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Coronavirus: Anschober über aktuellen Stand in Österreich

Gesundheitsminister Anschober gibt Auskünfte über die neuesten Coronavirus-Fälle.
Gesundheitsminister Anschober gibt Auskünfte über die neuesten Coronavirus-Fälle. ©APA/HANS PUNZ
Gesundheitsminister Anschober berichtet heute ab 16 Uhr live bei einer Pressekonferenz in Wien über den aktuellen Stand des Coronavirus in Österreich.
Drei weitere Infektionen in Wiener Kanzlei
Praktikantin infiziert
"Mobbing nimmt überhand"

Österreich ist bei den bisherigen Coronavirus-Erkrankungsfällen "relativ stabil". Derzeit gibt es hierzulande "21 plus drei" Infizierte, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) im Vorfeld der heutigen 2. Sitzung des Medizinischen Fachbeirats zum Coronavirus. Bisher wurden landesweit rund 2.700 Testungen durchgeführt.

Drei neue Coronavirus-Fälle in Wien

Zuletzt wurden am Dienstag in Wien drei Fälle bekannt, die im Unternehmen eines schwer erkrankten Wiener Juristen aufgetreten sind. Die Kanzlei hatte alle Mitarbeiter privat bei einem deutschen Institut testen lassen. Die behördlichen Bestätigung-Tests waren am Dienstag noch ausständig. Warum dies nicht bereits zuvor erfolgte, blieb unklar. Derartige Untersuchungen könne "jeder Privatmensch auf private Kosten in Auftrag geben", sagte Anschober. "Wir warten die Bestätigung ab", sagte Michael Binder, der medizinische Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV). Dann soll die Frage nach dem Warum geklärt werden.

Binder betonte, dass unklar ist, wie viele Personen in Österreich tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert sind. "Derzeit können wir es nicht sagen. Wir wissen aber, dass nur ganz wenige Menschen mit symptomhafter Coronavirus-Erkrankung bekannt sind", sagte Binder. Er ging davon aus, "dass nur eine kleine Menge mit nicht erkannter Coronavirus-Erkrankung derzeit vorhanden ist".

Falsche Tests zu häufig möglich

Jedenfalls können nicht "alle Symptomlosen" getestet werden. Denn der Test "ist weder zu 100 Prozent sensitiv noch spezifisch", das heißt, damit können "nicht alle tatsächlich Erkrankten ganz genau" erkannt werden. Laut Binder sind etwa 98 Prozent der Testergebnisse spezifisch. "Wenn wir ungefiltert Menschen ohne Symptome oder Bezug zu dieser Erkrankung testen, würden wir eine sehr große Anzahl falsch-positiver Ergebnisse haben", erklärte der KAV-Direktor. Das würde sich auf die aktuelle Situation "nicht positiv auswirken". Das betreffe aber nicht nur Österreich, sondern die ganze Welt. "Es ist nicht ratsam, Personen zu testen, die keine Krankheitssymptome haben", konstatierte Binder.

Anschober betonte, dass es in Österreich bereits "ein stark ausgebautes Testnetz" gibt. Mit den Kapazitäten "muss man vernünftig umgehen und zielorientiert testen", sagte der Gesundheitsminister. In Wien gibt es beispielsweise vier Labore, die Tag und Nacht in einem abgestimmten Stundenplan die Untersuchungen durchführen, ergänzte Binder.

Milder Verlauf in den meisten Fällen

Anschober sagte einmal mehr, dass das System in Österreich "gut funktioniert". "Wir sind das einzige Land in Europa, das derzeit auch einen Großteil der entsprechenden Absonderungsmaßnahmen vor Ort zu Hause durchführt", so der Gesundheitsminister. Der heimische Weg sei auch "sehr klug, weil er Ressourcen spart in den Spitälern, die werden wir noch brauchen", meinte Anschober. Außerdem zeige sich, "dass in den meisten Fällen in Österreich ein sehr entspannter Erkrankungsfall zu beobachten ist". Es gibt nur einen einzigen Fall mit einer schweren Erkrankung. Diese betrifft den Juristen, der vor dem positiven Testergebnis bereits zehn Tage im Krankenhaus als Grippekranker stationär behandelt wurde und derzeit nicht ansprechbar ist.

Neben Anschober nahm auch der Präsident des Obersten Sanitätsrats, Markus Müller, an der Pressekonferenz teil. Er ist Teil des Beratergremiums der Task Force im Gesundheitsministerium und unter anderem für die "Analyse der stetig wachsenden Evidenz, der Erkenntnislage zum SARS-CoV-2" und der gemeinsamen Analyse der Infektions- und Ressourcenlage in Österreich zuständig. "Das Gesundheitssystem ist in einem sehr gutem Zustand", sagte Müller.

Aida-Schiff mit Österreichern darf in See stechen

Ein Verdacht auf eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus auf dem Kreuzfahrtschiff "Aida Aura" in Norwegen hat sich nicht bestätigt. Das Schiff mit rund 1.200 Passagieren, darunter elf Österreicher, könne in den nächsten Stunden in See stechen, teilte Peter Guschelbauer, Sprecher des Außenministeriums in Wien, der APA mit.

Zunächst hatte die Befürchtung bestanden, zwei Passagiere könnten mit SARS-CoV-2 infiziert sein. Das Schiff lag daher seit Montagabend im Hafen der norwegischen Küstenstadt Haugesund vor Anker und wartete auf die Abklärung des Verdachtsfalls durch die Gesundheitsbehörden.

Die "Aida Aura" war am 29. Februar von Hamburg aus zu einer Reise entlang der norwegischen Küste aufgebrochen. Am Montag erreichte das Schiff seine erste Station Haugesund an der Südwestküste Norwegens. Noch am Dienstagnachmittag sollte die Kreuzfahrt nunmehr fortgesetzt werden.

(APA/red)

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