mann auf der Straße um eine Zigarette.

Er habe sie dann relativ unvermittelt gefragt, ob sie Sex haben möchte, legte die Staatsanwältin zu Beginn der Verhandlung dar. Als die Frau ablehnte, habe sie der Mann bei einer Baustelle in Wien-Rudolfsheim hinter einen Sichtschutz gezogen und sich an ihr vergangen.

Ohrenzeuge entdeckte blutüberströmte Frau

Ein in der Nähe wohnhafter TU-Angestellter, der bei gekipptem Fenster schlief, wurde vom Lärm, der dabei entstand, munter. Als er sich aus dem Fenster beugte, hörte er eine weibliche Stimme mehrfach um Hilfe schreien. Er zog sich an und ging auf die Straße nachschauen, wo er vor seinem Wohnhaus die blutüberströmte Frau traf. Mit seinem Handy verständigte der Zeuge die Rettung und die Polizei.

Wie sich herausstellte, wies die Frau lebensgefährliche Verletzungen auf. Sie hatte massive vaginale Einrisse erlitten und wäre vermutlich verblutet, hätte der TU-Mitarbeiter nicht zeitgerecht auf ihre Rufe reagiert. Nachdem sie ins Spital gebracht worden war, wurde die Slowakin in künstlichen Tiefschlaf versetzt und intensivmedizinisch behandelt.

Sex war laut 31-Jährigem einvernehmlich

Anhand der DNA-Spuren, die er auf ihrem Longshirt hinterlassen hatte, konnte nach einiger Zeit ein 31-jähriger Familienvater als Tatverdächtiger ausgeforscht und festgenommen werden.

Vor Gericht verantwortete sich der Mann mit serbischen Wurzeln nun mit einvernehmlichem Sex. Er habe der Frau zuerst die Zigarette gegeben und sich "von ihr angezogen gefühlt". Deswegen habe er sie "rundheraus gefragt, ob sie will. Sie hat 'Ja' gemacht mit dem Kopf." Die Frau habe "gewusst, was sie tut". Verletzungsabsicht habe er keine gehabt, bekräftigte Verteidiger Manfred Mahrer. Sein Mandant sei "erotisch aufgegeilt" gewesen.

"Sie hat sich nicht gewehrt", versicherte der Angeklagte, "im Gegenteil, sie hat sich sogar locker gemacht. Sie hat mich sogar umarmt." Auf den Umstand angesprochen, ob er vielleicht zu heftig vorgegangen wäre, reagierte der 31-Jährige entrüstet: "Ich hab' auch mit meiner Frau Sex und es funktioniert! Wir sind seit 13 Jahren zusammen und haben drei Kinder!" Als er bemerkt habe, dass die Frau zu bluten begann, habe er vermutet, sie hätte die Regel: "Deswegen bin ich gegangen. Aber ich bin nicht abgehaut."

Weitere Zeugen vorgeladen: Prozess vertagt

Der Prozess ist auf 21. August vertagt worden. Das Gericht gab einem Beweisantrag von Verteidiger Martin Mahrer Folge, der weitere Zeugen nominierte.

Darunter befindet sich eine Frau, die gehört haben will, wie die angeblich missbrauchte Frau während des inkriminierten Geschehens zum Angeklagten "Wann bist du fertig? Bist du eh schon fertig?" sagte. Für Mahrer deutet dies darauf hin, dass der Sex einvernehmlich stattfand.

(APA/Red)

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