Drei weitere Impfdosen gegen Omikron nötig? Der Faktencheck

Biontech arbeitet bereits an einen angepassten Omikron-Impfstoff.
Biontech arbeitet bereits an einen angepassten Omikron-Impfstoff. ©APA/BioNTech SE/BioNTech SE
Von mehreren Impfungen oder sogar einem "Impf-Abo" spricht eine Online-Seite in Bezug auf den angepassten Omikron-Impfstoff. Belegen soll das ein 14-sekündiges Video aus einer Biontech-Pressekonferenz. Das steckt dahinter.

Omikron dominiert derzeit die Diskussion rund um die Corona-Pandemie. Die Variante dürfte ansteckender sein und die Impfstoffe dagegen nicht so gut wirken wie zuvor. Zu dem Thema gab der Impfstoffhersteller Biontech zuletzt eine Pressekonferenz. Aussagen daraus werden seither in irreführenden Kontexten verbreitet. Behauptet wird etwa in einem Online-Artikel, dass nach den drei Dosen der Grundimmunisierung aufgrund von Omikron drei weitere Dosen notwendig seien.

Videoausschnitt mit Biontech-CEO Ugur Sahin

Der Artikel bezieht sich auf einen Tweet, in dem Ausschnitte aus einer Pressekonferenz des deutschen Corona-Impfstoffherstellers Biontech vom 8. Dezember 2021 mit CEO Ugur Sahin, der medizinischen Geschäftsführerin, Özlem Türecivom und dem operativen Geschäftsführer, Sierk Poetting, zu sehen sind. Sahin und Türecivom sagen darin, dass einer vorläufigen Laborstudie zufolge drei Dosen ihres Corona-Impfstoffs für einen ausreichenden Schutz vor der Omikron-Variante notwendig seien. Testzeitpunkt der Studie war ein Monat nachdem die Teilnehmenden die Booster-Impfung erhalten hatten.

Eine Passage in der Pressekonferenz sorgt in Sozialen Medien für Verwirrung. Bei Minute 29 sagt Sahin, dass klar sei, dass ihre Impfung für die Omikron-Variante eine Drei-Dosen-Impfung sein solle. Das deuten einige User so, als seien nach der Grundimmunisierung von drei Impf-Dosen weitere drei Dosen vorgesehen. Dafür gibt es keine Hinweise.

Biontech: Noch keine Daten zu Omikron-Impfstoff

Wie eine Biontech-Pressesprecherin der APA auf Anfrage mitteilte, habe das "niemand behauptet". Wie viele Dosen es bei der Neuimmunisierung aber brauche bzw. ob ein Booster eines an Omikron angepassten Impfstoffs ausreiche, könnten sie aktuell noch nicht sagen. Dazu würden noch Studien durchgeführt werden. Auch auf Twitter wurde unter dem Ausgangstweet ein Update veröffentlicht, wonach Sahin die Grundimmunisierung plus Booster gemeint hätte.

Zweiter Booster als Option

Seit 25. November 2021 arbeitet Biontech an einem an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoff. Es würden erst die nächsten Wochen zeigen, ob und wann dieser gebraucht werde. Unklar sei zudem noch, wie lange die Schutzwirkung vor Omikron nach drei Impf-Dosen anhalte. Falls die schützende Zeitspanne zu kurz und die Omikron-Impfung noch nicht verfügbar sei, sei ein zweiter Booster des bestehenden Impfstoffs eine Option.

(APA/red)

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