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Corona-Sorglosen sind eigene Rechte und Demokratie wichtiger als die Gesundheit

Die Gruppe der Corona-Sorglosen hat kaum Angst vor der Krankheit, aber große Angst vor dem Verlust persönlicher Freiheiten
Die Gruppe der Corona-Sorglosen hat kaum Angst vor der Krankheit, aber große Angst vor dem Verlust persönlicher Freiheiten ©Pexels/Nandhu Kumar (Sujet)
Jene Menschen, denen die Coronakrise weniger Sorgen bereitet, haben ganz andere Prioritäten. Ihnen bereitet vor allem Kopfzerbrechen, wie sich die Pandemie auf die Demokratie und die persönlichen Rechte auswirkt.
Zustimmung zu Corona-Maßnahmen gesunken

Wie das Coronavirus die eigene Gesundheit und die der Angehörigen bedroht, beschäftigt die Corona-Sorglosen weniger, ergab eine Umfrage der Integral Markt- und Meinungsforschung unter 1.000 Österreichern im Oktober.

Ein Fünftel der Bevölkerung macht sich kaum Corona-Sorgen

Rund ein Fünftel der Bevölkerung (22 Prozent) fällt in die Gruppe der Corona-Sorglosen. Sie sind in allen Altersgruppen zu finden, allerdings sind es tendenziell eher Männer. Sie sind laut Integral in den gehobenen gesellschaftlichen Milieus unterrepräsentiert und verfügen im Schnitt über einen geringeren formalen Bildungsgrad.

Bei den Unbekümmerten finden sich jedenfalls besonders viele, die sich um Demokratie und Freiheit sorgen (78 Prozent im Gegensatz zu 64 Prozent in der Gesamtbevölkerung). Um die eigene Gesundheit sowie um die ihrer Angehörigen sorgen sie sich hingegen nur stark unterdurchschnittlich.

Gesundheit nicht so wichtig wie Demokratie und persönliche Freiheit

Wenn es um die eigene Befindlichkeit geht, bereitet das nur 26 Prozent der Sorglosen Kopfzerbrechen, bei der Gesamtbevölkerung sind das allerdings mehr als die Hälfte (53 Prozent). Auch gehen die Unbekümmerten lockerer mit der Sorge um den Gesundheitszustand der Angehörigen um (32 Prozent sind besorgt), bei der Gesamtbevölkerung sind das in der Krisensituation immerhin 72 Prozent.

Dafür ist jenen, die wegen der Pandemie unbekümmert sind, wichtiger wie es mit Demokratie und persönlicher Freiheit weiter geht (78 Prozent im Gegensatz zu 64 Prozent der Gesamtbevölkerung). Auch ist ihnen wichtiger, dass die Versorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs gegeben ist (32 Prozent im Gegensatz zu 31 Prozent gesamt).

Corona-Sorglose sind medienskeptisch

Die Sorglosen sind allerdings sehr skeptisch gegenüber den Medien; mit 84 Prozent sind sie auffällig oft der Ansicht, man könne nichts mehr glauben, was in den Medien berichtet wird. Zudem meinen sie überdurchschnittlich häufig, dass öffentlich-rechtliche Sender und Tageszeitungen aufgrund der Coronakrise an Vertrauen verloren haben - im Vergleich zur Gesamtbevölkerung haben sie aber mehr Vertrauen in die Sozialen Medien.

Wenig Vertrauen in die Bundesregierung

Besonders geringes Vertrauen haben sie auch in die österreichische Bundesregierung sowie die Landesregierung ihres Bundeslandes. Bei der Frage nach der Bewertung der Regierungsarbeit in der Corona-Krise stellen sie ein besonders vernichtendes Urteil aus: Nur 14 Prozent bewerten dieses (sehr) gut - während dies 45 Prozent der Gesamtbevölkerung tun. Auch die Corona-Ampel sowie den Umfang der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bewerten sie deutlich kritischer als der Schnitt. Je 36 Prozent der Sorglosen schreiben der FPÖ die höchste Lösungskompetenz zu - in der Gesamtbevölkerung sind das nur 16 Prozent - bzw. halten sie keine einzige Partei für kompetent (im Gegensatz zu 26 Prozent in der Gesamtbevölkerung).

Orientierungslosigkeit und Alleingelassen-Gefühl

Auffällig viele Sorglose - nämlich 71 Prozent - sind der Ansicht, sie hätten nichts vom Staat und müssten selbst schauen, wie sie über die Runden kommen, während dies im Bevölkerungsschnitt nur 51 Prozent meinen. "Viele Corona-Sorglose sind orientierungslos in unserer komplexen Gesellschaft. Sie fühlen sich von Staat und Gesellschaft allein gelassen, was zu einer generellen Skepsis und vor allem einer demonstrativen Gegenposition zum gesellschaftlichen Konsens führt. Damit sind sie auch besonders anfällig für populistische Ideologien", so Bertram Barth, Geschäftsführer von Integral.

(APA/Red)

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