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Zustimmung zu Corona-Maßnahmen der Regierung gesunken

Die Zustimmung unter der Bevölkerung ist gesunken.
Die Zustimmung unter der Bevölkerung ist gesunken. ©APA/BARBARA GINDL
Eine Umfrage hat gezeigt, dass die Zustimmung zu den Corona-Maßnhamen bei der Bevölkerung deutlich gesunken sind. Nur mehr 53 Prozent denken, dass die Regierung richtig mit der Krise umgeht. .

Die Zustimmung zu den Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung des Coronavirus ist in der österreichischen Bevölkerung seit März deutlich gesunken. Nur noch 53 Prozent sind der Meinung, dass die Regierung mit der Krise richtig umgeht. Das geht aus einer am Donnerstag präsentierten Studie hervor, die das Gallup-Institut in Kooperation mit dem Medienhaus Wien erstellt hat. Auch die Rolle der Medien wird kritischer als zu Beginn der Krise gesehen.

Das Institut erhebt seit Mitte März regelmäßig die Stimmungslage sowie die Mediennutzung in der Coronakrise. Für die aktuelle Umfrage wurden 1.000 Personen zwischen 2. und 5. Oktober online befragt. Sie ist repräsentativ für die webaktive Bevölkerung ab 16 Jahren.

Daten zeigen "Verunsicherung, Müdigkeit, Ratlosigkeit"

"Wir sehen quer durch alle Daten, es gibt eine Verunsicherung, eine Müdigkeit, eine Ratlosigkeit", sagte die Leiterin des Gallup-Instituts, Andrea Fronaschütz, bei einer Online-Pressekonferenz am Donnerstag. Bei einer Befragung Ende März waren noch 91 Prozent der Meinung, dass die Regierung mit der Krise richtig umgeht. Nur etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) glaubt aktuell, dass das Gesundheitssystem gut für den Herbst gerüstet ist. Die Corona-Ampel finden viele zwar grundsätzlich sinnvoll, aber verwirrend (47 Prozent), 31 Prozent sind der Meinung, sie bringe gar nichts, 17 Prozent sagen, sie schaffe Klarheit. Die Bereitschaft, Freiheitsrechte vorübergehend aufzugeben, ist auf 70 Prozent gesunken (von 95 Prozent Ende März).

War im Juni noch mehr als die Hälfte der Österreicher (53 Prozent) der Meinung, dass die Pandemie unter Kontrolle sei, glaubt das derzeit weniger als ein Fünftel (18 Prozent). "Wir stellen insgesamt eine abnehmende Zuversicht fest, die durch die persönliche Betroffenheit nicht erklärt werden kann", sagte Fronaschütz. Denn der Anteil jener Personen, der durch den Ausbruch der Krise keine Einkommenseinbußen erlitten hat, sei mit rund 60 Prozent stabil geblieben.

Österreicher sehen pessimistischer in die Zukunft

Die Zukunft wird also pessimistischer eingeschätzt als noch im Sommer. 31 Prozent glauben, dass das Schlimmste noch bevorsteht und nur 8 Prozent denken, dass das Schlimmste vorbei ist. 52 Prozent sind der Meinung, dass die Situation weitgehend so bleiben wird, wie sie jetzt ist. Im Juni sah das noch anders aus, damals glaubten nur 11 Prozent, dass das Schlimmste noch bevorsteht, im September stieg dieser Anteil auf 38 Prozent. Angst vor einer zweiten Welle haben 56 Prozent, 45 Prozent haben keine Angst davor.

Beliebtheit der Politiker hat sich verändert

Die Arbeit der politischen Parteien wird weniger positiv bewertet als im März. Dieses Bild zeigt sich auch bei den einzelnen Politikern: Am positivsten fällt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit 46 Prozent der Nennungen auf. Er wird besser beurteilt als Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der auf 41 Prozent zurückgefallen ist (gegenüber 80 Prozent im März). Leicht zulegen konnten dagegen die SPÖ-Politiker Pamela Rendi-Wagner (von 14 auf 19 Prozent), Michael Ludwig (von 6 auf 13 Prozent) und Peter Hacker (von 6 auf 10 Prozent) sowie NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger (von 7 auf 10 Prozent).

Weniger positiv wird auch die Rolle der Medien gesehen. War im März noch ein Viertel der Österreicher der Ansicht, dass diese geholfen haben, die Gefahren zu erkennen und die Krise einzudämmen, sind es mittlerweile nur noch 17 Prozent. Erstmals sind etwas mehr Menschen der Meinung, die Medien hätten eher Panik verbreitet (21 Prozent) als geholfen. Die Mehrheit beurteilt die Rolle der verschiedenen Medien aber unterschiedlich (59 Prozent). "Wenn die Medien lediglich als Überbringer der jeweiligen politischen Botschaft wahrgenommen werden und wir Skepsis gegenüber den Regierungsmaßnahmen haben, dann färbt diese Skepsis auf den Überbinger ab", sagte Fronaschütz.

32 Prozent informieren sich nicht mehr über die Coronakrise

Verändert hat sich auch die Mediennutzung. Mittlerweile informiert sich ein Drittel (32 Prozent) gar nicht mehr über die Coronakrise, bei den 16- bis 30-Jährigen sind es sogar 41 Prozent. Im März gaben noch 92 Prozent an, sich täglich über die Krise zu informieren,. Am häufigsten wird nach wie vor das Fernsehen genutzt, um sich über das Coronavirus auf dem Laufenden zu halten, allerdings ist auch hier die Nutzung wie in nahezu allen Mediengattungen (bis auf gedruckte oder digitale Zeitschriften, wo es einen leichten Anstieg gab), zurückgegangen (von 88 auf 70 Prozent).

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(APA/Red)

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