Ein Bischof mit Weitsicht und Mildtätigkeit

Pfarrkirche St. Konrad in Hohenems - Herrenried (Foto: BET)
Pfarrkirche St. Konrad in Hohenems - Herrenried (Foto: BET) ©Bernhard Tost
Aus der Geschichte: Hl. Konrad (um 900 - 975) Bischof von Konstanz Konrad von Konstanz gehört zu den herausragenden Bischöfen des Mittelalters 

Hohenems. Zahlreiche Legenden ranken sich um den Bischof der seit 1123 als Heiliger verehrt wird. Konrad wurde im Jahre 900 in der mächtigen Familie der Welten als Sohn des Grafen Heinrich von Altdorf geboren. Im Jahre 907 drangen die Ungarn, als Feinde des Reiches, bis nach Bayern vor und verjagten Herzog Luitpold. So groß war die Bestürzung, dass viele Dynastien und Herren ihr Heil in der Flucht nach den rätischen Gebirgen suchten.

Konradsbrunnen

Heinrich von Altdorf und Ravensburg fand mit seiner Familie Zuflucht auf der Burg Alt–Ems. Der Sage nach soll der Sohn und nachmalige hl. Bischof Konrad von Konstanz bei der Erbauung der Burg den Durst leidenden Arbeitern in einem Tüchlein Wasser von der Buggenau auf den Schlossberg gebracht haben, das er in ein Grüblein goss und so mit göttlicher Hilfe den immerzu Wasser spendenden Brunnen zustande brachte. Als Erinnerung an dieses Ereignis wurde ein Fenster im Chor der Pfarrkirche Sankt Karl nach diesem Motiv gestaltet, auch die Pfarrkirche im Herrenried erhielt ihren Namen nach dem Heiligen Konrad. Im Alter von acht Jahren kam Konrad zur Erziehung an die Domschule in Konstanz studierte Philosophie und wurde dann zum Kanonikus und Propst des Domstifts ernannt und 934 von Bischof Ulrich von Augsburg zum Bischof von Konstanz geweiht.

Kirchenbauten

Mildtätigkeit und tiefe Frömmigkeit zeichneten ihn besonders aus. Angeregt von seinen Pilgerreisen, von denen er zahlreiche Reliquien mitbrachte, setzte er ein Kirchenbauprogramm um, das sich an Rom orientierte und an Jerusalem, wohin er dreimal pilgerte. Kreuzlingen erhielt seinen Namen von einer Kreuzreliquie, die er einem Spital bei dessen Gründung stiftete. Zahlreiche Kirchen gehen auf seine Initiative zurück, ebenso Klöster, die er mit großen Geldmengen aus seinem Privatvermögen förderte. Selbst in abgelegenen Tälern ließ Konrad Sakralbauten errichten oder renovieren. Noch heute erinnern etliche, nach ihm benannte Altäre an den gütigen Bischof. Enge Beziehungen unterhielt er zum ottonischen Kaiserhaus und ließ zum Gedenken der Schlacht auf dem Lechfeld von 955, auf der die Lanze des heiligen Mauritius als Siegeszeichen geführt wurde, neben der Domkirche das Stift St. Mauritius als Nachbau der Jerusalemer Grabeskirche errichten. Zum Dank erhielt seine Domkirche 962 Reichsbesitz im Breisgau. Konrad reformierte die Seelsorge in seinem Bistum und sicherte das Auskommen des Domkapitels, damit es besser seinen priesterlichen Aufgaben nachkommen konnte.

Verehrung

Nach mehr als 40 Jahren im Amt stirbt Konrad am 26. November 975 in Konstanz und wird in der Mauritiuskapelle beigesetzt. 1089 erfolgt die Überführung der Gebeine in das neu erbaute Münster. Auf dem 1. Laterankonzil im Jahr 1123 erfolgt die Heiligsprechung durch Papst Calixtus II.. Im November des gleichen Jahres werden die Gebeine in einer großen liturgischen Feier in einen Schrein umgebettet und im Beisein von zahlreichen Geistlichen, Adeligen und Gläubigen zur Verehrung ausgesetzt. Während der Reformation sollen die Reliquien zusammen mit vielen anderen sakralen Gegenständen im Bodensee versenkt worden sein. Erhalten geblieben ist nur das Haupt des Heiligen, das in einem goldenen Schrein aufbewahrt wird. Gedenktag des Heiligen Konrad ist der 26. November. (BET)

Quellennachweis:

Helmut Maurer: Der heilige Konrad – Bischof von Konstanz, Herder, 1975, ISBN 3-451-17449-9 Andreas Rudigier, Elmar Schallert: 111 Heilige in Vorarlberg, Schriftenreihe der Rheticus Gesellschaft 37, Feldkirch 1998

Franz Vonbun: Die Sagen Vorarlbergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Nr. 76

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