Corona: Asthma-Cortisonspray mit beschränkter Wirkung

Asthma-Cortisonspray mit sehr beschränkter Wirkung.
Asthma-Cortisonspray mit sehr beschränkter Wirkung. ©pixabay.com (Symbolbild)
Im Frühjahr kam es zu einem plötzlichen Hype rund um Uralt-Cortison-Asthma-Sprays mit Budesonide als mögliches Covid-19-Medikament. Diese Hoffnung wurde nun gebremst.
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Für große Hoffnungen besteht laut der jetzt im "Lancet" veröffentlichten PRINCIPLE-Studie kein Grund. Am ehesten könnte dadurch eine etwas schnellere Genesung erreicht werden.

Hoffnung in Asthma-Sprays für Covid 19-Patienten

Die ersten und ausgesprochen hoffnungsreichen Meldungen über den Effekt einer Budesonide-Behandlung bei Covid-19-Patienten hatten sofort Schlagzeilen gemacht. Demnach sollte mit dem Asthmamittel zum Inhalieren unter anderem die Wahrscheinlichkeit von ambulanter oder stationärer Spitalsbehandlung innerhalb von 28 Tagen infolge einer SARS-CoV-2-Infektion um 90 Prozent reduziert werden können. Politiker forderten den schnellen und breiten Einsatz des Medikaments gegen Covid-19, auch Ärzte-Standesvertreter propagierten ein solches Vorgehen bzw. Studien - sowohl in Österreich als auch international.

Allerdings, die ersten positiven Aussagen wurden im April dieses Jahres unter der Berücksichtigung von der Daten von nicht einmal 150 Covid-19-Patienten gemacht, die zur Hälfte das Cortison erhalten hatten. Jetzt ist im "Lancet" online die eigentliche Studie dazu erschienen. Es ging um die Möglichkeit, mit inhalierbarem Budesonide bei Personen mit hohem Risiko weitere Komplikationen zu verhindern.

Studie zu Cortison-Asthmasprays

Aufgenommen wurden 4.700 Probanden im Alter über 65 Jahren oder über 50 und Mehrfacherkrankungen. Sie mussten sich zumindest 14 Tage lang nach einem Covid-19-Verdacht krank gefühlt haben. 1.073 Patienten erhielten zweimal täglich je 800 Mikrogramm Budesonide, 1.988 Personen bekamen bloß die sonst übliche Versorgung, 1.639 Studienteilnehmer andere Therapien. Die nunmehrige Auswertung basierte auf 2.350 SARS-CoV-2-Infizierten von denen 787 Budesonide einnahmen, 1.069 die sonst übliche Versorgung erhielten und 974 anders behandelt wurden.

Das Hauptergebnis laut den Autoren, von denen Ly-Mee Yu und Co-Autoren des britischen Nuffield Department für Primärversorgungsforschung und der Oxford University federführend waren: "In der Budesonide-Gruppe gab es einen Vorteil bezüglich der Zeitdauer bis zur von den Patienten selbst berichteten Genesung von durchschnittlich 2,94 Tagen." Die Befunde wurden offenbar nicht von Ärzten erstellt, sondern spiegeln bloß die Informationen der Teilnehmer.

Es gebe zwar eine Chance, dass sich durch die Behandlung mit dem Asthma-Spray auch Hospitalisierungen und Todesfälle innerhalb von 28 Tagen verhindern ließen, die für die Studie geplanten Parameter zur Feststellung einer Überlegenheit der Therapie dafür seien aber nicht erfüllt worden, schrieben die Autoren. Eine um 2,2 Prozentpunkte geringere Häufigkeit von Spitalsaufnahmen bzw. von Covid-19-Todesfällen (6,8 Prozent versus 8,8 Prozent) war einfach zu gering für eine signifikante Aussage.

Der Budesonide-Hype im Frühjahr dieses Jahres hatte kurzfristig die Arzneimittelversorgung von Asthma-Patienten gefährdet. Die Abgabe der Sprays in Apotheken war plötzlich massiv in die Höhe geschnellt.

(APA/Red)

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