Coronakrise: Mikrobiologe warnt vor generellem Aufsperren am 19. Mai

Der Experte warnt vor einer generellen Öffnung am 19. Mai.
Der Experte warnt vor einer generellen Öffnung am 19. Mai. ©APA (Sujet)
Der Mikrobiologe Michael Wagner warnt davor, am 19. Mai alles wieder aufzusperren. "Wenn man alles gleichzeitig aufmacht, kann man sehr schnell in eine Dynamik kommen, die unangenehme Konsequenzen nach sich zieht", so Wagner am Montagabend in einem Interview.

Aus derzeitiger Sicht sollen an diesem Tag Gastro, Hotellerie und Sport- und Kultureinrichtungen aus ihrem über sechsmonatigen coronabedingten "Winterschlaf" erwachen.

Corona: Experte will Gastro, Events und Sport vorerst nur im Freien

Der Experte sprach sich im Interview mit Puls 24 dafür aus, die Gastronomie, aber auch Veranstaltungen und organisierte sportliche Betätigung vorerst nur im Freien zuzulassen: "Alles, was in Innenräumen ist, würde ich weiter nach hinten schieben, wenn es nicht dringend notwendig ist." Ansonsten befürchtet Wagner wieder ansteigende Infektionszahlen, die sich in weiterer Folge in den Spitälern niederschlagen könnten.

In Vorarlberg, wo die Gastronomie bereits seit Wochen unter Auflagen geöffnet hat - so muss beim Eintritt ein negativer Test auf SARS-CoV-2 vorgelegt werden - geht Wagner von einer "sehr hohen Dunkelziffer, von der wir gar nix wissen" aus. Vorarlberg gelte zwar als vorbildlich beim Testen, "das stimmt aber nur für Antigentests im Vergleich zu den anderen Bundesländern". Antigentests seien jedoch weit weniger aussagekräftig als PCR-Tests, die britische Virusvariante sei mit Antigentests allein nicht in den Griff zu kriegen gewesen.

Der Mikrobiologe sprach sich vehement dagegen aus, dass die sogenannten Wohnzimmer-Tests im "Grünen Impfpass" Berücksichtigung finden, der im kommenden Sommer gegen Corona Geimpften, von Covid-19 Genesenen und auf SARS-CoV-2 Getesteten als "Eintrittsticket" dienen soll. Wagner bezeichnete diese Antigen-Schnelltests als "nicht verlässlich genug, als dass man infektiöse Personen in ausreichendem Maße detektieren kann". Sie würden "keine wirkliche Sicherheit" bieten, "bis zu 80 Prozent der Infektionen werden übersehen". Daher Wagners Fazit: "Selbsttests haben meiner Meinung nach im 'Grünen Pass' nichts verloren."

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(APA/Red.)

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