Der Bandenzauber ist wieder da

Das Wiener Stadthallenturnier erlebt als "Dribblanski" Anfang Jänner seine Wiederauferstehung. Eine Vorschau:

Das traditionelle Wiener Stadthallenturnier erlebt 2009 nach einem Jahr EURO-bedingter Absenz ein erfolgreiches Comeback. Am 3. und 4. Jänner gibt es auf dem Parkett der Stadthalle wieder Bandenzauber zu sehen.

Ferserl, Gurkerl, Spitz
Die wichtigsten Zutaten für einen gelungenen Hallenkick sind – neben Details wie Ferserl, Gurkerl oder Spitz – die teilnehmenden Kicker selbst. Die beiden Co-Veranstalter Austria und Rapid spielen selbstverständlich mit, und mit dem Sportklub und der Vienna werden zwei weitere Wiener Traditionsvereine für knisternde Derby-Atmosphäre sorgen. Komplettiert wird das Teilnehmerfeld von Erstligist Magna Wiener Neustadt und Bundesligist LASK. Der Publikumszuspruch ist groß, die Veranstalter rechnen mit einem ausverkauften Haus (18.472 Zuschauer) an beiden Spieltagen.

Der Name ist Programm: “Dribblanski”
Das Turnier nennt sich “Dribblanski”, was auf gut Wienerisch einen technisch beschlagenen Fußballer mit ausgeprägter Ballverliebtheit bezeichnet. An beiden Spieltagen soll der “Dribblanski des Tages” ausgezeichnet werden. Schließlich wird der “Dribblanski des Turniers” gewählt. Eine Auszeichnung, die dem früheren Begriff “Hallenkönig” entspricht. Die Geschichte der Hallenkönige liest sich wie das Who is Who des österreichischen Fußballs: Spieler wie Herbert Prohaska (Austria, Rekordhalter), der derzeitige Vienna-Trainer Peter Stöger (seinerzeit Austria), Dietmar Kühbauer (Rapid) oder Ivica Vastic (Austria, LASK) kehrten gekrönten Hauptes auf den Rasen zurück.

EM-bedingte Pause 2008
2008 hat es im EM-Vorfeld wegen des dichten Terminkalenders keine Hallen-Tricks gegeben. “Viele Fans haben gefragt, wann es wieder das Turnier gibt. Für uns Vereine ist es eine gute Überbrückung im Winter”, meinte Rapid-Manager Werner Kuhn, der verriet, dass die Veranstaltung für die kommenden drei Jahre gesichert sei. Die Tradition soll wiederbelebt, der Begriff Dribblanski zum Symbol gemacht werden.

Rekordsieger Austria
Die Violetten haben die Geschichte des Hallenturniers bestimmt und sind mit 19 Siegen unangefochten Rekordhalter. Spieler wie Prohaska, Gasselich oder Stöger prägten über Jahre hinweg Österreichs Hallenfußball. Ein gewisser Toni Polster netzte 1986/87 21-mal ein – bis heute Rekord. Die Dominanz früherer Jahre und die Aussicht auf den 20. Erfolg mag für die Favoritner Motivation sein. Leicht wird es für die Austria mit Sicherheit nicht.

Rapid in Lauerstellung
Den Grünweißen war in der Halle – im Vergleich mit dem Erzrivalen – historisch relativ wenig Erfolg beschieden. Ganze sieben Mal holten die Hütteldorfer den Titel. Trainer Peter Pacult, 1983/84 selbst Torschützenkönig mit 18 Treffern, wird seinen gesamten Kader auf dem Parkett testen. Nur die Besten sollen zum Einsatz kommen, um den regierenden Meister zum Erfolg zu kicken.

Vienna will überraschen
“Für uns ist es eine tolle Chance zu zeigen, dass wir einige Dribblanski in unseren Reihen haben. 10.000 Euro würde unserem Budget gut tun”, spielte Vienna-Trainer Stöger, der das Turnier als Aktiver viermal gewonnen hat, auf die Prämie für den Turniersieg an. Vienna-Kapitän Andreas Fading, wegen seiner technischen Fähigkeiten einer der Hauptverdächtigen auf die “Dribblanski”-Ehrung, freut sich auf die hallentypische Stimmung: “Wenn wir gegen Rapid spielen, haben wir die Austria-Fans auf unserer Seite – und umgekehrt.”

Sportklub matcht sich mit Bundes- und Erstligist
Der Wiener Sportklub war die Überraschung der Herbstsaison der Regionalliga. Architekt der schwarz-weißen Renaissance in Dornbach ist Trainer Slobodan Batricevic, der seiner jungen Truppe rund um Tormann und Reflexwunder Michael Harrauer auch in der Halle Überraschungen zutraut. Der Sportklub trifft auf Bundesligist LASK und Erstliga-Winterkönig FC Magna Wr. Neustadt. Magna-Trainer Kraft kennt das Gefühl eines Turniersieges bereits – mit einer Erstliga-Auswahl konnte er 2002 den Titel erringen. LASK-Trainer Lindenberger wird auf den dreifachen Hallenkönig Ivica Vastic verzichten müssen. Österreichs 39-jähriger EURO-Torschütze verlängert seinen Winterurlaub.

Kleine Derbies – große Derbies
Neben dem Gruppen-Spiel am ersten Tag kommt es auch am zweiten Tag sicher zumindest zu einem weiteren Duell der Grünen mit den Violetten. Zwischen den Semifinal-Partien schnüren die Legenden beider Traditionsvereine die Hallenschuhe. Den Prolog besorgt ein U13-Turnier mit Rapid, Austria, Sportklub und Vienna. Im Foyer wird eine Fanmeile, auf der sich die Clubs präsentieren und die eine Torwand, einen Quiz- und Wuzzler-Stand usw. bietet, eingerichtet.

Spielplan:
Der komplette Spielplan des Wiener Stadthallenturniers 2009

Ticket-Vorverkaufsstellen:
Wiener Stadthalle: Ticket Service, Märzpark, Halle F. Online-Bestellungen sind unter www.stadthalle.com möglich. Telefon: 01/ 799 99 79. Kassenöffnungszeiten Wiener Stadthalle: Montag bis Samstag 10.00 bis 20.00 Uhr.
Weitere Vorverkaufsstellen:
FK Austria Wien: Franz-Horr-Stadion (Matthias Sindelar-Tribüne, Fischhofgasse 14, 1100 Wien) und „Get Violett Fanshop” (Praterstraße 59, 1020 Wien)
SK Rapid Wien: Gerhard Hanappi-Stadion (Keisslergasse 6, 1140 Wien)
Fernwärme First Vienna FC 1894: Stadion Hohe Warte (Geschäftsstelle, Klabundgasse, 1190 Wien)

Kommentare
Kommentare
Grund der Meldung
  • Werbung
  • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
  • Persönliche Daten veröffentlicht
Noch 1000 Zeichen