Corona-Krise brachte Einrichtungsboom

XXXLutz-Manager: Gestriger Montag wie "ein sehr guter Samstag mit weniger Frequenz"
XXXLutz-Manager: Gestriger Montag wie "ein sehr guter Samstag mit weniger Frequenz" ©pixabay.com (Symbolbild)
Möbel, Heimwerkerbedarf und Elektrowaren waren im Gesamtjahr 2020 sehr gefragt, sodass die Geschäfte im Schnitt reale Umsatzzuwächse von 4 Prozent erzielten. Trotz wochenlanger Lockdowns sei die Kaufbereitschaft beim Welser Möbelkonzern XXXLutz "riesig".

Der zweitgrößte Möbelhändler der Welt dürfte die Coronavirus-Krise nahezu unbeschadet überstehen.

XXXLutz mit der Umsatzentwicklung zufrieden

XXXLutz ist mit der Umsatzentwicklung nach dem Ende des sechswöchigen Corona-Lockdowns zufrieden. Von den Erlösen her sei der gestrige Montag wie "ein sehr guter Samstag mit weniger Frequenz" gewesen, sagte XXXLutz-Sprecher und Marketing-Chef Thomas Saliger am Dienstag zur APA. "Es ist ein wichtiges Signal, dass die Konsumstimmung da ist." Auch für die kommenden Tage und Wochen erwartet der XXXLutz-Manager aufgrund der Nachziehkäufe eine gute Umsatzentwicklung.

Menschen gaben in Coronakrise mehr Geld für Möbel aus

Weil viele Menschen seit der Coronakrise weniger für Urlaub, Autos und Gastronomie ausgeben und mehr Geld für Möbel und Einrichtungen, konnte XXXLutz nach eigenen Angaben die lockdownbedingten Umsatzausfälle immer wieder aufholen. Die XXXLutz-Eigentümerfamilien Seifert mussten kein Geld einschießen. "Wir kommen so über die Runden und sind wegen Corona nicht in den Krisenmodus gefallen", sagte der XXXLutz-Sprecher.

Vor der Coronakrise lag der Jahresumsatz der XXXLutz-Gruppe in Österreich und im Ausland bei 5,1 Mrd. Euro. Für 2020 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor. Der flächenbereinigte Umsatz der Möbelkette - ohne Zukäufe - soll sich im vergangenen stabil entwickelt haben. Mitarbeiter musste der Händler im Coronajahr nicht abbauen, zuletzt waren es knapp 26.000 Beschäftigte in 13 Ländern.

Weil die Coronapandemie die Reiselust wohl noch länger trüben wird, rechnet der Möbelmanager in den nächsten ein bis zwei Jahren mit einem weiteren Einrichtungsboom. "Wir gehen sehr positiv in die nächsten Monate und Jahre." Heuer investiert die Möbelkette wie geplant rund 150 Mio. Euro in ihre Standorte.

Die Konsumlaune ist aber stark abhängig von der finanziellen Lage und Jobsituation der Konsumenten. Der XXXLutz-Manager plädiert daher für die Beibehaltung der aktuellen Corona-Kurzarbeitsregelung, die vorerst bis Ende März befristet ist. Die Kurzarbeit habe Einkommen gesichert und den Konsum teilweise stabilisiert. Erneut forderte Saliger eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer, um den Konsum anzukurbeln. Saliger sieht es als Aufgabe der Politik, sich für die Zeit nach Corona Gedanken zu machen. "Es ist ganz wichtig, den Konsum und die Konsumlaune aufrecht zu erhalten."

Möbelkette auf eventuellen weiteren Lockdown vorbereitet

Sollten die Corona-Infektionszahlen wieder steigen und einen vierten Lockdown notwendig machen, sieht sich die Möbelkette mit ihrem Webshop und "Click & Collect" gut vorbereitet. "Angst haben wir keine, es ist so, wie es ist", sagte der XXXLutz-Mann.

Nicht kommentieren wollte Saliger die Steuer-Causa. Der Möbelriese hat in der Vergangenheit seine Steuerzahlungen in Österreich reduziert, indem Markenrechte nach Malta ausgelagert wurden. Durch die Zahlung von Lizenzgebühren wurde der Gewinn in Österreich verringert. Das ist nach Ansicht der Finanzbehörde unzulässig, was nun auch der Verwaltungsgerichtshof bestätigt hat. Wie der Rechtsstreit nach dem VwGH-Urteil weitergeht, ist derzeit noch offen.

(APA/Red)

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