Ergebnisse des 10. Spieltages der Fußball-WM 2014

Klose holt WM-Rekordtorjäger Ronaldo ein
Klose holt WM-Rekordtorjäger Ronaldo ein ©AP
Auch am 10. Tag der Fussball-WM in Brasilien blieben die Spiele spannend: Messi rettete die schwachen Argentiniern 1:0 gegen den Iran, der neue Rekord-Torjäger Klose rettete Deutschland und Nigeria wahrte Aufstiegschance – 1:0 gegen Bosnien.
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Klose rettet Deutschland

Nur ein Geniestreich des ansonsten kaum in Erscheinung getretenen Lionel Messi in der Nachspielzeit (91.) hat WM-Mitfavorit Argentinien am Samstag einen glücklichen 1:0-Erfolg über Außenseiter Iran beschert. Die im zweiten Spiel von Gruppe F in Belo Horizonte neuerlich enttäuschende und ideenlose “Albiceleste” löste mit ihrem zweiten Sieg in Brasilien auch vorzeitig das Achtelfinalticket.

Argentinien siegte gegen den Iran

Der Iran, der sich nicht nur defensiv kompakt, sondern in der zweiten Hälfte auch offensiv mutiger präsentierte, wurde trotz mehrerer Torchancen für eine beherzte Vorstellung nicht belohnt, darf nach dem 0:0 gegen Nigeria zum Auftakt aber noch auf das Weiterkommen hoffen.

Argentiniens Coach Alejandro Sabella hatte seine Lehren aus der schwachen ersten Hälfte beim 2:1 gegen Bosnien gezogen und bot gegen die Asiaten von Beginn an die offensive 4-3-3 Aufstellung der zweiten 45 Minuten auf. Die “Fantastischen Vier”, Di Maria, Higuain, Aguero und die hängende Spitze Messi, durften wirbeln, kamen mit viel zu wenig Bewegung und Dynamik aber nie richtig auf Touren.

Als alles schon mit einem 0:0 rechnete, trat aber noch einmal Messi auf den Plan: Aus 18 Metern schlenzte er den Ball unhaltbar für Haghighi hoch ins lange Eck und machte den eigentlich unverdienten Erfolg doch noch perfekt.

Klose rettete Deutschland

Der neue Rekord-Torjäger Miroslav Klose hat Deutschland bei der Fußball-WM in Brasilien vor einer Pleite gegen Ghana bewahrt. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte der 36-Jährige am Samstag den Ausgleich zum 2:2-Endstand (71.). Deutschland hat damit weiter alle Trümpfe für den Aufstieg in der Hand, Klose ist gemeinsam mit Ronaldo erfolgreichster Torschütze der WM-Geschichte.

So locker die ersten drei Punkte eingefahren worden waren, so schwer tat sich Deutschland gegen das vielleicht beste afrikanische Team bei diesem WM-Turnier. In einer offenen Partie hatten beide Teams ihre Möglichkeiten, in der ersten Halbzeit ließen aber beide Abwehrreihen die ganz großen Chancen nicht zu. Ein Kroos-Schuss konnte gerade noch abgeblockt werden (11.), ebenso ein Versuch von Müller (21.), auf der anderen Seite war Torhüter Neuer bei Schüssen von Atsu (13.) und Muntari (33.) auf dem Posten.

Kurz nach Wiederanpfiff schlugen die Deutschen aber zu. Götze köpfelte sich eine Müller-Flanke auf den eigenen Oberschenkel, von wo der Ball zur Führung ins Tor sprang (51.). Mit diesem Stand wäre Deutschland wäre so gut wie im Achtelfinale gestanden, doch Ghana kämpfte erfolgreich um seine letzte Chance. Ayew setzte sich gegen den in der Pause eingewechselten Mustafi im Luftkampf durch und traf per Kopf zum 1:1 (54.).

Und es kam noch schlimmer für den Favoriten. Gyan brachte Ghana mit einem satten Schuss mit 2:1 in Führung. Löw reagierte, brachte mit Schweinsteiger und Klose für Götze und Khedira neue Kräfte (69.) – und bewies damit eine glückliche Hand. Nur zwei Minuten später stand Klose wieder einmal goldrichtig. Nach einem Eckball kam Höwedes zum Kopfball, Klose staubte aus einem Meter zum Ausgleich ab.
Es folgte ein offener Schlagabtausch, bei dem jede Mannschaft Matchbälle hatte. Letztlich blieb es beim Remis, das Deutschland mehr nützt als Ghana.

Nigeria wahrte Aufstiegschancen

Nigerias Fußball-Nationalmannschaft hat am Samstag den ersten Erfolg auf der WM-Bühne seit 16 Jahren gefeiert. Der regierende Afrika-Meister setzte sich bei der Endrunde in Brasilien im zweiten Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina mit 1:0 (1:0) durch. Die zuvor acht WM-Partien sieglosen Nigerianer haben in Gruppe F damit gute Chancen auf den Achtelfinalaufstieg.

Beide Teams kamen nach der Pause zunächst unverändert aus der Kabine. Bosnien kämpfte nun verbissen gegen das vorzeitig Aus. Trainer Safet Susic brachte mit dem beim 1:2 gegen Argentinien erfolgreichen Vedad Ibisevic und Sejad Salihovic nach einer Stunde neue Kräfte. Gerade in dieser Phase hätte Nigeria alles klar machen können, Torhüter Asmir Begovic bewahrte seine Mannschaft mit eine Fußabwehr gegen Emenike aber vor dem zweiten Gegentor (61.).

Während sich die immer ideenloser agierenden Bosnier mit Fortdauer der Partie in der Abwehr der Afrikaner festrannten, waren diese der Entscheidung bei Gegenstößen näher. Im Finish warfen die Bosnier noch einmal alles nach vorne und hatten dabei auch Pech. Enyeama hielt zunächst einen Kopfball von Dzeko (91.) und wehrte einen Drehschuss des Angreifers an die Stange ab (93.).

Abseits des Spielfelds nutzten nigerianische Journalisten auf T-Shirts die Möglichkeit, um gegen die Terrorgruppe Boko Haram zu protestieren. Bei einem Anschlag der Islamisten bei der Übertragung eines WM-Spiels waren am Dienstag zumindest 14 Menschen getötet worden.

Alle Spiele im Live-Ticker und alle Nachberichte gibt es im VIENNA.AT-Fussball-WM-Special.

(APA)

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