Erste Elefantenrunde zur NR-Wahl auf Puls 4: Einigkeit bei ÖVP, FPÖ und NEOS

Die Spitzenkandidaten von SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, NEOS und der Liste Pilz trafen in der Elefantenrunde aufeinander.
Die Spitzenkandidaten von SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, NEOS und der Liste Pilz trafen in der Elefantenrunde aufeinander. ©APA
Sonntagabend trafen alle sechs Spitzenkandidaten von SPÖ, ÖVP, FPÖ, NEOS, Liste Pilz und den Grünen erstmals aufeinander. In der ersten TV-"Elefantenrunde" des Senders Puls 4 wurde u.a. über das vorzeitige Ende der Koalition, die Umfärbung der ÖVP, Flüchtlinge und Mieten diskutiert. ÖVP, FPÖ und NEOS waren sich in vielen Punkten einig.

Den Anfang der Diskussion machte die von der ÖVP vom Zaun gebrochene vorgezogene Neuwahl. Sebastian Kurz (ÖVP) argumentierte es mit der mangelnden Veränderungskraft der rot-schwarzen der Regierung. Christian Kern (SPÖ) warf Kurz umgehend das sukzessive Blockieren der Regierungsarbeit vor, von der Gewerbereform über die Bildung bis zur “Ehe für alle”, und auch die anderen Kandidaten nahmen Kurz aufs Korn.

Anfängliche Diskussionen im Nationalratswahlkampf

Peter Pilz (Liste Pilz) sprach ebenfalls von einem “schwarzen Betonblock”, an dem jede Reform gescheitert und der jetzt türkis gefärbt sei. Heinz-Christian Strache (FPÖ) verwies auf die siebenjährige Mitgliedschaft Kurz’ in der Bundesregierung. Der Außenminister sprach daraufhin von einem ewigen Spiel: “Man macht den anderen schlecht, um sich selber eine Spur besser zu fühlen.” Er habe jedenfalls eine breite Bewegung geschaffen, so Kurz.

Ulrike Lunacek (Grüne) warnte vor allem vor einer Wiederholung einer für Österreich schädlichen schwarz-blauen Bundesregierung und das Vergessen auf den Kampf gegen den Klimawandel. Matthias Strolz (NEOS) meinte, “mir geht das ganze ‘Hau den Lukas’ auf die Nerven”. Er wolle Tempo machen, “die Taktik zipft mich an ehrlich gesagt”.

Erste Elefantenrunde in schwarz-blau-pinker Harmonie

In der Diskussion verschiedener Sachthemen zeigte sich dann eine auffällige Harmonie zwischen ÖVP, FPÖ und teilweise auch den NEOS auf der einen und SPÖ, Grünen und Liste Pilz auf der anderen Seite. In der Frage der Erbschaftssteuer war dies ebenso wie beim Flüchtlingsthema, bei Mietobergrenzen, in der Frage einer Maschinensteuer oder bei Thema “christliche Leitkultur”.

Es wurden durchaus deftige Sager vom Stapel gelassen. “Da brauchen Sie nicht rot werden, da sollten Sie sich wirklich schämen”, brandmarkte Strache etwa Kurz als früherer Vertreter der Willkommenskultur. “Wenn man versucht, jemanden anzupatzen, dann sollte man das mit wirklichen Argumenten tun”, antwortete dieser.

Kern zeigte sich salopp. “Diesen Kaugummi kriegen Sie nicht weg von Ihrer Schuhsohle”, meinte er in Richtung Strache zum Hypo-Milliardenschaden. Strolz präsentierte seine Partei als “Pfahl im Fleisch dieser rot-schwarzen Machtkoalition”. Pilz schoss sich auf die Kurz ein: “Der Unterschied zwischen uns beiden ist, ich habe Volkswirtschaft studiert, Sie haben ÖVP gelernt.” Lunacek warnte vor ÖVP und FPÖ: “Wenn Sie beide gemeinsam an die Macht kommen, dann werden Reiche noch reicher, Arme noch ärmer.”

Bis zu 728.000 Seher verfolgten erste Elefantenrunde

Die Österreicher zeigen weiter großes Interesse an den TV-Diskussionen zur Nationalratswahl. Die erste Elefantenrunde mit den Spitzenkandidaten, organisiert und ausgestrahlt vom Privatsender Puls 4, verfolgten Sonntagabend im Schnitt 560.000 Zuseher, in den Spitzenzeiten waren sogar bis zu 728.000 Zuschauer dabei.

Mit 18,1 Prozent Marktanteil war die Wahldebatte laut Puls 4 die bisher stärkste Public Value-Sendung im österreichischen Privatfernsehen. Der Sender erreichte mit seiner Elefantenrunde, die fast drei Stunden dauerte, im Sonntag-Hauptabend zudem bessere Quoten als ORF 2 und ORFeins. “Die herausragende journalistische Qualität und der historische Quotenerfolg zeigen, dass hochwertige Public-Value Informationsprogramme auch ohne hohe staatliche Subventionen unabhängig und objektiv möglich sind”, so Puls 4-Geschäftsführer Markus Breitenecker.

Die wichtigsten TV-Ausschnitte der Elefantenrunde

Sozialleistungen für Flüchtlinge?

Was halten die Spitzenkandidaten von den Neuwahlen?

Soll der Staat Mietobergrenzen festlegen?

Kern: “Sie wollen die Mittelmeeroute schließen? Dann tun Sie es doch einfach…”

Ulrike Lunacek:”Ich möchte, dass mehr Männer auch aktiv gegen Seximus vorgehen..”

Gleiche Sozialleistungen für Flüchtlinge und Österreicher?

Pilz: “PULS 4 ist der Sender, der sich vorbildlicherweise an das ORF Gesetz hält”

Brauchen wir eine christliche Leitkultur?

Soll es eine Roboter-Steuer geben?

Kurz & Strache: schwarz-blaue-Neuauflage?

Pilz: „Millonäre, große Konzerne und Spekulanten zahlen keine Steuern!“

Soll eine Erbschaftssteuer eingeführt werden?

Zusammenfassung

Umfrage zur Nationalratswahl

>> Alle Informationen rund um die NR-Wahl 2017

(APA/Red)

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