Drogendealer erstochen: 25-Jähriger in Wien vor Gericht

Prozess gegen den 25-Jährigen in Wien.
Prozess gegen den 25-Jährigen in Wien. ©APA
Wegen Mordes musste sich am Montag, ein 25-jähriger gebürtiger Rumäne vor einem Wiener Schwurgericht verantworten. Der Angeklagte hatte am 3. März 2013 an einer Kreuzung in Meidling einem 20-jährigen Afrikaner mit einem Küchenmesser die Halsschlagader durchtrennt.
Bilder vom Prozess
Rückblick zum Fall: Opfer verblutete

Während die Staatsanwaltschaft Rassismus als Mitgrund für die Tat sah, plädierte die Verteidigung auf absichtliche schwere Körperverletzung mit Todesfolge. Die Geschworenen zogen sich am frühen Nachmittag zur Beratung zurück.

Claudiu L. wurde von seinem Anwalt als “sehr reduzierte, erloschene Persönlichkeit” beschrieben, von der Mutter verstoßen, aufgewachsen in sozialen Wohneinrichtungen für Drogenabhängige. Warum er allerdings den Afrikaner mit einem Messer attackierte, und das ohne Tötungsabsicht, konnte auch der Beschuldigte nicht erklären. Auf die Frage von Richterin Eva Brandstetter, warum er das getan habe, antwortete der Mann: “Einfach so.” Ein anderer Körperbereich als Kopf und Hals sei ihm in dem Moment “nicht eingefallen”.

Messerstich in Wien-Meidling

Deutlich mehr Absicht unterstellt dem 25-Jährigen allerdings die Anklage: Er habe gegen Mittag sieben Flaschen Bier getrunken, sei dann mit der U-Bahn zur Station Längenfeldgasse gefahren, habe dort einen ihm bekannten Dealer aufgesucht und diesen dann unter dem Vorwand, Suchtgift kaufen zu wollen, in eine Seitengasse gelockt. Zugestochen habe er deswegen, weil er einen “Schwarzen fertigmachen wollte, weil er ein Rassist” sei, wie der Rumäne in einer der vorangegangenen Einvernahmen zu Protokoll gegeben hat.

Nach der Tat sei er davongelaufen und habe sich noch einmal nach dem Opfer umgedreht, das noch gestanden sei, allerdings schon erhebliche Mengen Blut verlor. Der 25-Jährige flüchtete sich dann in eine U-Bahn-Garnitur, wurde jedoch von Zeugen verfolgt, die des Angeklagten sowie der Tatwaffe relativ leicht habhaft werden konnten und ihn bis zum Eintreffen der Polizei festhielten. Der niedergestochene Afrikaner wurde einstweilen von einem zufällig vorbeikommenden Arzt behandelt, doch weder dieser noch wenig später die Rettung konnten dem Mann helfen – er erlag noch an Ort und Stelle seinen schweren Verletzungen. Im Zuge der Reanimationsversuche fand man im Mund des 20-Jährigen mehrere Plastikkugeln mit Drogen.

Laut Gutachten hatte der Angeklagte zum Tatzeitpunkt 1,1 Promille Alkohol im Blut, war aber zurechnungsfähig.

(APA)

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