EU-Kommission gibt Fehler bei Impfstoff-Bestellung zu

Insgesamt wurden von der EU 1,4 Milliarden Impf-Dosen geordert. Mehr als genug für alle Einwohner.
Insgesamt wurden von der EU 1,4 Milliarden Impf-Dosen geordert. Mehr als genug für alle Einwohner. ©APA
Der Vizepräsident der EU-Kommission räumte Versäumnisse bei der Impfstoffverteilung ein. "Sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedsstaaten" seien Fehler gemacht worden.
Kritik an Impfstoffverteilung
"Impfstoff-Bazar"

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans hat Versäumnisse bei der Bestellung der Corona-Impfstoffe eingeräumt. "Sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedstaaten" seien Fehler gemacht worden, sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag". Am Ende der Pandemie könne man Bilanz ziehen, um zu sehen, "was wir falsch und was wir richtig gemacht haben". Vorerst gehe es aber erst einmal darum, "dass ganz Europa Impfstoff bekommt".

Impfstoffe: Gewinner und Verlierer bei Verteilung

Ein europäisches Vorgehen sei "auch im Interesse der reicheren Staaten" wie Deutschland erfolgt, ergänzte der Stellvertreter von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Blick auf die gemeinschaftliche Impfstoff-Bestellung. Die EU-Kommission hat von den vier in der EU zugelassenen Vakzinen insgesamt mindestens 1,4 Milliarden Dosen geordert - eigentlich mehr als genug für die rund 450 Millionen Europäer. Allerdings steht die Kommission seit längerem in der Kritik, unter anderem weil ihr zögerliches Handeln und strategische Fehler bei der Bestellung von Impfstoffen vorgeworfen werden.

Auch die Verteilung der Impfstoffdosen auf die Mitgliedstaaten wird in den Hauptstädten mancher EU-Staaten als ungerecht empfunden. So haben Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und seine Amtskollegen aus Bulgarien, Lettland, Slowenien, Tschechien und Kroatien in einem Brief an den EU-Ratspräsidenten und von der Leyen hochrangige Gespräche über eine gerechtere Verteilung der Corona-Impfdosen verlangt. Ungarns rechtsnationaler Ministerpräsident Viktor Orban schloss sich am Sonntag der Meinung von Kurz an, dass hier etwas "nicht stimmt", wie er im staatlichen Radio sagte.

Auch Edtstadler kritisiert EU

Für Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) "steht außer Frage, dass Fehler bei der EU-Impfstoffbeschaffung passiert sind", wie sie am Sonntag in einer der APA übermittelten Stellungnahme festhielt. "Seit einem Jahr kämpft Europa gemeinsam gegen die Pandemie. Die Erforschung und gemeinschaftliche Beschaffung von Impfstoff war ein Schlüsselmoment in der Bekämpfung von Covid-19 und hat zweifellos gerade für kleine und mittlere Staaten wie Österreich Vorzüge gebracht. Die EU ist ein wichtiger Partner in der gemeinsamen Bekämpfung des Virus. Nichtsdestotrotz müssen wir stetig die Lehren aus der Krise ziehen", mahnte Edtstadler.

(APA/red)

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