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Fahndungsfotos in Bahnhöfen: Noch kein Verdächtiger gefasst, dennoch ein Erfolg

Seit Jänner 2012 werden Fahndungsfotos auf Screens auf Wiener Bahnhöfen gezeigt
Seit Jänner 2012 werden Fahndungsfotos auf Screens auf Wiener Bahnhöfen gezeigt ©APA/ROLAND SCHLAGER
Seit rund zwei Monaten werden bereits Fahndungsfotos auf digitalen Screens in Wiener Bahnhöfen gezeigt (Vienna Online berichtete). Man will dadurch den Fahndungsdruck erhöhen und Straftäter oder Vermisste so rascher ausforschen. Nun gibt es eine erste Bilanz: Immerhin sind viele Hinweise zu gesuchten Personen eingegangen.
Fahndungsfotos in Bahnhöfen
Erste Screens aufgestellt

Die schlechte Nachricht vorweg: Die Fahndungsfotos auf den Bildschirmen haben in den rund zwei Monaten ihres Einsatzes noch nicht dazu geführt, dass tatsächlich eine vermisste Person von der Polizei gefunden werden konnte.

Viele Hinweise zu gesuchten Personen

Denn bisher hat noch kein einziger Hinweis zur tatsächlichen Ergreifung eines Gesuchten geführt, berichtete der ORF am Dienstag. Die Polizei sprach dennoch von einem Erfolg: Der Beobachtungszeitraum sei zwar zu kurz, um eine richtige Bilanz ziehen zu können, “es sind aber viele Hinweise zu den Gesuchten eingegangen”, so Sprecher Roman Hahslinger gegenüber der APA.

Außerdem habe man in der Anfangsphase gezielt nach Verdächtigen von älteren Fällen bzw. nach Personen gesucht, die schon länger vermisst sind. Künftig sollen auch aktuelle Fälle berücksichtigt werden.

Neue Strategie: Fahndungsfotos via Facebook

Das Bundeskriminalamt (BK) hat sich seit kurzem für eine andere Strategie entschieden. Bisher war die offizielle Facebook-Seite nur zur Verbreitung von Information gedacht, etwa um vor Betrug im Netz oder Fahrraddieben zu warnen und so eine jüngere Zielgruppe zu erreichen. Seit Freitag ruft das Bundeskriminalamt im Social Web auch zur aktiven Mithilfe auf.

So soll die Herkunft zweier sichergestellter Gemälde in der Community aufgeklärt werden, die in Zusammenhang mit dem Mordfall an einem Carabinieri stehen. Die Meldung wurde 50 Mal geteilt, bei durchschnittlich 100 Facebook-Freunden bedeutet das eine Reichweite von 5.000 potenziellen Mithelfern.

Eigene Betreuerin für Postings

Die Sorge, dass frei öffentlich zugängliche Polizeihinweise fälschlich verdächtigten Personen oder Hinweisgebern schaden könnten, teilt das BK nicht. Für die Seite sei eigens eine Betreuerin zuständig, welche jederzeit die Postings löschen könne, so Sprecherin Silvia Strasser gegenüber der APA.

Fahndungsaufrufe dürfen übrigens nicht auf Servern anderer Staaten gespeichert werden. Deshalb sind sämtliche Meldungen des BK ausschließlich mit ihrer eigenen Homepage verlinkt. Das BK ist im November 2009 auf Facebook online gegangen und hat derzeit 24.094 “Fans” – wenn diese fleißig die Fahndungsfotos betrachten, ist hier vielleicht bald ein größerer Erfolg zu verbuchen als durch die Bahnhofsfahndung.

(apa/red)

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