AA

Disney sagt Teilen von Passwörtern den Kampf an

Disney geht ab Sommer gegen das Teilen von Passwörtern vor.
Disney geht ab Sommer gegen das Teilen von Passwörtern vor. ©Photo by Robyn Beck / AFP
Der Streamingdienst Disney+ plant, im Sommer Maßnahmen gegen das Ausnutzen geteilter Passwörter umzusetzen.
Streamingdienste im Vergleich
Preisklauseln bei Dazn rechtswidrig

Bisher hat Disney das Teilen von Accounts erlaubt, jedoch sollen Nutzer außerhalb desselben Haushalts in Zukunft ein eigenes Abonnement abschließen müssen. Netflix hat bereits seit mehreren Monaten Maßnahmen ergriffen, um das Weitergeben von Passwörtern zu unterbinden - und dadurch mehr Abonnenten gewonnen.

Streaming-Geschäft von Disney soll profitabler werden

Bis zum Ende des dritten Quartals strebt Disney an, Gewinne mit seinem Streaming-Geschäft zu erzielen. In den vorangegangenen drei Monaten verzeichnete das Unternehmen jedoch einen operativen Verlust von 216 Millionen US-Dollar. Es gibt Risiken bei der Bekämpfung von Passwort-Trittbrettfahrern: Verärgerte Nutzer könnten zur Konkurrenz wechseln. Jedoch setzt Disney auf die Anziehungskraft seines Streaming-Angebots mit Inhalten wie "Star Wars" und den Marvel-Superhelden.

Der CEO von Disney, Bob Iger, investiert 1,5 Milliarden Dollar in das Spieleunternehmen Epic Games ("Fortnite"). Das Ziel ist es, ein "Disney-Universum" zu entwickeln, in dem Spiele und virtuelle sowie möglicherweise auch physische Artikel gekauft werden können, so Iger in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC. Dieses Universum soll neben dem Online-Spiel "Fortnite" existieren, aber mit diesem verknüpft sein. Die Entwicklung wird jedoch voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen, erklärte Iger.

Disney mit mehr Einnahmen aus Streaming-Geschäft

Disney profitierte im letzten Quartal erneut von seinen erfolgreichen Freizeitparks und Kreuzfahrten. Das Augenmerk der Wall Street liegt seit einigen Monaten auf den Veränderungen im Mediengeschäft des Unterhaltungsriesen. Das Kabelfernsehen in den USA, das früher eine zuverlässige Einnahmequelle war, schrumpft, da immer mehr Menschen auf Streaming umsteigen. Ähnlich wie andere Hollywood-Konzerne hat auch Disney einen eigenen Streamingdienst eingeführt und dabei hohe Verluste in Kauf genommen, um mit dem Branchenführer Netflix gleichzuziehen.

Laut Disney sank der Umsatz im Kabel-TV im letzten Quartal um zwölf Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar (2,6 Mrd Euro). Die Sparte erzielte einen operativen Gewinn von 1,24 Milliarden Dollar, was einem Rückgang von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Einnahmen aus dem Streaming-Geschäft mit Disney+ und ESPN+ stiegen hingegen um 14 Prozent auf über sechs Milliarden Dollar. Das operative Defizit betrug 216 Millionen Dollar, was im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Verbesserung darstellt, als ein Verlust von einer Milliarde Dollar verzeichnet wurde.

Zahl der Disney+ Abonnenten auf 111 Millionen gesunken

Die Anzahl der Abonnenten im Hauptangebot von Disney+ ist um ein Prozent auf 111,3 Millionen gesunken. Der Konzern prognostiziert jedoch einen Anstieg von 5,5 bis 6 Millionen Nutzern in den kommenden Monaten. Netflix verzeichnete zuletzt über 260 Millionen Kundenhaushalte. Im letzten Quartal erzielte das Geschäft mit Freizeitparks und Fanartikeln einen operativen Gewinn von 3,1 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 9,1 Milliarden Dollar.

Iger legte vor einem Jahr fest, dass die Kosten um 7,5 Milliarden Dollar reduziert werden sollen. Es wurde nun berichtet, dass die Einsparungen voraussichtlich noch höher ausfallen werden. Der Umsatz des Disney-Konzerns blieb mit 23,5 Milliarden Dollar nahezu unverändert. Der Gewinn für das Quartal stieg von 1,28 auf 1,9 Milliarden Dollar an. CEO Iger betonte, dass die Sparmaßnahmen etwa 500 Millionen Dollar dazu beigetragen hätten. Im nachbörslichen Handel konnte die Disney-Aktie um fast sieben Prozent zulegen.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Streaming
  • Disney sagt Teilen von Passwörtern den Kampf an
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen