Bluttat in Wien-Donaustadt: Polizei geht von versuchtem Mord und Suizid aus

Die Wiener Polizei vermutet Mordversuch und Suizid hinter dem Fall in Donaustadt
Die Wiener Polizei vermutet Mordversuch und Suizid hinter dem Fall in Donaustadt ©APA (Sujet)
Ermittlungsstand zur Bluttat vom Montag in Wien-Donaustadt: Die Wiener Polizei vermutet weiterhin versuchten Mord und Suizid.
Mordversuch an Ex-Freundin?

Nach der Bluttat in Wien-Donaustadt, bei der eine 44-Jährige bei einer Attacke ihres Ex-Freundes am Montagnachmittag schwere Stichverletzungen im Oberkörper- und Beinbereich erlitten hat, geht die Polizei weiter von versuchtem Mord und Selbstmord aus. Der 46-Jährige dürfte, so die Vermutung der Ermittler, nach dem Angriff Suizid verübt haben. Er war mit schweren Verletzungen im Brust- und Beinbereich im Spital verstorben.

Bluttat in Donaustadt: 44-Jährige noch nicht einvernommen

Polizeisprecher Daniel Fürst sagte am Mittwoch der APA, dass die 44-jährige Frau noch nicht einvernommen werden konnte. Frühestens dürfte dies am Nachmittag möglich sein, die Entscheidung liegt aber bei den Ärzten. Medienberichte, wonach die Frau ihren früheren Lebensgefährten erstochen haben könnte, nannte Fürst "derzeit reine Spekulation".

46-Jähriger verstarb im Spital

Die 44-Jährige erlitt schwere Stichverletzungen, konnte sich aber ins Stiegenhaus retten. In der Wohnung fanden die alarmierten Polizisten den Mann, die Reanimationsversuche bei dem 46-Jährigen waren nicht erfolgreich, er verstarb im Spital. Für die Polizei war das Geschehen von Anfang an nicht wirklich klar: Die schwerverletzte Österreicherin hatte zwar an Ort und Stelle noch angegeben, von ihrem Ex-Freund mit einem Messer in der Wohnung im Bereich der Langobardenstraße attackiert worden zu sein. Danach wurde die Schwerverletzte jedoch ins Spital gebracht. Die Tatwaffe, ein Messer, stellten die Beamten sicher.

Lange Liste an Gewaltverbrechen gegen Frauen

Der Fall reiht sich jedenfalls in eine lange Liste an Gewaltverbrechen gegen Frauen in diesem Jahr. Die Sozialistische Jugend (SJ) machte am Mittwoch mit einer Medienaktion auf die hohe Zahl an Femiziden aufmerksam: "Wir müssen dieses Jahr eine mehr als traurige Bilanz ziehen: 31 Frauen wurden dieses Jahr von Männern getötet. Diese fürchterlich hohe Zahl ist untragbar und müsste schon längst zu konkreten Maßnahmen von Seiten der Regierung führen", betonte die Frauensprecherin der SJ, Romana Greiner.

Bei der Aktion wurden symbolisch 31 Paar Schuhe gezeigt, um die drastisch hohe Zahl an Frauenmorden zu verdeutlichen. Greiner kritisierte das - aus ihrer Sicht - "Schweigen" von Frauenministerin Susanne Raab und Bundeskanzler Karl Nehammer (beide ÖVP) und forderte Raabs Rücktritt.

Initiative zum Gewaltschutz: Polizeinotruf auf Kassabons

Unterdessen haben Innen- und Frauenministerium mit dem Handelsverband eine Initiative zum Gewaltschutz gestartet. Im Dezember und Jänner werden auf den Kassabons zahlreicher Unternehmen und Händler der Polizeinotruf 133, die Nummer der Frauenhelpline gegen Gewalt 0800-222-555 sowie die Kontaktadressen des Bundesverbandes für Gewaltschutzzentren www.gewaltschutzzentrum.at gedruckt.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sagte: "Mit der Aktion setzen wir ein klares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern und möchten zur Sensibilisierung beitragen." Raab appellierte: "Gerade während der Pandemie, wo sich unser Leben wieder verstärkt in die eigenen vier Wände verlagert hat, dürfen wir vor häuslicher Gewalt nicht die Augen verschließen." Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will betonte, dass dem österreichischen Handel "der Schutz von Frauen und Kindern vor häuslicher Gewalt ein zentrales Anliegen" sei.

(APA/Red)

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