Clubbing in Zeiten von Corona: Wien steigt in virtuelle Clubschiene ein

Das Projekt "UnitedWeStream" geht von Berlin aus und soll Club-Feeling auch während der Corona-Krise ermöglichen
Das Projekt "UnitedWeStream" geht von Berlin aus und soll Club-Feeling auch während der Corona-Krise ermöglichen ©Pixabay (Sujet)
Viele von uns vermissen es in der momentanen Situation, wieder einmal die Atmosphäre eines Clubs zu spüren und Musik aus den Boxen dröhnen zu hören - die Aktion "UnitedWeStream" macht das zumindest virtuell möglich.
Song Contest wird heuer virtuell
Trotz Corona-Krise ins Museum

Wenn das Besuchen eines Clubbings aufgrund der Corona-Pandemie schon nicht im echten Leben geht, so bietet die Aktion "UnitedWeStream" doch den digitalen Abdruck davon. Zur Unterstützung der derzeit geschlossenen Clubs wird das in Berlin gestartete Projekt europaweit ausgerollt. Und auch Wien ist mit dabei.

Täglich ein DJ-Mitschnitt aus leeren Club

Seit zwei Wochen gibt es auf der von Clubcommission Berlin e.V. und Reclaim Club Culture in Zusammenarbeit mit Arte Concert betriebenen Plattform unitedwestream.berlin täglich einen DJ-Mitschnitt aus einem leer stehenden Club. Damit soll den Betreibern und der ganzen Szene unter die Arme gegriffen werden. Was in der deutschen Hauptstadt gut funktioniert, wird ausgeweitet: Am Samstag gibt es ein internationales Kick-Off-Event, bei dem ab 12 Uhr mittags für zwölf Stunden lang gestreamt wird.

Denn künftig gibt es das digitale Clubleben eben nicht nur in Berlin, sondern beteiligen sich auch Locations in Amsterdam, Hamburg, Manchester oder München. Nicht fehlen darf natürlich Wien, wo als erster Club Das Werk an der Reihe ist und seine Türen am Samstag von 16 bis 20 Uhr in virtueller Manier öffnet. "Wir haben dieses Projekt innerhalb kürzester Zeit für die Wiener Clubkultur aufgebaut", sagte Martina Brunner von der Vienna Club Commission, die derzeit als Pilotprojekt bei mica - music austria angesiedelt ist. Man hofft, mit diesem Anfang eine Solidaritätswelle lostreten zu können. Immerhin soll das Vorhaben der ganzen Szene zugutekommen.

"UnitedWeStream": Schritt für Schritt an mehr Locations

Welche nächsten Locations oder Slots im Rahmen der "UnitedWeStream"-Plattform für Wien anstehen, könne man aktuell noch nicht sagen. "Das passiert im Moment alles Schritt für Schritt", so Brunner. Das Lineup für den Samstag soll jedenfalls morgen u.a. auf der Facebook-Seite der Vienna Club Commission (www.facebook.com/viennaclubcommission/) veröffentlicht werden. Hier wird man auch über die weiteren Vorhaben informieren.

Auf übergeordneter Ebene soll das musikalische Angebot indes um ein Diskussionsforum erweitert werden, wie am gestrigen Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Berlin bekanntgegeben wurde. So startet am Sonntag das Forum "United We Talk: Point Zero" (ab 16 Uhr). Dabei soll "die globale Krise als ein Startpunkt für eine notwendige gesellschaftliche Transformation begriffen" werden, wie es auf der Website heißt. "Gäste von Pop über Aktivismus bis Wissenschaft denken in die Zukunft, formulieren Visionen, setzen politische Forderungen und teilen neue Ideen." Das Thema der ersten Episode lautet "Future Habitat".

Aktion boomt: Fünf Millionen Aufrufe

Bisher wurden bei "UnitedWeStream" mehr als fünf Millionen Aufrufe verzeichnet, über 70 Künstler haben sich beteiligt und mehr als 70 Stunden Material sind so entstanden. Täglich wurde dabei DJ- und Konzertauftritte live gestreamt, wobei es stets wechselnde Locations gibt. Für die aktuell menschenleeren Clubs in Berlin wurden auf diese Weise 300.000 Euro an Spenden eingenommen. Diese werden nach einem bestimmten Schlüssel zwischen Clubs und Veranstaltern aufgeteilt, wobei in erster Linie Mietzahlungen ermöglicht werden sollen. Ein Teil kommt überdies dem "Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung" zugute.

Hier geht es zu "UnitedWeStream"

(apa/Red)

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