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Erste Schulwoche für 11.300 Schüler in Wien und Co. startet bereits ab Montag

11.300 Kinder im Osten Österreichs müssen wieder die Schulbank drücken
11.300 Kinder im Osten Österreichs müssen wieder die Schulbank drücken ©APA/HARALD SCHNEIDER
Wer beim Deutsch Lernen Aufholbedarf hat, der sich womöglich durch die Corona-Krise noch vergrößert hat, für den läuten in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland heuer schon verfrüht die Schulglocken.
Konzept hinter der kostenlosen Sommerschule
Integration wird durch Coronakrise schwieriger

Wegen der Corona-Pandemie gab es an Schulen im Frühjahr wochenlang nur Fernunterricht. Für Kinder, die dadurch Aufholbedarf in der Unterrichtssprache Deutsch haben, gibt es in den letzten zwei Ferienwochen heuer erstmals eine Sommerschule.

Sommerschule für 11.300 Kinder im Osten Österreichs

Für rund 11.300 Schüler in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland geht es am Montag los, die knapp 11.900 Kinder in den anderen Bundesländern folgen ab 31. August.

Zwei Wochen lang sollen die Kinder und Jugendlichen dabei an ausgewählten Volksschulen, Neuen Mittelschulen (NMS) und AHS-Unterstufen am Vormittag (von 8.00 bis 12.00 Uhr) Förderunterricht mit Schwerpunkt Deutsch bekommen. Zielgruppe sind Schüler mit Problemen in der Unterrichtssprache - konkret außerordentliche Schüler bzw. Schüler, die in Deutsch zwischen vier und fünf stehen oder die wegen der Corona-bedingten Umstellung auf Fernunterricht in den vergangenen Monaten einen besonderen Aufholbedarf haben.

Pädagogisches Konzept: Unterricht in Kleingruppen zum Deutsch Lernen

Das pädagogische Konzept, das Buchautor Andreas Salcher und Norbert Kraker (Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich) mit der Uni Wien und anderen PHs erarbeitet haben, sieht keine klassischen 50-Minuten-Einheiten vor, sondern abwechslungsreichen Unterricht in Kleingruppen. Die Schüler sollen dabei laut Informationsbroschüre des Ministeriums im Team ein Projekt zu einem bestimmten Thema erarbeiten.

Dabei soll gezielt das Lesen, Schreiben, Sprechen und Hörverständnis in der Unterrichtssprache Deutsch verbessert werden. Das projektorientierte Arbeiten in Kleingruppen soll zusätzlich Zusammenhalt und Sozialkompetenz der Schüler stärken. Am Ende soll dann ein möglichst greifbares Produkt wie ein kurzes Video, ein Plakat, Poster oder Theaterstück herauskommen, das am letzten Tag der Sommerschule präsentiert und im Idealfall mit nach Hause genommen werden kann.

Wer in den Sommerschulen unterrichtet - und wer dabei assistiert

Den Unterricht in den Sommerschulen übernehmen Lehramtsstudenten, entweder im Tandem mit Kommilitonen oder mit erfahrenen Lehrern, die sich freiwillig als Mentoren gemeldet haben. Ausgewählte gute Schüler sollen außerdem als "Buddies" die Gruppen auflockern: Diese Jugendlichen aus höheren Schulstufen, die sich freiwillig für die Sommerschule gemeldet haben, sollen als Vorbilder dienen und die Arbeit der Lehrer unterstützen, indem sie Einzelne oder Schülergruppen betreuen.

In den anderen Bundesländern startet die Sommerschule am 31. August, insgesamt wird es bundesweit 1.800 Gruppen an 500 Standorten geben. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos. Ist man angemeldet, gilt Anwesenheitspflicht. Die Schüler erhalten dafür aber einen Bonus für die Mitarbeitsnote bzw. die Note im Fach Deutsch im kommenden Schuljahr.

Schüler mit Deutschförderungsbedarf auf Empfehlung angemeldet

56 Prozent jener bis zu 40.000 Schüler, die laut Bildungsministerium besondere Deutschförderung benötigen würden, haben sich auf Empfehlung ihrer Lehrer bzw. Schulleiter angemeldet. In Wien nehmen 52 Prozent der Zielgruppe an der Sommerschule teil, in Niederösterreich sind es 60 und im Burgenland 71 Prozent. Bei Erfolg könne er sich durchaus eine Wiederholung der Sommerschule vorstellen, hat Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) mehrfach betont.

Kritik am Konzept der Sommerschule mit Lehramtsstudierenden

Von Opposition und Dachverband für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache gab es allerdings schon im Vorfeld Kritik am aktuellen Konzept: Es sei ein Konstruktionsfehler, dass dort anstelle von Spezialisten für Deutschförderung Lehramtsstudenten eingesetzt werden. An zehn Vormittagen könne man außerdem auf keinen Fall jene Defizite aufholen, die sich während der wochenlangen Umstellung auf Fernunterricht aufgebaut haben. SPÖ und NEOS fordern deshalb zusätzlich durchgängige Förderkurse für alle Hauptfächer im kommenden Schuljahr.

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(APA/Red)

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