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Coronavirus-Neuinfektionen: Wochenende mit Höchstwerten

Ein Wochenende mit Höchstwerten rund um die Coronavirus-Neuinfektionen.
Ein Wochenende mit Höchstwerten rund um die Coronavirus-Neuinfektionen. ©APA (Sujet)
Ein Wochenende mit Höchstwerten: Nachdem am Samstag ein Rekordwert von 1.747 Coronavirus-Neuinfektionen gemeldet wurde, ist auch die Zahl am Sonntag, Stand 9.30 Uhr, mit 1.672 Corona-Neuerkrankungen weiter hoch. Das sind fast doppelt so viele neue bestätigte Fälle wie im Vergleichszeitraum am Sonntag davor. Bundeskanzler Sebastian Kurz richtet einen Appell an die Österreicher.
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Am Sonntag befanden sich 742 Personen aufgrund einer Erkrankung an Covid-19 in krankenhäuslicher Behandlung und davon 135 auf Intensivstationen, berichtete das Innenministerium. Die Gesamtzahl der Personen bei denen das Virus SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, erhöhte sich auf 64.806, 893 sind verstorben und 49.561 genesen. Damit gab es am Sonntag landesweit 14.346 akute Fälle.

Die Neuinfektionen nach Bundesländern:

Burgenland: 44

Kärnten: 53

Niederösterreich: 356

Oberösterreich: 274

Salzburg: 182

Steiermark: 86

Tirol: 167

Vorarlberg: 79

Wien: 431

Kurz appelliert eindringlich an die Österreicher

Angesichts täglich neuer Corona-Rekordzahlen hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Sonntag eindringlich an die Österreicher appelliert, "zusammenzuhalten, um die Ansteckungszahlen niedrig zu halten". Es "liegt an uns allen", den zweiten Lockdown zu verhindern - indem soziale Kontakte reduziert, auf Feiern, große private Zusammenkünfte und Partys verzichtet wird, sagte er in einem langen via Facebook verbreiteten Video mit dem Titel "Die Lage in Österreich ist ernst".

Montagvormittag berät die Bundesregierung mit den Landeshauptleuten in einer Videokonferenz über weitere Maßnahmen angesichts der täglichen Rekord-Zuwächse an Corona-Infizierten. Am Sonntag stimmte Kurz die Österreicher auf einen "herausfordernden Herbst und Winter" ein, eine "extrem schwierige Zeit" mit "Einschränkungen, notwendigen Maßnahmen und Verzicht". Aber er bekräftigte seine Einschätzung, dass es im Sommer nächsten Jahres einen Impfstoff und damit die Rückkehr zur Normalität geben sollte.

Kurz über merkbare "Corona-Müdigkeit"

Kurz sprach die merkbare "Corona-Müdigkeit" an, die zu immer mehr Verschwörungstheorien führe, bis hin zu offenen Aufrufen, Maßnahmen nicht einzuhalten. Er bestätigte, dass die Pandemie derzeit, mit rund 1.000 bis 1.500 täglich neu Infizierten, noch kein Problem für die Intensivmedizin sei. Aber das Virus wachse exponentiell, die Zahlen verdoppeln sich in drei Wochen. Gelinge es nicht, das einzubremsen, habe Österreich im Dezember täglich 6.000 Neuinfizierte. Das sei "alles andere als unrealistisch", Tschechien habe diese Situation bereits heute. Mit der beginnenden Grippewelle würde man dann schrittweise an die Grenzen der intensivmedizinischen Kapazitäten stoßen.

"Das Ziel muss sein, das zu verhindern" - durch die Reduktion der sozialen Kontakte und das Tragen von Masken. Damit könnte ein zweiter Lockdown verhindert werden, verwies Kurz auf "lockdownähnliche Zustände" bereits jetzt in vielen Ländern. Einschränkungen bei Events und Partys würden natürlich vielen Unternehmen schaden. Aber mit einem zweiten Lockdown wäre der wirtschaftliche Schaden wesentlich größer und es wären "deutlich mehr Arbeitsplätze bedroht".

"Je höher die Infektionszahlen, desto größer der Wirtschaftsschaden"

"Je höher die Infektionszahlen, desto größer ist der wirtschaftliche Schaden in einem Land", stellte Kurz fest, unter Hinweis auf die hohe Tourismus-Abhängigkeit Österreichs und den hohen Schaden durch Reisewarnungen. Das Coronavirus "vernichtet unzählige Arbeitsplätze und richtet für viele Menschen sehr viel Leid an". Eine einfache Antwort, schnelle Lösungen durch einzelne Maßnahmen gebe es nicht. Aber: "Wir können, müssen und werden diese Zeit gemeinsam in Österreich überstehen", betonte Kurz.

Klar trat der Kanzler auch der Haltung entgegen, es würde reichen, die älteren Menschen wegzusperren. "So eine Gesellschaft wollen wir nicht sein", sagte er, "ältere Menschen und Risikogruppen haben es verdient, dass wir auf sie Rücksicht nehmen". Zudem würde das nicht funktionieren, müssten doch ältere Menschen auch in Pflegeheimen von Mitarbeitern versorgt werden - und die Mehrzahl wohne nicht in Heimen, sondern "mitten in der Gesellschaft", oft in Familien.

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(APA/Red.)

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