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Conor Oberst gastierte im intimen Rahmen als Folksänger im MQ Wien

Conor Oberst gastierte im Wiener MQ
Conor Oberst gastierte im Wiener MQ ©APA
Ein wunderschönes Wien-Gastspiel mit großen Songs und Musik zum Staunen und Eintauchen gab Conor Oberst bei seinem Auftritt am Donnerstagabend im Wiener Museumsquartier zum Besten.
Solo-Konzert im MQ

“Conor Oberst Folksinger” hat das einstige Indie-Wunderkind auf T-Shirts drucken lassen, die beim Konzert des Amerikaners am Donnerstag im Wiener MQ zum Kauf angeboten wurden. Den gab es am Abend tatsächlich zu erleben. Denn nach seinem letzten Gastspiel mit Rockband präsentierte Oberst diesmal neue und alte Lieder im intimen Rahmen, nur mit Gitarre, Klavier und Harmonika. Es war wunderschön.

Stilistische Vielfalt von Conor Oberst

Man kann die Reduktion auf “Folksänger” allerdings mit jenem Anflug eines Augenzwinkerns verstehen, das Oberst sogar in seine traurigsten Lieder einfließen lässt. Selbst in dem an eine Session in einem Proberaum erinnernden Auftritt in der (wohl überraschend nicht ausverkauften) Halle E breitete sich stilistische Vielfalt aus. Das ergab sich schon daraus, dass der 37-jährige ehemalige Bright-Eyes-Kopf superb von seinem (entdeckenswerten) Voract Miwi La Lupa an der E-Gitarre begleitet wurde, der mit rockig-bluesig-jazzigen, dezenten Melodien die Lieder in alternativen Arrangements begleitete.

Songs vom aktuellen Album “Ruminations” und alte Klassiker

Oberst wechselte nach zwei reduzierten Nummern am Klavier (“Tachycardia” und “Gossamer Thin”) erstmals an die Gitarre, brachte den dritten Song vom aktuellen Album “Ruminations” mit viel Verve und machte ihn zum ersten Höhepunkt in dem zweiteiligen Set. Eine spannende Version von “Cape Canaveral” (vom ersten Soloalbum) folgte, bei der die akustische Gitarre zum Perkussionsinstrument mutierte. “I know that victory is sweet even deep in the cheap seats”, sang Oberst eine seiner brillanten Textzeilen mit seiner großartigen, ausdrucksstarken Stimme.

Es war ein Abend zum Zuhören, zum Versinken in melancholische Lieder über Substanzenmissbrauch, Beziehungselend und Sterben, die Oberst bei aller Tragik mit dem nötigen Schuss Komik präsentierte; aber auch zum Staunen über musikalische Qualität, über feine Zwischentöne und die Kraft des Liedes per se. Mit viel Zuneigung coverte Oberst seine Americana-Kollegen Felice Brothers (“Rockefeller Druglaw Blues”), mit denen er sein Mitte März erscheinendes Album “Salutations” eingespielt hat. Darauf wird es die Lieder von “Ruminations” im Band-Arrangement sowie zusätzliche Songs zu hören geben, koproduziert von Drumlegende Jim Keltner.

Donald-Trump-Bashing bei Konzert im MQ Wien

Weniger Liebe brachte Oberst dem neuen US-Präsidenten Donald Trump entgegen (“orange fucking rat!”), für den er sich entschuldigte. In Tagen wie diesen kann Musik über Wut und Ohnmacht hinweghelfen: Eine fantastische Version von Gillian Welchs “Everything Is Free”, bei der auch Singer-Songwriterin Phoebe Bridgers, der zweite Supportact, mitwirkte, ließ alles rundum vergessen, ebenso wie die im Duett mit Bridgers gesungene ultimative “Kater”-Hymne “Lua”. Dass Oberst bei der breiten Masse immer noch nicht angekommen ist, verwundert – vielleicht ist er dafür aber einfach zu gut.

(apa/red)

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