Erneut strengere Corona-Regeln für Österreich: Silvester betroffen

Auf Österreich kommen strengere Corona-Regeln zu - Silvester ist ebenfalls betroffen.
Auf Österreich kommen strengere Corona-Regeln zu - Silvester ist ebenfalls betroffen. ©APA/GEORG HOCHMUTH (Symbolbild)
Österreich gestaltet die Corona-Regeln erneut strenger. Die Sperrstunde in der Gastronomie wird ab dem 27. Dezember auf 22 Uhr vorverlegt. Diese Änderung gilt zu Silvester ebenfalls - und betrifft auch die Hotellerie

Die maximale Teilnehmerzahl bei Events wird auf 2.000 beschränkt (und das nur unter Auflagen). Aus Variantenstaaten wie Großbritannien kann man nur mit 3. Stich ohne Quarantäne einreisen. Ob das ausreicht, wird kommende Woche neu bewertet.

Vorverlegung von Gastro-Sperrstunde auch zu Silvester

Verkündet wurden diese Maßnahmen erstmals nicht mehr von der Regierung, die gemeinsam mit den Landeshauptleuten tagte, sondern von der Generaldirektorin für die Öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, die an der Spitze des neuen Beratungsgremiums Gecko steht. Wie sie bei einem Pressestatement betonte, seien die Vorschläge der Gruppe von Bund und Ländern einhellig angenommen worden.

Inwieweit die verkündeten Maßnahmen ausreichen oder es noch zusätzlicher Schritte bedarf, wird nächste Woche in einer neuerlichen Gecko-Sitzung beraten. "Wir fahren auf Sicht", sagte Reich zur Frage nach einem allfälligen neuerlichen Lockdown für alle sowie nach dem Vorgehen in der Zeit nach den Weihnachtsferien. Die Prognosen würden nur einen gewissen Zeitraum umfassen: "Deswegen treffen wir uns nächste Woche noch einmal", sagte sie.

Reich über Sperrstunde auch zu Silvester

Zu allfälligen Silvester-Feierlichkeiten sagte Reich, man sei sich in der Gecko-Kommission einig, "dass wir Ihnen von Silvester-Feiern dringend abraten wollen. Feiern Sie im kleinen sicheren Kreis, lassen Sie sich testen". Die 22 Uhr-Sperrstunde auch zu Silvester sei ein "wichtiges Signal", um klarzumachen, dass nun "keine Zeit zum Feiern" sei. Die 22 Uhr-Sperrstunde gilt auch in Tourismusbetrieben, ein Ausweichen etwa in Hotelbars wird also nicht möglich sein, hieß es auf APA-Nachfrage aus der Gecko-Kommission.

An Zusammentreffen ohne zugewiesene Sitzplätze sollen künftig nur noch 25 Personen teilnehmen können - und zwar drinnen wie auch draußen, 2G gilt weiterhin. Bei zugewiesenen Plätzen können maximal 500 Personen zusammenkommen, wenn 2G gilt, maximal 1.000 bei 2G plus PCR-Test und höchstens 2.000 bei Drittstich plus PCR-Test. Dazu wird FFP2-Maske in allen diesen Settings anzulegen sein.

Großbritannien wird zu Virusvarianten-Gebiet erklärt

Bei der Einreise kommt man dem Tourismus etwas entgegen. Zwar werden Großbritannien, Norwegen, Dänemark und die Niederlande mit Wirkung 25. Dezember zu Virusvarianten-Gebieten erklärt, was zwingende Quarantäne bedeuten würde. Doch sind von dieser dreifach Geimpfte mit gültigem PCR-Test ausgenommen.

Reich betonte, die neue Virusvariante Omikron stelle das Land vor die "nächste epidemiologische Herausforderung". Es gebe bereits internationale Reaktionen auf die drastisch steigenden Infektionszahlen - auch hierzulande werde es zu drastischen Änderungen kommen. "Wir wissen noch bei weiten mich alles über die neue Variante, aber was wir wissen: Omikron ist schnell, wir müssen entsprechend rasch reagieren."

Wissen über Omikron

Man müsse nun die Zeit, die man sich bisher (mit dem Lockdown und dem Lockdown für Ungeimpfte) verschafft habe, "gut nützen". Es gehe nun zum einen darum, mehr über Omikron zu erfahren und andererseits darum, den Krankenhäusern Zeit zu geben, die immer noch mit Corona-Patienten stark belasteten Intensivstationen zu entlasten. Zeit sei dabei der "entscheidende Faktor".

Auch Generalleutnant Norbert Gehart, der den erkrankten stellvertretenden Generalstabschef, Generalmajor Rudolf Striedinger, vertrat, betonte den Zeitfaktor: "Ziel ist es jetzt, Zeit zu gewinnen, um die Intensivstationen zu leeren, bevor die neue Welle auf uns zurollt." Es gehe in erster Linie darum, jetzt Kontakte zu reduzieren, sagte er. Und er richtete einen neuerlichen Appell an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen, auch Reich betonte, die Durchimpfungsrate müsse weiter erhöht werden.

Ankündigung von "Test-Gipfel"

Darüber hinaus kündigte die oberste Gesundheitsbeamtin einen "Test-Gipfel" an, der noch diese Woche stattfinden soll. "Es wird in Kürze einen sogenannten Test-Gipfel geben, alle Testkapazitäten des Landes werden dabei unter die Lupe genommen." Dabei soll auch erhoben werden, welche Schritte es zu einer Erhöhung des Angebots braucht.

Einig sei man sich mit den Landeshauptleuten, dass das Test- und Impfangebot auch über die Feiertage sichergestellt sein müsse. Jeder müsse bundesweit ein Testangebot wahrnehmen können. "Die Vertreter der Bundesländer haben mir das zugesichert." Vorbereitungen werden auch für den Schutz der kritischen Infrastruktur getroffen, für den Fall dass Omikron zu breiteren Ausfällen an Arbeitskräften sorgen sollte.

Sperrstunde: Mitteilung von Platter-Büro

Die am Mittwoch wegen der Coronavirus-Variante Omikron präsentierten Maßnahmen sind offenbar nicht in jedem Punkt auf einhellige Zustimmung gestoßen. "Einige Bundesländer", darunter Tirol, hätten sich in der Sitzung "klar gegen eine Vorverlegung der Sperrstunde von 23.00 Uhr auf 22.00 Uhr " ausgesprochen, teilte das Büro von Tirols LH Günther Platter (ÖVP) der APA mit.

"Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr in den Bundesländern haben gezeigt, dass diese Maßnahme epidemiologisch kontraproduktiv ist und sich dadurch das Geschehen nach dem Restaurantbesuch in den ungeregelten privaten Bereich verlagert", ließ der Landeshauptmann ausrichten.

Verschärfungen von Corona-Regeln als "schmerzhafter Rückschlag"

Für Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), sind die heute präsentierten Verschärfungen der Corona-Regeln ein weiterer "schmerzhafter Rückschlag" für die Tourismusbranche. Tourismus und Freizeitbetriebe seien bereit, notwendige und sinnvolle Maßnahmen mitzutragen. Man sei jedoch weder willens noch in der Lage, die "Auf-Zu-Politik" hinzunehmen.

Insbesondere die Vorverlegung der Sperrstunde, vor allem zu Silvester, führe laut Seeber erneut zur Verlagerung in den illegalen, unkontrollierten Bereich. "Wir werden mit dem Virus leben müssen", meint Seeber am Mittwochabend in einer Aussendung. Er fordert weitere Hilfsmaßnahmen, das derzeitige Paket reiche jedenfalls nicht aus.

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(APA/Red)

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