Delta-Untervariante AY.4.2: Großer Teil der Fälle in Wien

Das Gesundheitsministerium in Österreich hat sich zur Delta-Untervariante AY.4.2 geäußert.
Das Gesundheitsministerium in Österreich hat sich zur Delta-Untervariante AY.4.2 geäußert. ©pixabay.com (Symbolbild)
Wien liegt bei den Proben mit der Corona-Delta-Untervariante AY.4.2 - verglichen mit anderen Bundesländern Österreichs - weit vorne. Ulrich Elling vom IMBA (Institute of Molecular Biotechnology) findet dabei unter anderem einen Aspekt wichtig - und hat einen "Auftrag an das Bundesministerium" für Gesundheit parat.

Die AY.4.2-Variante ist in Österreich bislang mehr als 30 Mal in Erscheinung getreten. Die Proben, in denen AY.4.2. enthalten war, entfallen dabei zu einem großen Teil auf die Bundeshauptstadt, insgesamt handelt es sich um 50 Prozent der Proben. Das hat Ulrich Elling vom IMBA (Institute of Molecular Biotechnology) in Wien gegenüber VIENNA.at erklärt. Elling verwies allerdings auch darauf, dass die betroffenen Personen nicht zwingend aus Wien stammen müssen - und Wien hinter der Mehrheit der berücksichtigten Proben steckt.

"Auftrag an das Bundesministerium"

Elling misst unter anderem einem Punkt Bedeutung bei: den Hospitalisierungen. Aber: Man kann nicht überprüfen, ob AY.4.2 ein Plus bei der Hospitalisierungszahl nach sich zieht, so der "Reserach Group Leader". Er spricht von einem "Auftrag an das Bundesministerium, die Hospitalisierungsdaten in Echtzeit in das EMS System einzuspielen, um einen Abgleich der Sequenzierergebnisse mit dem Krankheitsverlauf zu ermöglichen." Abgesehen davon würde Elling es eigenen Angaben zu Folge begrüßen, wenn eher als geplant ein breiter Zugang zur Auffrischungsimpfung geschaffen wird. Er verweist in dem Zusammenhang unter anderem auf andere Staaten. Darüber hinaus würde er auch hinter einer Impfpflicht stehen, die einerseits Risikopatienten und andererseits Menschen, die ein festgelegtes Alter überschritten haben, umfasst.

AY.4.2 in Österreich bei niedrigem Prozentsatz angesiedelt

Österreichweit betrachtet ist der Prozentsatz von AY.4.2 gering: Die hierzulande während der vergangenen fünf Wochen sequenzierten Proben beinhalteten zu deutlich weniger als einem Prozent AY.4.2. Das geht aus einer Nachricht des Gesundheitsministeriums an VIENNA.at vom Donnerstag hervor. "AY.4.2 spielt nach den letzten verfügbaren Daten in Österreich keine relevante Rolle am Infektionsgeschehen", heißt es darin. Eine Entwicklung hin zu einem Plus bei AY.4.2 sei bislang nicht erkennbar gewesen - ein Blick auf das zukünftige Infektionsgeschehen bei einer Virus-Untergruppe allerdings nicht leicht.

Österreich: Keine Details zu Fällen von Delta-Untermutation AY.4.2

Details zur Menge an AY.4.2-Fällen, der Aufschlüsselung auf die Bundesländer sowie zum Zeitpunkt des Auftauchens gab es von Seiten des Ministeriums nicht - das würde man als "verfrüht" ansehen. Etwaige Folgen der Ausbreitung von AY.4.2 würde man in Österreich im Auge haben. Aber: Im Moment fehlten exakte Informationen zu "Zuordnung und Definition von AY.4.2". Einen Informationsmangel ortet auch Monika Redlberger-Fritz von der Medizinischen Universität Wien: Momentan würde es für eine Einschätzung von AY.4.2 an ausreichend Daten fehlen. Allerdings gäbe es bereits Daten, die in Richtung einer um 10 Prozent leichteren Ansteckung deuten würden. Eine schlechte Nachricht bleibt uns zumindest fürs erste erspart, denn laut Redlberger-Fritz gibt es keine Aussagen mit Blick auf etwaige schlimmere Verläufe aufgrund von AY.4.2.

AY.4.2: Expertin von Uni in Österreich über Großbritannien

"Weltweit zirkulieren momentan verschiedene Untervarianten von der Delta-Variante mit zusätzlichen Mutationen. Die AY.4.2 Variante ist eine solche Untervariante", erklärt Janine Kimpel vom Virologie-Institut der Medizinischen Universität Innsbruck. Sie verweist auf Großbritannien, wo AY.4.2 in der Vergangenheit mehr Platz eingenommen habe. Das sei möglicherweise ein Argument dafür, "dass diese Variante sich etwas schneller vermehrt als andere Delta-Varianten". Für den Fall, dass bei AY.4.2 die Infektiosität höher ist als bei der ursprünglichen Variante, rechnet Kimpel mit einer Ausbreitung im Land. Darüber hinaus meint sie: "Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass sich mehrmals immer die Variante mit der größten Verbreitungsgeschwindigkeit in den meisten Ländern durchgesetzt hat".

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