"Burning Bridges" im MQ: Austrofred brandet Österreich neu

"Burning Bridges" - Wenn der Austrofred Austria neu brandet
"Burning Bridges" - Wenn der Austrofred Austria neu brandet ©APA/ESEL
Im Museumsquartier im Wien führt Austrofred das Publikum in den Dachboden um zu lachen. Im "The Making Of Österreich" soll die Alpenrepublik endlich wieder ein tolles Image bekommen, so lautet der Auftrag, der virtuos erfüllt wird.

Wenn sich Franz Adrian Wenzl in Schale wirft und als Reinkarnation von Freddy Mercury Welthits wie “Eich Dodln gib i Gas” performt, sorgt dies stets für vibrierende Konzerthallen (bzw. Gürtellokale). Bei der Premiere der Dachboden-Revue am Donnerstagabend wurde jedoch klar: Der Champ ist auch ein begnadeter Moderator und Tourguide. Selbst wenn er eine gewisse Strenge spüren lässt: “Ein bisserl schneller, das muss dynamisch gehen”, werden die Besucher um forschen Schritt gebeten.

Austrofred lockt ins MQ

Denn der Zeitplan ist streng: Es dürfen jeweils nur kleine Gruppen das Oberstübchen des Wiener Museumsquartiers erklimmen. Das Setting ist penibel geplant. In unterschiedlichen Stationen zeigen Akteure der Performing Academy Wien und das Kollegium Kalksburg unter der Regie von Yosi Wanunu szenisch und musikalisch, wie es um die Identität der Alpenrepublik bestellt ist und was werbetechnisch eventuell noch nötig wäre.

Jedoch: Der Austrofred und seine Equipe müssen in Sachen Image nicht alles neu erfinden. Es reicht ein Import. Konkret soll jenes Bild, das der Musical-Klassiker ” The Sound of Music” vermittelt, endlich auch hierzulande gebührende Wertschätzung finden. Dass der Austrofred von der Bundesregierung beauftragt wurde, wie er stolz versichert, mag man glauben oder auch nicht. “Der Andre Heller war auf Urlaub und der Franz Schuh hatte auch keine Zeit”, mag als plausible Begründung durchgehen.

“Holzhacken, Skifahren – Österreich.”

Die bessere “internationale Sichtbarmachung des Kunst- und Kulturlandes Österreich” wird jedenfalls als Hauptziel genannt – übrigens ein Originalzitat aus der aktuellen Regierungserklärung. Wobei sich der prominente Tourguide durchaus die Frage stellt: “Wieso machen wir das?” Denn er komme etwa aus dem Bezirk Steyr-Land und kenne die Schönheit der Landschaft, die nicht zuletzt von der Phyrn-Autobahn aus zu bewundern sei. “Dem Amerikaner und dem Japaner” müsste diese allerdings erst vermittelt werden, wie er schließlich erkennt.

Und so werden beliebte Freizeitaktivitäten dargestellt und kommentiert. Etwa: “Holzhacken, Skifahren – Österreich.” Und die Familie Trapp bzw. deren Dachboden-Pendants schwärmen weiters von Autobahnraststätten a la Friedensreich Hundertwasser und Arik Brauer, neuen, wenn auch leeren Fußballstadien und fordern unumwunden: “Ein Hansi Krankl gehört wieder her!” Letztendlich verkündet der Austrofred: Er ist stolz auf Österreich, etwa dank der geplanten U5, der Flaniermeile Mariahilfer Straße oder der Möglichkeit, Linz von Wien aus in einer Stunde und fünfzehn Minuten zu erreichen. “Das ist keine Utopie, sondern der ÖBB-Railjet!”, stellt er klar.

Am Dachboden mit Austrofred

Begeistert zeigt er sich auch vom Song Contest, der kommendes Jahr in Wien über die Bühne geht: “Endlich wieder ein tolles Image” – wobei er auch den Event-Slogan “Burning Bridges” lobt (der im Original übrigens “Building Bridges” lautet, Anm.). Dass Österreich offene Grenzen für Asylwerber hat (um sie etwa rasch nach Deutschland zu schicken), hebt er ebenfalls hervor.

Wer “The Sound of Music” noch nie gesehen hat, kann dem Rundgang inhaltlich trotzdem folgen. Die Handlung wird vom Austrofred erzählt, wenn auch in aller gebotenen Kürze. Sogar die Trapp-Kids werden vorgestellt. Und natürlich: Die berühmten Musical-Songperlen wie “Edelweiß” oder “My favourite things” sind – leicht verfremdet – ebenfalls zu hören.

Die Dachboden-Revue ist in mehrfacher Hinsicht eine Premiere. Denn die Raumfluchten werden zum ersten Mal bespielt, was dank einer durchaus aufwendigen Konstruktion, bestehend aus Stegen, Geländern und Brücken, überhaupt erst möglich ist. Das Spektakel unter dem Dach läuft noch bis Sonntag – im Rahmen des “MQ Summer of Sounds”.

(APA)

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