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Corona-Infektionszahlen: Reisegrund laut AGES irrelevant

Das Geburtsland spielt bei der Erhebung keine Rolle.
Das Geburtsland spielt bei der Erhebung keine Rolle. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Am Freitag hat die AGES betont, dass bei der Erhebung der Coronavirus-Zahlen der Grund einer Auslandsreise für die Suche nach der Infektionsquelle irrelevant ist. Die Agentur erhebe zwar die Staatsangehörigkeit, nicht aber das Geburtsland.
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Kogler wirft Kurz mangelnde Sensibilität vor

Für die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ist bei der Erhebung der Covid-19-Infektionszahlen der Grund einer Auslandsreise für die Suche nach der Infektionsquelle irrelevant. Im Meldesystem würden zwar sehr wohl Daten wie die Staatsangehörigkeit der Getesteten erhoben, hieß es am Freitag im Gespräch mit der APA, keinesfalls aber das Geburtsland. Dem Virus sei es zudem egal, aus welchem Grund sich eine Person im Ausland aufgehalten habe.

Agentur erhebt Staatsangehörigkeit, nicht aber Geburtsland

Im Rahmen der Überwachung der Epidemie erhebt die AGES mit der Gesundheitsbehörde im Rahmen der Quellen-Suche Informationen über die Auslands-Reiseaktivität. Bei Vorliegen einer "infektionsepidemiologisch relevanten Reiseaktivität" in ein Land, welches eine höhere Inzidenz aufweist als in der österreichischen Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt registriert ist, wird der Fall dann als "wahrscheinlich Reise-assoziiert" eingestuft. Auch die Folge-Fälle sind Teil dieser Reise-assoziierten Übertragungskette.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte Einreisebeschränkungen über die Weihnachtsfeiertage mit der Aussage begründet: "Wir hatten im Sommer sehr, sehr niedrige Ansteckungszahlen nach dem Lockdown und haben dann durch Reiserückkehrer und insbesondere auch durch Menschen, die in ihren Herkunftsländern den Sommer verbracht haben, uns Ansteckungen wieder ins Land hereingeschleppt." Nach Kritik an der Aussage hatte er gemeint, es gehe "genauso" auch um Auslandsösterreicher, die nach Österreich zurückkehren.

Erhöhte Reiseaktivität war nicht ungewöhnlich

Die AGES hat in den Sommer-Monaten ein vermehrtes Auftreten von Infektionen bei Reiserückkehrern registriert, welches laut den Experten generell bei der erhöhten Reiseaktivität in dieser Saison nicht ungewöhnlich ist. So waren in den vier August-Wochen 2.145 von 5.916 Infektionen auf eine Quelle im Ausland zurückzuführen, also etwas mehr als ein Drittel. In 1.384 Fällen konnte man diese explizit auf den Westbalkan festmachen, also die Nachfolgestaaten Jugoslawiens und Albanien. Dies entspricht einem knappen Viertel aller neu festgestellten Infektionen.

Allerdings unterscheidet die AGES nicht zwischen Touristen und jenen "insbesondere" vom Kanzler angesprochenen Menschen, "die in ihren Herkunftsländern den Sommer verbracht haben". Auf Basis der vorhandenen Daten könne man das nicht erheben, zumal es auch "nicht für den Erkenntnisgewinn über die Regionalität des Infektionserwerbs relevant" ist, hieß es dazu aus der AGES zur APA.

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(APA/Red)

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