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Brutale Raubserie in Wien-Favoriten vor Gericht: Opfer schilderten Martyrium

Der Angeklagte beim Prozess in Wien
Der Angeklagte beim Prozess in Wien ©APA
Im Prozess um eine gewalttätige Raubserie im Frühjahr in Wien haben am zweiten Verhandlungstag die Opfer über die besondere Brutalität des Angreifers berichtet. Eine der betroffenen Frauen schilderte, wie sie dachte, der Angreifer würde sie totschlagen.
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“Ich habe ‘Aua’ geschrien, um ihm zu verstehen zu geben, es reicht. Aber er hat nicht aufgehört. Und da war mir klar, er schlägt mich tot”, sagte eine 45-Jährige aus.

Brutale Raubserie in Favoriten

Seit Dienstag muss sich ein 21-jähriger Rumäne u.a. wegen schweren Raubes und fünffachen Mordversuchs vor Gericht verantworten. Er soll im März und April in Favoriten sein Unwesen getrieben haben und meist junge bzw. von der Statur sehr zarte Frauen mit einer Eisenstange attackiert haben. Der junge Mann zeigte sich zu sieben der acht Raubdelikte geständig, gab jedoch an, er wollte seine Opfer nicht verletzen oder töten. Bei der Einvernahme der Opfer am Mittwoch zeigten sich jedoch die oft dramatischen körperlichen und psychischen Folgen der Attacken für die Angegriffenen. Sie sagten teilweise in Abwesenheit des Angeklagten aus.

Opfer hatte vor Angreifer Angst

Die 45-Jährige, die am 11. April überfallen worden war, hatte zunächst gar nicht wahrgenommen, dass es bei dem Angriff um einen Raub ging. Sie bemerkte erst später, dass ihre Tasche fehlte. Die Frau war abends in Favoriten auf dem Nachhauseweg, als ihr der Täter entgegenkam. “Er hat eine sehr unheimliche Ausstrahlung gehabt”, beschrieb die 45-Jährige die Begegnung. “Ich hab’ mich nicht getraut, ihn anzublicken, das hätte ihn vielleicht provoziert.” “Ich war sehr froh, dass er an mir vorbei war.”

Der Mann machte jedoch kehrt und schlug laut Anklage mit einer Eisenstange auf die Frau ein. “Das nächste, was ich gemerkt habe, war ein unheimlicher Schlag hier hin”, sagte sie und deutete auf die linke Schulter. “Es waren höllische Schmerzen”, schilderte sie unter Tränen. Ein Hausmeister kam ihr zu Hilfe, erst da ließ der Mann von ihr ab.

Frau überlebte Angriff nur knapp

Mit den Folgen der massiven Verletzungen muss auch eine 25-Jährige leben, die den Angriff nur knapp überlebt hat. Nach einem wochenlangen Aufenthalt auf der Intensivstation musste sie mittels Rehabilitation Bewegungen, vor allem ihrer linken Körperhälfte, erst wieder erlernen. Sie hat bis heute Gleichgewichtsstörungen und kurz nach dem Überfall daheim einen epileptischen Anfall erlitten, wogegen sie immer noch Medikamente nehmen muss. Die Frau schloss sich dem Verfahren mit der Forderung nach 15.000 Euro Schmerzengeld an.

Bezüglich dieses Überfalls bestritt der Angeklagte, mit einer Eisenstange auf die 25-Jährige losgegangen zu sein. Er habe sie mit Faustschlägen und Fußtritten malträtiert. Dem widersprach die medizinische Gutachterin Elisabeth Friedrich. Das Opfer hatte u.a. einen Eindrückungsbruch im linken Schläfenbereich erlitten, der “am ehesten durch die Einwirkung eines Gegenstandes entstanden war”. Das lasse sich durch eine Eisenstange erklären. “Wenn die Frau nicht rechtzeitig gefunden worden wäre, wäre sie auch gestorben”, erklärte die Medizinerin.

Eisenstange beim Prozess vorgezeigt

“Was passiert denn, wenn ich mit so einer Stange auf den Kopf und ins Gesicht ein- oder mehrmals einschlage?”, fragte Schwurgerichtsvorsitzende Sonja Weis und hielt dem Angeklagten das mutmaßliche Tatwerkzeug aus der Verwahrstelle entgegen. “Ich habe in diesem Augenblick nicht daran gedacht”, sagte der 21-Jährige. Er habe die Eisenstange bei den Überfällen verwendet, um die Opfer zu erschrecken. “Er kann die Person nicht erschrecken, wenn er sie von hinten niederschlägt”, meinte daraufhin Staatsanwalt Wolfram Bauer. “Das habe ich gemacht, um nicht so leicht erwischt zu werden, aber ich wollte niemanden töten.”

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Da soll auch das Urteil gefällt werden. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Beschuldigten zehn bis 20 Jahre Haft oder lebenslänglich.

(apa/red)

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