Coronakrise: Caritas fordert Unterstützung für Arbeitslose und Kurzarbeiter

Die Caritas fordert Hilfe für Arbeitslose und in Kurzarbeit befindliche.
Die Caritas fordert Hilfe für Arbeitslose und in Kurzarbeit befindliche. ©APA (Sujet)
Die Coronavirus-Pandemie hat eine hohe Arbeitslosigkeit verursacht. Die Caritas fordert Hilfe für die rund 950.000 arbeitslosen, in Schulung befindlichen oder zur Kurzarbeit angemeldeten Menschen.

Einerseits eine Beschäftigungsoffensive, andererseits eine Absicherung jener, die keine Arbeit finden. Dazu sollte das Arbeitslosengeld auf ein existenzsicherndes Niveau angehoben und die Sozialhilfe "armutsfest" gemacht werden. Die Rekordarbeitslosigkeit brauche eine "Rekordverantwortung".

Die Bundesregierung und auch Arbeitsminister Martin Kocher haben sich bisher gegen eine Erhöhung des Arbeitslosengelds ausgesprochen.

Coronakrise: Große Belastung durch Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

"Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit sind für viele Menschen existenzbedrohend. In unseren 53 Sozialberatungsstellen österreichweit unterstützen wir Menschen, die nicht wissen, wie sie am Endes des Monats ihre Rechnungen begleichen sollen", erklärt Caritas-Österreich-Präsident Michael Landau am Mittwoch in einer Aussendung. Dabei gehe es nicht nur um materielle Probleme, sondern Arbeit sei auch wesentlich für gesellschaftliche Teilhabe. Mit einem Jobverlust seien nach wie vor Scham und psychische Belastungen verbunden.

Besonders besorgt zeigt sich die Caritas über die starke Zunahme der Langzeitarbeitslosigkeit. Dass erstmals auch jüngere Menschen verstärkt von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, zeige dringenden Handlungsbedarf auf. Um die Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen, brauche es eine aktive Arbeitsmarktpolitik und eine echte Beschäftigungsoffensive.

Landau begrüßt die von der Regierung angekündigte Initiative, bis 2022 insgesamt 50.000 langzeitarbeitslosen Menschen eine Rückkehr in die Erwerbsarbeit ermöglichen zu wollen: "Dazu braucht es zusätzliche öffentliche Investitionen, um dringend benötigte Arbeitsplätze in Unternehmen, Gemeinden sowie im gemeinnützigen Bereich zu schaffen. Ebenso braucht es den weiteren Ausbau von niederschwelligen und zielgruppenspezifischen Beschäftigungsprogrammen sowie flexible Rahmenbedingungen für sozialökonomische Unternehmen." Dabei sei individuelle Betreuung je nach Fähigkeiten der Beschäftigten wichtig. Um eine längerfristige Vermittlung in den Arbeitsmarkt zu erreichen, müssten die Betroffenen gestärkt werden.

Caritas-Engagement für Betroffene

Die Caritas hat selber Kooperationen mit Unternehmen, um Langzeitarbeitslose auf den regulären Arbeitsmarkt zu vermitteln. So betreibt die Perspektive Handel Caritas GmbH in vier Bundesländern Spar-Supermärkte als sozialökonomische Betriebe. Über-50-Jährige und Langzeitarbeitslose können dort in einem befristeten Dienstverhältnis Qualifikationen erwerben und haben dadurch höhere Chancen, später in eine Festanstellung übernommen zu werden. Das Unternehmen wiederum profitiere von praxisnah ausgebildeten Personen.

Die bestehenden Eingliederungshilfen seien eine wichtige Maßnahme, aber die Chancen einer Vermittlung würden vor allem durch begleitende Beratung und Betreuung steigen. Eingliederungsbeihilfen sollten daher durch einen Ausbau qualitativer Betreuungsmaßnahmen ergänzt werden. Landau weist auch auf die Möglichkeit der Schaffung von Arbeitsplätzen in der Kreislaufwirtschaft hin. Der verstärkte Einsatz von öffentlichen Mitteln in diesem Bereich könne Krisenfolgen abfedern und gleichzeitig den ökologischen Wandel unterstützen.

Österreichweit setzt die Caritas mehr als 100 Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte um. Damit fanden im letzten Jahr knapp 2.000 Menschen, die am Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind, eine befristete Anstellung. Regelmäßige Beschäftigung, Qualifizierung und soziale Stabilisierung unterstützen dabei, in Folge einen Arbeitsplatz am regulären Arbeitsmarkt zu erlangen.

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(APA/Red.)

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