Dritte Impfung: Wirkung bei allen Impfstoffen vorhanden

Die Studie umfasste sieben Impfstoffe.
Die Studie umfasste sieben Impfstoffe. ©APA/EXPA/JOHANN GRODER (Symbolbild)
Der momentane Wissensstand besagt: Wer ausreichend gegen Covid-19 geschützt sein möchte, der braucht drei Teilimpfungen. Allerdings ist ziemlich egal, womit die dritte Impfung erfolgt - die Wirkung ist gut. Das zeigt eine neue Studie.
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Die Studie in Großbritannien mit sieben Vakzinen (sechs davon zugelassen oder weiterhin in Entwicklung) wurde aus öffentlichen Geldern finanziert und ist jetzt in der Medizin-Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht worden.

Tausende Teilnehmer bei Untersuchung zu Impfung

"Sechs verschiedene Covid-19-Booster (dritte Teilimpfung; Anm.) sind sicher und bewirken starke Immunantworten bei Menschen, die zuvor zwei Teilimpfungen mit ChadOx1-nCov19 (AstraZeneca; Anm.) oder BNT162b (Pfizer/BioNTech; Anm.) erhalten haben", heißt es im "Lancet". Alasdair Munro (Universitätsklinik von Southampton) und seine Co-Autoren nahmen im gesamten Juni dieses Jahres 2.878 Personen in die Cov-Boost-Untersuchung auf. Es handelte sich um Personen entweder im mittleren Alter von 51 oder 53 Jahren oder im mittleren Alter von 76 oder 78 Jahren. Sie waren mit der AstraZeneca- bzw. der Pfizer/BioNTech-Vakzine durchgeimpft worden.

Probanden bekamen dritte Impfung

Im Anschluss daran erhielten die Probanden die dritte Impfung mit AstraZeneca-, oder Pfizer/BioNTech-, dem Novavax-Impfstoff (in der EU jetzt erst vor der Zulassung), der Janssen-Vakzine (Vektor), jener von Moderna (mRNA), der noch in Entwicklung stehenden Valneva-Vakzine/Wien (inaktivierte Covid-19-Erreger) oder mit dem mittlerweile nicht mehr weiter entwickelten mRNA-Impfstoff von Curevac. "Die Daten zu den Nebeneffekten bei allen sieben Vakzinen zeigen Sicherheit mit akzeptablen Entzündungsreaktionen an der Einstichstelle, Muskelschmerzen und Müdigkeit", sagte Saul Faust von der Universitätsklinik in Southampton.

Zeitspanne nach erster Durchimpfung

Die dritte Dosis der Vakzine war den Teilnehmern an der Studie zehn bis zwölf Wochen nach der ersten Durchimpfung verabreicht worden. In allen Gruppen der Untersuchten wurde ein Anstieg der Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Spike-Protein registriert. Der Anstieg war aber im Vergleich zu der Kontrollgruppe ohne weitere Impfung nach AstraZeneca- (Erhöhung um das 1,8- bis 32,3-Fache) bzw. nach Pfizer/BioNTech-Durchimpfung (Erhörung um das 1,3- bis 11,5-Fache) je nach verwendeter Vakzine für den dritten Stich unterschiedlich.

Antikörper: Hinweis von Forschern

Die Wissenschafter weisen allerdings darauf hin, dass es derzeit keinen scharfen Grenzwert bei der Konzentration von Antikörpern im Blut nach Covid-19-Impfung gibt, ab dem von einem sicheren Schutz auszugehen ist. Noch problematischer ist das bei der sogenannten zellulären Immunantwort mit durch die Impfung entstehenden, auf SARS-CoV-2 "spezialisierten" Immunzellen, welche genauso zum Schutz beitragen. Jedenfalls kann offenbar bei den Drittimpfungen sowohl mit dem gleichen oder einem anderen Impfstoff als bei den ersten beiden Teilimpfungen vorgegangen werden.

(APA/Red)

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