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Frank Stronach bewirbt sein Umweltprogramm für die NR-Wahl

Frank Stronach stellte sein Umweltprogramm vor
Frank Stronach stellte sein Umweltprogramm vor ©APA
Parteichef Frank Stronach meldete sich am Freitag zu einem unverfänglicheren Thema als der von ihm befürworteten Todesstrafe zu Wort: Er hat das Umweltprogramm seiner Partei vorgestellt. Es gehe ihm um eine "bessere Balance zwischen Umwelt und Wirtschaft".
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Der Gründer des Team Stronach hat für sein neues Umweltprogramm zur NR-Wahl 2013 neun Experten versammelt. Die Politik müsse klare Regeln für nachhaltiges Wirtschaften vorgeben, die dann gemeinsam umgesetzt werden könnten, ist sein Credo: “Dadurch, dass ich jetzt in der Politik bin, kann ich das vielleicht mehr forcieren”.

Spezialuniversität zum Thema

Als eine der zahlreichen Maßnahmen schwebt dem Austro-Kanadier eine “Spezialuniversität” vor. Diese solle als “privat-öffentliche” Einrichtung eine Kooperation zwischen Wirtschafts- und Umwelt-Experten ermöglichen. Auf die Frage, ob er selbst diese Uni finanzieren woll, meinte Stronach allerdings: “Ich kann nicht das ganze Land finanzieren” – man müsse sich für dieses Projekt “zusammensetzen”. Seine Mitarbeiterin Kathrin Nachbaur verwies auf Stronachs Kooperation mit der Universität Graz, wo mehrere Lehrstühle finanziert worden waren.

Das Umweltprogramm vom Team Stronach: Themen

Die Uni-Idee ist nur ein Punkt im umfangreichen Konvolut, das heute der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Die Themenpalette reicht von nötigen Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit in der Wirtschaft über “Kreislaufwirtschaft” (zur Ressourcenschonung) bis hin zum Klimawandel. Der “Schutz unserer Kinder”, etwa vor Chemikalien, findet sich ebenso im Programm wie “nachhaltiges Design, Architektur und Städte der Zukunft”. Biologische Landwirtschaft wird hervorgehoben, aber differenziert betrachtet, das Auto soll zu “100% rezyklierbar werden” und auch “Bürgerbeteiligung und starke Demokratie” sind nach Ansicht des Experten-“Boards” wesentliche Nachhaltigkeitsfaktoren.

Diese Experten erstellten das Programm

Erstellt wurde das Umweltprogramm, nach Ansicht Nachbauers “vielleicht das beste einer Partei auf der ganzen Welt”, vom umtriebigen Event-Organisator Georg Kindel. Er setzte mit seiner Agentur “Prima Vista” in den vergangenen Jahren stark auf Öko-Themen. Zu den international tätigen Experten zählen unter anderem der emeritierte Biotechnologie-Professor Anton Moser, der schon für Josef Riegler (ÖVP) und dessen Ökosoziales Forum gearbeitet hat, der Nachhaltigkeitsforscher Alfred Strigl – ebenfalls im Ökosozialen Forum engagiert -, der deutsche Zukunftsforscher Edgar Göll, der Schweizer Klimaforscher Heinz Wanner, der Co-Erfinder des “Cradle-to-Cradle”-Konzepts Michael Braungart oder Mathis Wackernagel vom “Global Footprint Network. Die Anwesenden zeigten sich überzeugt, dass Stronach mit seiner Initiative neue Wege beschreite und betonten mehrmals, er habe ihnen bei ihren Überlegungen völlig freie Hand gelassen.

Friedensnobelpreisträgern wirkte mit

Besonders stolz ist das Team Stronach auf die Mitwirkung von Betty Williams, die sich seit Jahren den Kinderrechten widmet und in den 70er Jahren als Nordirland-Friedensaktivistin mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war. Sie wurde zu den umstrittenen Aussagen Stronachs zur Todesstrafe befragt, wenngleich Kindel betonte, dass dies mitnichten Thema der Pressekonferenz sei.

Williams unterstrich ausdrücklich, sie sei strikt gegen die Todesstrafe: “Warum bringen wir Leute um? Um zu zeigen, dass es falsch ist, Leute umzubringen?” Stronach selbst äußerte sich nicht mehr zum Thema, Kindel verwies auf die Aussagen des Parteigründers in der TV-Konfrontation am Vorabend.

(apa/red)

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