Corona-Risikogruppen: Anschober erläutert nötige Umsetzungsschritte

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Coronavirus-Pressekonferenz am Donnerstag
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Coronavirus-Pressekonferenz am Donnerstag ©APA/HELMUT FOHRINGER
Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober sind die behördlichen Definitionen der Risikogruppen für eine Covid-19-Erkrankung fast fertig. Nun soll die Umsetzung erfolgen.
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Risikogruppen können freigestellt werden

"Jetzt geht es um Umsetzungsschritte. Wie kommen wir zu diesen Personen?", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag. In der nächsten Woche sollen die - laut einem Artikel der "Salzburger Nachrichten" bis zu 100.000 - Betroffenen direkt informiert werden.

Fachbeirat evaluierte Arbeitnehmer mit hohem Risiko

Jener Fachbeirat, der anhand von Vorerkrankungen festlegen sollte, welche Arbeitnehmer ein besonders hohes Krankheitsrisiko haben, sei mittlerweile "im Wesentlichen mit der Arbeit fertig", betonte Anschober. Nun gehe es um konkrete Anweisungen für den Gesundheitssektor. "Wie schaut zum Beispiel eine Checkliste für die Mediziner und Medizinerinnen, für die niedergelassenen Ärzte aus, damit sie dann entscheiden können, soll diese betroffene Person eine Freistellung oder Homeoffice oder andere Schutzmöglichkeiten im Betrieb erhalten?"

Dieser Prozess sei noch im Laufen, sagte Anschober. "Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass wir den Zeithorizont, den wir uns vorgenommen haben, dass es nämlich nächste Woche die Information der betroffenen Personen direkt gibt, einhalten können."

Anschober: "Kombination von Leiden" ist maßgeblich

Laut dem "SN"-Artikel (Donnerstagsausgabe) sind die von den Experten verwendeten Kriterien letztlich sehr eng gefasst. In erster Linie gehe es um "Krebspatienten mit Chemotherapien und Personen, die unter einer Immunsuppression leiden". Viele andere Krankheitsbilder würden demnach allein nicht ausreichen, etwa "nur" Diabetes. "Erst eine Kombination von Leiden soll dann den Anspruch auf Homeoffice oder Freistellung auslösen." Laut der Zeitung käme man so auf einen Kreis von 70.000 bis 100.000 Arbeitnehmern. Es werde weiters daran gedacht, eine Altersuntergrenze zu ziehen, diese solle bei Mitte 40 liegen.

Kritik: "Tatenlosigkeit der Regierung"

Scharfe Kritik wegen der "Tatenlosigkeit der Regierung" übte SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch. "Vor drei Wochen wurde seitens der Regierung angekündigt, einen Plan vorzulegen, wie gesundheitlich besonders gefährdetet Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor einer Corona-Infektion geschützt werden können. Bis heute gibt es keine Regelung. Das ist verantwortungslos." Er erwarte, "dass die Regierung hier endlich in die Gänge kommt und sich nicht weiter nur jeden Tag hinstellt, um Ankündigungen zu machen und die Bevölkerung zu verunsichern".

(apa/Red)

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