FPÖ verurteilt "Angriffskrieg" auf die Ukraine - übt aber Kritik an Nehammer

Die Wortwahl Nehammers gegenüber Russland könnte laut Fürst (FPÖ) "beleidigend" sein
Die Wortwahl Nehammers gegenüber Russland könnte laut Fürst (FPÖ) "beleidigend" sein ©APA/MICHAEL GRUBER
"Verwerflich und niederträchtig": Die FPÖ hat am Dienstag den Krieg Russlands gegen die Ukraine verurteilt, die Reaktion Österreichs aber kritisiert.
Neutralitäts-Aussage: SPÖ übt Kritik
Nehammer relativiert Aussage

"Es ist verwerflich und niederträchtig, wie die Ukraine angegriffen wurde", sagte Verfassungssprecherin Susanne Fürst in einer Pressekonferenz. Bei den Gegenmaßnahmen sollte man aber bedenken, welche Effekte diese auf Österreich hätten. Bundeskanzler Nehammer (ÖVP) kritisierte Fürst wegen dessen Wortwahl gegenüber Russland, diese sei überschießend und könnte "beleidigend" sein.

FPÖ stößt sich an Nehammer-Aussagen zur Neutralität

Die Kritik der Freiheitlichen gegenüber dem Kanzler bezieht sich vor allem auf dessen Aussagen hinsichtlich der Neutralität, welche Österreich von der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg praktisch aufgezwungen worden sei. "Das ist nicht die ganze Wahrheit, unnötig und beleidigend für die Russen", meinte Fürst dazu. Allgemein solle der Kanzler darauf achten, eher zur Konfliktlösung beizutragen. In den vergangenen Tagen habe er sich stattdessen besonders exponiert. Dies sei "betrüblich" und "empörend".

FPÖ sieht Sanktionen des Westens kritisch

Nehammer gefährde mit seinen Aussagen Österreich aber nicht nur in sicherheitspolitischer Hinsicht, findet Fürst. Auch die Sanktionen des Westens seien kritisch zu sehen. So müsse der Kanzler auch das Interesse Österreichs in den Augen haben. Die meisten Staaten würden dabei ihre eigenen Interessen verfolgen. Bemerkenswert sei, dass man auf der Suche nach alternativer Energieversorgung ausgerechnet in "absolutistische, islamische Staaten mit teils archaischen Strukturen" wie Katar und die Vereinigten arabischen Emirate reist.

Freiheitliche pochen auf ein aufgestocktes Heeresbudget

Weiterhin klar ist für die FPÖ, dass angesichts des Krieges das Heeresbudget aufgestockt gehört. Einen entsprechenden Antrag will Wehrsprecher Reinhard Bösch noch am Dienstag in der Nationalrats-Sondersitzung einbringen. Dabei halte man sich an die Worte von Kanzler Nehammer, wonach die Finanzierung in den kommenden Jahren jeweils ein Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) ausmachen soll.

(APA/Red)

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