Ex-Grünen-Chefin Petrovic bei MFG-Demo mit Botschaft präsent: Kritik und Distanzierung

Madeleine Petrovic, vormals Grünen-Chefin, steht nun auf Seiten der Impfgegner
Madeleine Petrovic, vormals Grünen-Chefin, steht nun auf Seiten der Impfgegner ©APA/HERBERT P. OCZERET (Sujet)
Unterstützung für die umstrittene Impfskeptiker-Partei MFG kam zuletzt aus untypischen Reihen: von der ehemaligen Grünen-Politikerin Madeleine Petrovic. Die Grünen und die Organisation Tierschutz Austria distanzieren sich.
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Die ehemalige Grünen-Politikerin Madeleine Petrovic misstraut offenkundig der Pharma-Industrie: Bei einer Kundgebung der in Oberösterreich in den Landtag gelangten Impfskeptiker-Partei MFG ist am Samstag in Wien eine eher unerwartete Grußbotschaft vorgelesen worden. Die kam laut einem "Standard"-Bericht von der ehemaligen Grünen-Chefin.

Petrovic-Grußworte bei Impfgegner-Kundgebung in Wien verlesen

Laut dem von der Zeitung zitierten Text bedauert sie, dass es keine fundierten öffentlichen Debatten zu den "naturwissenschaftlichen Fragen von Resistenzen und langfristigen Gefahren" im Zusammenhang mit Corona gibt.

Auch kritisiert Petrovic, dass die Profite des milliardenschweren Test- und Impfsystems in Österreich privatisiert seien. Darüber hinaus gebe es bei der Haftung für Impfschäden "keine Beweislast-Umkehr und keine adäquaten Entschädigungen. Die Pharmalobby freut es."

Petrovic kritisiert Pharmafirmen

Wenn man sich die Strafen anschaue, die bestimmte Unternehmen "wegen dubioser Machenschaften schon zahlen mussten, dann frage ich, worauf das Vertrauen der Regierenden zu diesen Pharmafirmen und ihren 'bitteren Pillen' beruht", heißt es in dem Text der ehemaligen Grünen-Spitzenpolitikerin.

Grüne über ihre Ex-Chefin: "Ihre Privatmeinung"

Aus dem Grünen Parlamentsklub hieß es dazu, dass Petrovic hier ihre Privatmeinung vertrete. Aus der niederösterreichischen Landespartei, deren Aushängeschild Petrovic viele Jahre war, hieß es, sie bleibe ihrer Linie treu, "ein wachsamer, kritischer Geist zu sein", so Landessprecherin Helga Krismer gegenüber dem "Standard".

Tierschutz Austria distanziert sich von Petrovic-Aussagen bei MFG-Demo

"Wir möchten in dieser Causa ausdrücklich festhalten, dass die verlesene Stellungnahme von Madeleine Petrovic bei der MFG-Demo nicht unsere Position widerspiegelt, und möchten uns davon als Organisation klar distanzieren," hieß es am Dienstag in einer Aussendung der Tierschutz- und Umweltschutzorganisation Tierschutz Austria, deren Präsidentin Petrovic ist.

Man setze sich als Organisation für eine Welt ein, "die im Einklang lebt und gegen eine Spaltung der Gesellschaft. Zu Themen, die über unsere Kernarbeit, den Tierschutz, hinaus gehen, werden wir keine Position beziehen. Dabei arbeiten wir stets auf dem Boden der Wissenschaft und ausschließlich im Interesse der Tiere. Tierschutz Austria ist politisch neutral und pflegt Austausch mit allen relevanten Behörden und Parteien. Aus diesem Grund lehnen wir die getätigten Äußerungen ab und nehmen sie als Privatmeinung zur Kenntnis."

Die Organisation entschuldigte sich weiters bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die sich von Frau Petrovics Aussagen betroffen fühlen könnten und hoffe weiter auf die Unterstützung der tierischen Schützlinge.

Madeleine Petrovic steht hinter Aussagen als Privatmeinung

Auch Madeleine Petrovic selbst halte fest, dass es sich hierbei um ihre Privatmeinung handle und die zitierten Aussagen nichts mit Tierschutz Austria und dem Wiener Tierschutzverein zu tun hätten.

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(APA/Red)

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