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Diabetesgesellschaft möchte elektronischen Diabetes-Pass

Der November bringt den Welt-Diabetestag.
Der November bringt den Welt-Diabetestag. ©APA/HELMUT FOHRINGER (Symbolbild/gestellte Szene)
Der Welt-Diabetestag findet am 14. November statt. Im Vorfeld davon ruft die Österreichische Diabetesgesellschaft eine große Aufklärungskampagne ins Leben und hätte gerne einen elektronischen Diabetes-Pass.
Behandlungszentrum geplant
Pandemie als Störfaktor

Auch der ÖVP-Parlamentsklub hat sich des Themas angenommen und will sich einbringen.

Zahl zu Diabetes in Österreich

Zu ihrem "Themenklub" hat die ÖVP Experten, Vertreter der Sozialversicherung, der Ärztekammer und die Mitglieder der Gesundheitsausschüsse von National- und Bundesrat eingeladen. Die Präsidentin der Diabetesgesellschaft, Susanne Kaser, kündigte im Anschluss an die Veranstaltung im Gespräch mit der APA eine große Aufklärungskampagne in Print- und sozialen Medien an. Sie verwies darauf, dass rund 900.000 Menschen in Österreich an Diabetes leiden, rund ein Drittel davon sind von Prädiabetes betroffen, einer Vorstufe des Typ 2 Diabetes. Es macht keine Beschwerden, kann aber schon bleibende Schäden wie Herzkreislauf-Erkrankungen, Nervenschädigungen oder Augenkrankheiten verursachen. Eine frühe Diagnose ist wichtig um die Entstehung eines Typ 2 Diabetes zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.

Risiko von Diabetes

Kaser betonte, dass man mit der Kampagne auf die Gefahren der Krankheit aufmerksam machen wolle. Sie hob die Bedeutung der Vorsorge hervor und unterstrich, dass man schon bei Prädiabetes ansetzen müsse. Je früher die Menschen Bescheid wissen, desto besser können sie Folgeerkrankungen vorbeugen.

Diabetes-Pass als Wunsch

Für die Patienten wünscht sich die Präsidentin der Diabetesgesellschaft einen elektronischen Diabetes-Pass, der auf der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA aufbaut. Darin sollen alle für den Patienten relevanten Informationen, wie die wesentlichen Befunde und die schon absolvierten Behandlungen, abrufbar sein. Für die Patienten ergebe sich daraus die Möglichkeit einer besseren und effizienteren Behandlung, für das Gesundheitssystem eine Einsparungsmöglichkeit, indem Doppel- und Mehrfachuntersuchungen vermieden werden.

Hilfe für Kampagne von Diabetesgesellschaft angekündigt

Zustimmung bekam Kaser dafür von ÖGK-Verwaltungsrat Martin Schaffenrath. Auch ein Unterstützung der Kampagne der Diabetesgesellschaft durch die Sozialversicherung kündigte er an. Die Österreichische Gesundheitskasse könne dafür zwar kein zusätzliches Geld zur Verfügung stellen, weil das auch gesetzlich nicht möglich sei. Die ÖGK werde aber in ihren Kanälen auf die Kampagne hinweisen. Außerdem werde die ÖGK auf die Hausärzte einwirken, dass sie die Patienten auf die Bedeutung der Diabetes-Vorsorge hinweisen.

ÖVP-Gesundheitssprecherin Gabriela Schwarz will bei der Aufklärung und Vorsorge schon bei den Kindern ansetzen und auch die Bundesländer einbinden. Sie plädierte dafür, schon in den Kindergärten und Schulen Maßnahmen zu setzen und hier vor allem auf mehr Bewegung und gesündere Ernährung zu achten. Einbeziehen will Schwarz dabei auch die Schulärzte. Und für die Aufklärung der Erwachsenen strebt sie die Einbeziehung der Betriebsärzte an. "Die Arbeitsmedizin spielt da eine große Rolle." Für die Kampagne kann sich die ÖVP-Gesundheitssprecherin Testimonials vorstellen, die selbst von Diabetes betroffen sind, weil diese eine größere Betroffenheit bewirken können.

(APA/Red)

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