ESC-Moderatorinnen-Team: Wurst, Kiesbauer, Weichselbraun und Tumler

Das Moderatorinnen-Team für den ESC steht fest.
Das Moderatorinnen-Team für den ESC steht fest. ©ORF/Thomas Ramstorfer
Monatelang gab es Spekulationen - nun hat der ORF das Geheimnis gelüftet: Conchita Wurst, Arabella Kiesbauer, Mirjam Weichselbraun und Alice Tumler bilden das Moderationsteam für den 60. Eurovision Song Contest (ESC).
Tumler und Weichselbraun?
Waltz moderiert nicht
ESC kostet Wien 11,71 Mio.
Zeitplan für Song Contest

Das Quartett, das den ESC moderieren wird, der im kommenden Mai in Wien über die Bühne geht, wurde am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert.

Conchita Wurst und Arabella Kiesbauer dabei

Kiesbauer, Weichselbraun und Tumler führen durch die Show, Conchita Wurst moderiert den Green Room. Ihr sei es immer darum gegangen, starke und kraftvolle Frauen sichtbar zu machen, erklärte Fernsehdirektorin Kathrin Zechner. Das gelte speziell auch für den Song Contest. Bei Kiesbauer, Weichselbraun und Tumler handle es sich um “absolute Triple-A-Profis in ihrem Beruf”, so Zechner.

Herausforderung ESC-Moderation

Geht man nach den Zahlen, dann ist die Moderation des Events eine wirkliche Herausforderung: So werden das Spektakel nicht nur mehr als 10.000 Menschen vor Ort in der Wiener Stadthalle verfolgen, sondern sitzen jährlich rund 200 Mio. Zuseher vor den TV-Bildschirmen, wenn der größte Musikwettbewerb der Welt stattfindet. Entsprechend hatte ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner schon vor Monaten neben Live-Tauglichkeit “hohe Professionalität” und das Beherrschen von mindestens zwei Sprachen als Voraussetzung für den Job ausgegeben.

Trio moderierte in Kopenhagen

Bei Wursts Triumph in Kopenhagen führte ein Trio durch den Abend: Neben dem Schauspieler Pilou Asbäk, der durch sein Mitwirken an der dänische Politserie “Borgen” europaweite Bekanntheit erlangt hat, bildeten noch die beiden Fernsehmoderatoren Nikolaj Koppel und Lise Rönne das Team.

Kiesbauer über ihre Aufgabe

“Angst hat wahrscheinlich keiner von uns, aber eine gewisse Anspannung ist eigentlich bei jedem Auftritt dabei”, bemerkte Kiesbauer, deren Engagement doch noch einen Überraschungsmoment in die Moderationsentscheidung brachte. “Es geht darum, das Beste für das Publikum zu geben. Wir werden diese Aufgabe mit großer Freude und Professionalität erfüllen.” Sie engagiere sich schon lange für Toleranz und gegen Rassismus. “Und das zu transportieren und ein Zeichen zu setzen, ist uns allen ein Anliegen”, so Kiesbauer.

Freude bei Weichselbraun und Tumler

Für Weichselbraun bedeutet die ESC-Moderation ein gehöriges Arbeitspensum im Frühjahr, wird sie doch auch durch die österreichische Vorausscheidung “Wer singt für Österreich?”, die ab 20. Februar auf ORF eins ausgestrahlt wird, führen. Die Entscheidung für ein weibliches Leadingteam sei ihr zufolge “weniger eine mutige, sondern die richtige Entscheidung. Wir werden es nicht versauen, Kathi”, meinte sie in Richtung der Fernsehdirektorin.

Die gebürtige Tirolerin Tumler zeigte sich “stolz”, Teil des Moderationsteams zu sein. Immerhin finde der Song Contest erst zum zweiten Mal in seiner 60-jährigen Geschichte in Österreich statt. Die Aufgabe sei sehr interessant, gerade wenn man sich “das ganze Song Contest-Paket inklusive der vielen Proben” vor Augen führe. Insgesamt wird es zwölf Shows in der Stadthalle geben, die im Finale am 23. Mai ihren Höhepunkt finden. “Es ist das größte europäische Event, das die ganze Welt mitverfolgt. Und wir repräsentieren das ganz gut.” Tumler, deren österreichischer Vater slowenisch-italienischer Abstammung und deren Mutter Französin ist, habe sich “immer als Europäerin gesehen”. Mit Weichselbraun verbindet sie jedenfalls die Geburtsstadt Innsbruck. “Tirolerisch gehört aber leider nicht zu den offiziellen Song Contest-Sprachen”, schmunzelten die beiden.

Zechner setz auf Song Contest-Frauenpower

ORF-Fernsehdirektorin Zechner betonte eingangs, dass es ihr wichtig sei, “diese kraftvollen, gestaltenden Frauen der Gesellschaft immer wieder und im Speziellen beim Song Contest vor 200 Mio. Menschen sichtbar zu machen”. Der ESC stehe nicht nur aufgrund des aktuellen Mottos “Building Bridges” für das Brückenbauen in verschiedenster Form. “Gestern wie heute sind Frauen keine Bedrohung, sondern ein starker, tragender, gestaltender, gleichwertiger, essenzieller Teil unserer Gesellschaft”, sagte Zechner. “Das ist mein Tun, mein Denken und meine Überzeugung.”

Wurst hostet Green Room

Conchita Wurst darf sich wiederum ihren mehrfach geäußerten Wunsch, den Green Room zu hosten, erfüllen. Die Sängerin befand sich bei der Präsentation am Freitag allerdings im Flugzeug, weshalb sie nicht anwesend sein konnte. “Sie hat den Song Contest mit ihrer Personality, ihrer Stimme und ihrem Song für Österreich gewonnen”, streute ihr Zechner Rosen. “Sie hat sicher nicht das erste, aber kraftvollste Zeichen der Selbstbestimmtheit und des Respekts Österreichs nach Europa und in die Welt getragen.” Beim Event werde Wurst für zudem “aufsehenerregende Showacts” sorgen und dabei u.a. ihren ESC-Siegersong “Rise Like a Phoenix” singen.

ESC-Executive Producer Edgar Böhm zeigte sich am Rande des Blitzlichtgewitters, das über die drei Moderatorinnen hereinbrach, von der Auswahl begeistert. Es handle sich um Frauen, “die sich als Showstars aufgebaut und nun diese Chance ergriffen haben”. Alle drei seien eng mit dem ORF verbunden, “sie stehen für dieses Haus. Natürlich ist das eine neue Interpretation dieser Sache”, verwies er auf die Konstellation. “Aber wir wollen auch etwas Besonderes machen”.

(apa/red)

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