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CEU: Uni-Betrieb startet im Herbst in Wien-Favoriten

Nach der Übergangsphase in Favoriten soll die Uni in das ehemalige Otto-Wagner-spital übersiedeln.
Nach der Übergangsphase in Favoriten soll die Uni in das ehemalige Otto-Wagner-spital übersiedeln. ©APA/Georg Hochmuth
Im Herbst wird die Central European University (CEU) in Wien-Favoriten den Uni-Betrieb starten. Später soll sie am Otto-Wagner-Areal beheimatet werden.
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FPÖ gegen Soros-Uni in Wien

Die Übersiedlung der in Budapest ansässigen Central European University (CEU) bzw. ihrer US-akkreditierten Studiengänge nach Wien rückt einen Schritt näher. Nun ist klar, wo ab Herbst der Lehrbetrieb starten wird. Der CEU-Campus wird in einem sechsstöckigen Gebäude im Bezirk Favoriten angesiedelt – allerdings wie geplant nur als Übergangslösung, wie die Universität am Freitag mitteilte.

Als Adresse für den interimistischen Wiener Standort fungiert das Haus Quellenstraße 51. Dieses sei für den Uni-Betrieb um mehrere Millionen Euro saniert worden, hieß es in der Aussendung. Wie lange Studierende und Lehrende dort zubringen werden, steht noch nicht fix fest. Mittelfristig soll die CEU jedenfalls auf einem Teil jenes Geländes unterkommen, wo sich derzeit noch das Otto-Wagner-Spital befindet. Derzeit befinde man sich diesbezüglich in Gesprächen. Vor einigen Monaten war davon die Rede, dass der Campus samt Wohneinheiten und Kulturangebot ab 2023/24 am – dann schon ehemaligen – Krankenhausgelände einziehen kann.

“Soros-Uni” startet Uni-Betrieb in Wien

Die Privatuniversität hatte sich gegen Ende des Vorjahres gezwungen gesehen, ihre US-akkreditierten Programme nach Wien zu verlegen, weil die rechtskonservative ungarische Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban die Unterzeichnung eines einschlägigen Abkommens mit dem US-Staat New York verweigerte, welches den Fortbestand der US-Universität in Budapest garantiert hätte. Die CEU wurde von dem liberalen, ungarischstämmigen US-Milliardär und Demokratie-Förderer George Soros gegründet, den sich Orban zum Feindbild auserkoren hat.

CEU-Rektor Michael Ignatieff dankte per Aussendung einmal mehr u.a. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) für deren Einsatz: “Wien gibt somit der CEU die Chance, in der pulsierenden intellektuellen Atmosphäre dieser großartigen Stadt zu wachsen, zu expandieren und zu gedeihen.”

Wiener Bürgermeister schickt CEU ein “herzliches Willkommen”

Ludwig schickte der Uni heute postwendend ein “herzliches Willkommen”. Diese ergänze mit ihrem sozial-und geisteswissenschaftlichen Schwerpunkt das Angebot der Wiener Universitätslandschaft ideal, freute sich der Stadtchef in einer Aussendung. Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) wiederum verwies auf den wirtschaftlichen Mehrwert für die Stadt. Die Wirtschaftsagentur habe außerdem ihr Beratungsteam für Expatriates aufgestockt, um die Mitarbeiter der CEU bereits vor ihrer Übersiedlung nach Wien zu unterstützen. Im April sei ein Besuch direkt in Budapest geplant.

Des Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) bei der der EU-Wahl, Manfred Weber, hatte den Verbleib der CEU in Budapest als eine Bedingung genannt, damit Orbans Fidesz nicht aus der EVP ausgeschlossen wird. Die Mitgliedschaft von Fidesz in der EVP ist derzeit ausgesetzt. Kanzler Kurz unterstützt die Forderungen Webers.

CEU in Wien: “Neue Töne” Orbans

Die CEU werde “sicher” einen Campus in Wien betreiben, betonte der stellvertretende Rektor Zsolt Enyedi am Freitag im ungarischen Klubradio. Die Größe der Einrichtung in Wien hänge davon ab, ob die ungarische Regierung – in Erfüllung der Forderung des EVP-Spitzenkandidaten Manfred Weber (CSU) – die notwendige Vereinbarung unterzeichnet, damit die CEU auch weiterhin ihre Tätigkeit in Budapest fortsetzen kann oder nicht.Einen Brief, den Premier Viktor Orban an den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Markus Söder hinsichtlich des Fortbestehens der CEU in Ungarn schrieb, sei “ein ermutigendes Zeichen, doch nicht mehr”, sagte Enyedi. Damit habe sich grundlegend noch nichts geändert. Das seien nur “neue Töne”, die der bisherigen Regierungspropaganda, wonach die CEU mit ihren US-akkreditierten Programmen gesetzwidrig in Ungarn tätig sei, widersprächen.

Setze Orban das “Spiel auf Zeit” fort, würde das weiterhin eine rechtliche Unsicherheit für die CEU bedeuten und dazu führen, dass die Universität letztlich in einigen Jahren nur noch in Wien tätig sein werde.

(APA/Red)

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