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Corona-Medikament von Apeiron mit Erfolgen in Phase-2-Studie

Apeiron: Wiener Unternehmen meldet signifikante Reduktion der Tage mit mechanischer Beatmung.
Apeiron: Wiener Unternehmen meldet signifikante Reduktion der Tage mit mechanischer Beatmung. ©APA/dpa/Christophe Gatea (Symbolbild)
In der Phase-2-Studie eines möglichen Covid-19-Medikaments des Wiener Unternehmens Apeiron wurden erste Erfolge erzielt.
Studien-Start an 200 Patienten

Ein mögliches Covid-19-Medikament des Wiener Unternehmens Apeiron hat in der Phase-2-Studie eine signifikante Reduktion der Tage mit mechanischer Beatmung und der Viruslast bei schwerkranken Patienten gezeigt. Die Behandlung habe sich als sicher und gut verträglich erwiesen. "Dies bestärkt uns darin, die Entwicklung dieses vielsprechenden therapeutischen Entwicklungskandidaten fortzusetzen", berichtete der Universitätsprofessor und Apeiron-Gründer Josef Penninger am Freitag.

Studie wurde in Österreich, Deutschland, Dänemark und Russland durchgeführt

Die Studie mit hospitalisierten Patienten wurde in Österreich, Deutschland, Dänemark und Russland durchgeführt, teilte das Biotechnologieunternehmen in einer Aussendung mit. Von 178 schwer erkrankten Covid-19-Patienten erhielten 88 das APN01 (Alunacedase alpha) genannte Mittel und 90 ein Placebo und zudem eine Standardbehandlung. Die Patienten wurden für sieben Tage behandelt und insgesamt 28 Tage in der Studie untersucht.

Apeiron-Studie: Reduktion der Virenlast

Die Ergebnisse zeigten statistische Signifikanz für die Verbesserung der Anzahl der Tage ohne mechanische Beatmung und die Reduktion der viralen RNA-Last. Die Behandlung mit APN01 hatte außerdem einen positiven Einfluss auf zentrale Biomarker des Renin-Angiotensin-Systems (RAS), dies sei eine Bestätigung der Wirkung der Behandlung. Eine verkürzte Zeit unter mechanischer Beatmung, könne zudem das Risiko medizinischer Komplikationen und Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) deutlich senken und gleichzeitig Intensivstationen und das gesamte Gesundheitssystem entlasten.

Zudem wurde die APN01-Behandlung nach der Elf-Punkte-Skala der Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht, die den klinischen Zustand der Patienten nach festgelegten Parametern bewertet. Diese Ergebnisse zeigen laut Apeiron eine Verbesserung wichtiger klinischer Parameter. In der APN01-Gruppe wurde im Vergleich zur Kontrollgruppe eine Tendenz zur schnelleren Genesung festgestellt.

So funktioniert das Coronavirus-Medikament

APN01 ist die rekombinante Form des menschlichen Angiotensin-Converting-Enzyms 2 (rhACE2) und ahmt die natürliche Form von ACE2 nach, einem Rezeptor, der als essenzielles Eintrittstor für das SARS-CoV-2 Virus in die Zelle gilt und eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Covid-19 spielt. Das Virus bindet mittels seiner Spike-Proteine an das ACE2 auf den menschlichen Zellen, um in diese einzudringen. APN01, die lösliche Form von ACE2, kann die Bindung des Virus-Spike-Proteins an den Zelloberflächenrezeptor und damit die Infektion von Zellen verhindern, hieß es in der Aussendung.

"Diese wichtige Studie untermauert die Ergebnisse unserer Forschung und vorangegangener APN01-Entwicklungsprogramme bei anderen SARS-Viren und verwandten schweren Atemwegserkrankungen. Wie in dieser Studie gezeigt, kann APN01, die rekombinante Form des humanen ACE2 Proteins, dem Virus 'die Tür versperren', die es nutzt, um in die Zellen zu gelangen. Zusätzlich kann das Gewebe durch die Regulation des Faktors Ang II im RAS-System geschützt werden," erläuterte Josef Penninger, Miterfinder von APN01 und Professor an der University of British Columbia in Kanada.

"Die jüngst aufgetretenen Virusvarianten, die gegen Antikörper-Medikamente oder sogar gegen Impfstoffe resistent sein könnten, benötigen weiterhin ACE2 als Rezeptor und Eintrittspforte in die Zelle. APN01 könnte damit zu einem essenziellen Bestandteil eines globalen Therapie-Repertoires gegen diese Varianten werden sowie gegen Varianten, die in Zukunft auftreten", berichtete Penninger. "Wir werden jetzt die nächsten Schritte in der weiteren Entwicklung von APN01 mit den Studienärzten, Beratern und den Regulierungsbehörden besprechen, um eine Therapieoption für diese tödliche Krankheit realisieren zu können", kündigte Apeiron-Vorstandsvorsitzender Peter Llewellyn-Davies an.

Derzeit erfolge die detaillierte Auswertung der Studienergebnisse. Anschließend ist eine Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen, peer-reviewten Journal geplant.

(APA/Red)

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