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Brandstiftung in Wien: 68-Jähriger eingewiesen

Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
Das Urteil ist bereits rechtskräftig. ©APA/HANS PUNZ
Am 5. Mai 2020 verursachte ein 68-Jähriger einen Brand in Wien mit einer Schwerverletzten. Am heutigen Donnerstag wurde er rechtskräftig in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

Ein 68-jähriger Mann, der am 5. Mai 2020 seine Wohnung im Karl-Seitz-Hof in Wien-Floridsdorf angezündet hat, ist am Donnerstag vom Landesgericht für Strafsachen rechtskräftig in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Der Pensionist leidet an einer paranoiden Schizophrenie und war zum Tatzeitpunkt zurechnungsunfähig und damit nicht schuldfähig.

Mieterin wäre beinahe ums Leben gekommen

Die im zweiten Stock gelegene Wohnung des 68-Jährigen, der einen Mistkübel angezündet und sich danach ins Freie begeben hatte, um von einer Parkbank aus dem Feuer zuzusehen, brannte komplett aus. Einer Mieterin der Gemeindebauanlage hätte die Brandstiftung beinahe das Leben gekostet. Dabei hatte sich die 59-Jährige schon in Sicherheit gebracht. Wie ihr Ehemann nun einem Schöffensenat (Vorsitz: Sonja Höpler-Salat) schilderte, vernahm sie aber im Freien Hilferufe aus dem vierten Stock und lief zurück ins Gebäude, um einen eingeschränkt mobilen Mann zu retten. Aufgrund der Rauchgasentwicklung brach die Frau zwischen dem dritten und vierten Stock zusammen und wurde erst nach einigen Minuten von der Feuerwehr, die mit einem Großaufgebot im Einsatz war, in bereits bewusstlosem Zustand geborgen.

Auf die Frage, wie es ihr heute gehe, erwiderte der Zeuge: "Sie hat's überlebt." Die 59-Jährige erlitt an den Beinen und am Rücken großflächige Verbrennungen dritten Grades. Vier Monate musste sie im Spital behandelt werden, sieben Wochen verbrachte sie in künstlichem Tiefschlaf. Vor kurzem habe sie mit der Reha begonnen, stellte ihr Mann fest: "Ihre rechte Hand kann sie leider nicht mehr benutzen."

Weitere Bewohnerin bei Brand verletzt

Eine weitere Bewohnerin, die seit 1969 in dem Gemeindebau lebt, brach infolge der Rauchgase beim überstürzten Verlassen des Hauses zusammen. Ihr Bruder zog sie an den Beinen ins Freie. Die herzkranke Pensionistin trug eine Rauchgasvergiftung davon, außerdem mussten ihr in weiterer Folge zwei Stents gesetzt werden.

Dem Feuerleger konnte all das nicht zum Vorwurf gemacht werden. Wie der psychiatrische Sachverständige Peter Hofmann erläuterte, handelte der 68-Jährige unter dem Einfluss einer Schizophrenie. Der allein stehende Mann sei krankheitsbedingt "ausgebrannt" gewesen, sagte Hofmann.

Der 68-Jährige selbst gab vor Gericht unumwunden zu, Feuer gelegt zu haben: "Das war absichtlich. Aus Verzweiflung." Er habe "alles abbrennen" wollen, "weil ich nicht mehr in die Wohnung wollte." Der auch körperlich angeschlagene Pensionist, der keine Familie und engeren Kontakte hat, wollte schon länger in ein Heim. Seine Erwachsenenvertreterin hatte auch schon einen Platz in einer Einrichtung gefunden, die geplante Übersiedlung zerschlug sich allerdings aufgrund der Corona-Pandemie.

(APA/Red)

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