FPÖ Salzburg will nach Berg- und Talfahrten bei der Wahl 2018 historische Marke erreichen

Unter Marlene Svazek will die FPÖ Salzburg historisches erreichen
Unter Marlene Svazek will die FPÖ Salzburg historisches erreichen ©APA
Als Achterbahnfahrt könnte man die höchst unterschiedlichen Ergebnisse der Freiheitlichen bei den vergangenen Landtagswahlen in Salzburg beschreiben.
Marlene mag man eben
Manner mag Marlene nicht

Die Geschichte der Salzburger FPÖ war viele Jahre untrennbar mit dem Namen Karl Schnell verbunden. Über zwei Jahrzehnte – und damit so lange wie kein anderer – stand der Pinzgauer Arzt an der Spitze der Partei, ehe er 2015 hinausflog. Nach einer Interimsführung lenkt nun die 25-jährige Marlene Svazek die Geschicke der FPÖ und wird sie am 22. April auch in die Landtagswahl führen.

FPÖ will bei Salzburg-Wahl über 20 Prozent

Die 20-Prozent-Marke wurde bisher aber noch nie erreicht. Bei ihrem ersten Antreten bei einer Salzburger Landtagswahl erreichte die Salzburger FPÖ 1949 – damals noch als Wahlpartei der Unabhängigen (WdU) – mit 18,54 Prozent ihr bisher drittbestes Ergebnis. 1984 stürzte sie erstmals unter die Zehn-Prozent-Marke und landete bei nur mehr 8,73 Prozent. Mit Jörg Haider als “Zugpferd” – er war von 1986 bis 2000 FPÖ-Bundesparteichef – ging es dann wieder rapide bergauf. 1994 erzielte die FPÖ – erstmals unter Landesparteichef Schnell – 19,49 Prozent.

Schnells “Datenklau”-Affäre

Diesem Erfolg sollten Krisenjahre folgen: 1997 wurde Schnell als Folge der “Datenklau”-Affäre als Landesrat abgewählt. Im Jahr danach kam es auch in der Landespartei zum totalen Zerwürfnis: Mehrere Mitglieder wollten Schnell als Obmann des Landtagsklubs absetzen. Dieser fühlte sich dabei von Haider nicht ausreichend unterstützt, warf das Handtuch und attestierte dem Parteichef Führungsschwäche – woraufhin Haider die Absetzung sämtlicher Funktionäre der Salzburger FPÖ verfügte und die Partei unter Kuratel der Bundespartei stellte. Der späteren Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, die den Gewaltakt vollzog, verpasste Schnell den Spitznamen “Königskobra”. Ein öffentlicher Kniefall vor Haider rettete ihn schließlich: Zehn Tage nach seinem Rücktritt nahm er wieder seinen Platz an der Salzburger FPÖ-Spitze ein.

Die Wähler ließen diese Turbulenzen in der FPÖ aber offenbar kalt: 1999 fuhr sie mit 19,58 Prozent ihr historisch bestes Ergebnis ein. Danach ging es für die FPÖ in Salzburg aber wieder steil bergab. 2004 – damals war der Wahlkampf völlig auf das Rennen Schausberger (ÖVP) gegen Burgstaller (SPÖ) fokussiert und beide Parteien saugten der FPÖ viele Stimmen ab – kam der totale Absturz auf nur mehr 8,69 Prozent, das schlechteste Ergebnis der Parteigeschichte. 2009 kletterte der Wert wieder auf 13,0 Prozent, vier Jahre später wurden es bei der Wahl im Sog des Finanzskandals 17,0 Prozent.

Salzburger Führungsduo komplett abgesetzt

Trotz wiederholter Ankündigungen unterband Schnell viele Jahre eine Verjüngung der FPÖ und setzte immer wieder auf das gleiche – ihm persönlich wohl ungefährliche – Grüppchen. Als Anfang 2015 einer von ihnen wegen “unüberbrückbarer Differenzen, die ich aber nicht näher beschreiben will” das Handtuch warf, brach die nächste Krise aus. Die Landespartei um Schnell und seinen 2013 zum Parteichef beförderten Intimus Rupert Doppler schlossen in der Folge vier weitere Mandatare aus. Das wurde letztlich der Bundespartei zu bunt und sie montierte das Salzburger Führungsduo vollends ab.

Interimistisch übernahm mit Andreas Schöppl ein Mann die Landespartei, der selbst erst ein halbes Jahr davor als Klubchef im Salzburger Gemeinderat abgesetzt worden war. 2016 übergab er die Salzburger FPÖ an die damals gerade einmal 24 Jahre alte Marlene Svazek, die ab 2013 unter Schnell zwei Jahre als politische Referentin im FPÖ-Landtagsklub gearbeitet hatte, bis sie aus der Partei hinausgeschmissen wurde. Pikanterweise weist ihr Einstieg in die Politik Parallelen zu Karl Schnell auf: Der wurde einst von Jörg Haider vom Wahlkampf-Hubschrauberpiloten zum Generalsekretär der Bundespartei befördert, und auch Svazek nimmt inzwischen diese Position in der Bundespolitik ein. Als Wahlziel für den 22. April nannte die Parteichefin das Überschreiten der 20-Prozent-Marke und damit das Erreichen des historisch besten Ergebnisses. Außerdem strebt sie Platz 2 noch vor der SPÖ und eine Regierungsbeteiligung an.

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(APA/Red.)

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